April 18, 2010

Raus aus Afghanistan?

Nach den jüngsten Todesfällen flammt erneut die Diskussion um die Sinnhaftigkeit des Einsatzes der Bundeswehr in Afghanistan auf. Der Tod der Soldaten wirft zum wiederholten Male die Frage auf, ob ein Abzug der Truppen nicht angebracht wäre, weil die Verluste an Menschenleben den angeblichen Nutzen der Mission nicht rechtfertigen. Ist das so?

Meines Erachtens haben wir hier 2 getrennte Aspekte zu erörtern: Die generelle Sinnhaftigkeit des Afghanistan-Einsatzes und die Frage nach dem Preis in Form von Menschenleben, den man für diesen Einsatz zu zahlen bereit ist.

Die Sinnhaftigkeit ist meines Erachtens nicht objektiv zu beurteilen. Für den Einsatz spricht, dass im anderen Falle, überliesse man Afghanistan sich selbst, die Taliban dort die Macht übernehmen würden und die so entstehende Staatsform nicht dem westlichen Demokratie- und Moralverständnis entspricht. Umgekehrt steht zur Diskussion, was den westlichen Industrienationen die Rechtfertigung gibt, ihre Auffassung von menschlichem Miteinander anderen Staaten als kanonisch aufzuprägen. Es gibt genug Punkte, in denen die westlichen Gesellschaften in ihrem innerstaatlichen und zwischenstaatlichen Zusammenleben angreifbar sind.

Gehen wir davon aus, dass die zur Zeit der Griechen und Römer geprägten Werte von Humanismus und Moral, wie sie bis heute verfeinert wurden, universell sind, gibt es genügend Gründe, eine konzertierte Aktion aller Nationen in Afghanistan zu befürworten. Auf festem Grund stehen wir hier jedoch nicht.

Die aktuelle Situation in Afghanistan erfordert immer noch den Einsatz des Militärs. Hier kommen wir zum zweiten Aspekt. Aktuell werden die Todesfälle alleine als Grund angeführt, die Truppen aus Afghanistan abzuziehen. Dies kann ich nur als naiv bezeichnen.

Da die Menschen im Umgang miteinander bis heute nicht gelernt haben, gewaltfrei miteinander auszukommen, muss der Staat auch unter Nutzung seines Gewaltmonopols für Recht und Ordnung bzw. für die Wahrung seiner Interessen sorgen. Dies erfolgt im Inneren durch die Polizei, im Äusseren durch das Militär. Beide Institutionen sind im entsprechenden Fall verpflichtet, auch durch Ausübung von Gewalt ihrem Auftrag nachzukommen. Gerade bei der Bundeswehr ist unter Bezugnahme auf die deutsche Vergangenheit eine derartig defensive Einstellung Pflicht, dass die Ausübung von Gewalt nur zur Selbstverteidung ernsthaft erwägt wird. Umgekehrt formuliert: Ein friedfertigeres Militär als die Bundeswehr ist kaum vorstellbar. Dennoch ist in Krisengebieten ein Risiko, in gefährlichen Situationen umzukommen, nicht von der Hand zu weisen. Dies ist, nimmt man den Einsatz als gerechtfertigt an, jedoch unabweislich. Wollte man dieses Risiko ausschalten, dürfte die Bundeswehr, und sie tut dies als NATO-Partner bzw. im UN-Auftrag ja nicht eigenmächtig, sondern auf Aufforderung, keinerlei Einsätze in Krisengebieten oder in Krisensituationen ausüben, was die Existenz der Bundeswehr mit all ihrer Waffentechnik ad absurdum führt.

Des weiteren ist das Risiko, bei der alltäglichen Ausübung seines Berufs zu Tode zu kommen, auch bei im Auto fahrenden Handlungsreisenden, bei Waldarbeitern, Medizinern, Berufskraftfahrern etc. nachweislich gegeben. Die Unfallstatistiken nicht nur auf deutschen Strassen sprechen hier eine deutliche Sprache. Der Unterschied ist nur, dass wir gelernt haben, all diese Risiken in unser tägliches Leben "einzupreisen", es zu akzeptieren, weil ein Leben ohne Risiko unmöglich ist.

Ich möchte hiermit das deutlich erhöhte Risiko der Soldaten in Krisengebieten nicht kleinreden. Doch, unter der Massgabe, dass ein Einsatz in Krisengebieten unter Abwägung aller Argumente als sinnvoll erachtet wurde, kommen wir nicht umhin, dieses potenzierte Risiko zu tragen.

Die Gegenfrage muss weiterhin erlaubt sein: Wäre kein deutscher Soldat in Afghanistan zu Tode gekommen, wie sähe dann die Beurteilung der Situation aus? Und: wieso kommen die lauten Rufe hierzulande nur, wenn deutsche Soldaten sterben und nicht bei britischen oder amerikanischen Soldaten, wo die Todesfälle längst den dreistelligen Bereich erreicht oder überschritten haben? Wo ist der Unterschied? Entweder ist jeder Tote zuviel, oder jeder Tote ist eben nur Verpflichtung, den Auftrag zur Sicherung von Stabilität und Menschenrechten in der Region mit umso mehr Vehemenz auszuführen.

Die Entsendung von Soldaten in Krisengebieten, das sei ergänzend hinzugefügt, erfordert einerseits eine klare Kommunikation der Politik an die Truppen und an die Bevölkerung, um keine Unklarheit über die Gefahren zu lassen. Eine Verharmlosung, wie sie bisher erfolgt ist, ist nicht angebracht. Des weiteren ist die Truppe natürlich in ihrer Entscheidungsfreiheit und in ihrer technischen Ausstattung so zu unterstützen, dass sie für ihre eigene Sicherheit hinreichend sorgen kann.

Auf Kommentare bin ich gespannt, ich weise ausdrücklich darauf hin, dass ich im Kern die Frage erörtere, inwieweit Todesrisiken bei als gerechtfertigt geltenden Einsätzen hinzunehmen sind oder nicht. Die Frage, ob wir in Afghanistan aktiv sein dürfen oder nicht ist wichtig und muss diskutiert werden, aber darum geht es nicht. Und ich werde hierzu auch keine abschliessende Meinung äussern, weil ich es mangels Wissen nicht kann. Zudem ist es eine Entscheidung, die auf UNO-Ebene getroffen werden muss. Ich bin schon fast versucht zu sagen: Wie hat der Staatenbund bei innerstaatlichen Krisensituationen im Grundsätzlichen zu reagieren. Was sind die Parameter, die ein Eingreifen notwendig machen?

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April 10, 2010

Fragment 100410

Derzeit höre ich ein Hörbuch von Pessoa. Das Buch der Unruhe. Ich behalte wenig Details, mir fällt nur immer wieder auf, in welcher Dichte P. bemerkenswerte Aussagen trifft. Auch wenn ich nicht immer spontan übereinstimme, regen sie zum Nachdenken an. Wodurch ich die folgenden Sätze verpasse. Weswegen ich das Buch eigentlich lesen statt hören müsste. Das langsame Lesen, das ich mir bei Proust zueigen machen musste, benötigte ich auch hier und es steht mir nicht zur Verfügung bei einem Hörbuch. Interessante Erfahrung. Pessoa hat eine Weltsicht, in der Leid, Schmerz und andere für den "normalen" Menschen eher negativen Erfahrungen in erster Linie als intensive Emotionen beobachtet und verstanden werden. In der Monotonie ihr Gutes hat. In der es nicht auf das "Was?" des Außergewöhnlichen ankommt, sondern um das reine "Dass!" Ein merkwürdig duldsamer Beobachter des eigenen Leids, der eigenen Starre.


Ein Schlussstrich war gezogen worden. Ich war lange davon ausgegangen, dass eine gemeinsame, glückliche Vergangenheit etwas ist, das auf der Guthabenseite zu verbuchen ist. Für einige Zeit schien sich das auch zu bewahrheiten. Nun wird mir, durch eine zutage tretende Positionsänderung, diese Vergangenheit entzogen. Sie wird entwertet. Negiert. Ausgelöscht. Es ist interessant zu lernen, dass dieser Verlust, macht man ihn sich nur klar, auch ohne Schmerz erfahren werden kann. Es ist interessant zu lernen, was uns inneren Frieden gibt. Und was dazu nicht nötig ist.

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February 17, 2010

Nett

Ganz leichthin verdammen wir das Wort nett. "Nett fährt im Bus" sagt man dann und meint das abschätzig. Nett halt. Man könnte auch harmlos sagen.

Nett ist freundlich.

Nett ist warmherzig.

Nett gibt das Gefühl, willkommen zu sein. Die Gesellschaft eines anderen zu bejahen.

Nett bedeutet, dem Gegenüber positiv gegenüber zu stehen und nicht cooler zu sein, distanzierter oder besser.

Nett steht für eine dem Menschen aufgeschlossene Grundhaltung.

Nett sein ist das, was ich mir von mehr Menschen wünschen würde.

Ich versuche, so oft ich kann, nett zu sein.

Posted by tilman.haerdle at 9:44 PM | Comments (0)

August 17, 2009

Wo bleibt die Ernsthaftigkeit?

Mit zunehmender Intensität rollen wir im Wahlkampf nun auf die Bundestagswahl 2009 zu. Einerseits ist alles wie immer, die Parteien bewerfen sich gegenseitig mit Schlamm, zeihen sich der Inkompetenz und behaupten, daß mit ihnen nach der Wahl alles besser werde.

Was mich in zunehmendem Masse irritiert ist, daß die vorgestellten Konzepte einerseits nicht mal mehr parteiweit abgestimmt erscheinen, sondern vor allem auf der Basis reiner Behauptungen stehen bleiben. Und genau das halte ich für problematisch. Anscheinend gehen die Parteien davon aus, daß der Bürger weder bereit noch in der Lage ist, komplexe Zusammenhänge zu verstehen. Und nicht nur die Parteien, selbst unter Politikwissenschaftlern scheint derheit Meinung vor Sachverstand zu gehen. Anders ist nicht zu erklären, daß es bisher noch keine zusammenfassende Erörterung der Fragestellung gibt, ob eine Steuererhöhung nun sinnvoll ist oder nicht, bisher stehen hier nur Meinungen gegeneinander.

Ein Wahlprogramm, das neben Zielen auch seriös den geplanten Weg zu deren Erreichung aufzeigt, ist mir nicht bekannt. Weiterhin fehlt mir die Rechenschaft und Einsicht dafür, dem Bürger zu erklären, welcher Anteil beispielsweise der Arbeitslosigkeit überhaupt von einer nationalen Regierung beeinflussbar ist und welcher Anteil Produkt globaler wirtschaftlicher Entwicklungen ist. Keine Partei gesteht gemachte Fehler ein, das eigene sich-auf-die-Schulter-klopfen über die angeblich erreichten großartigen Ziele ist offensichtlich die einzige Bewertungsform eigener Tätigkeit.

Kurz gesagt entsteht der Eindruck, daß die Parteien zwar Vorstellungen haben, was man machen kann, um bestimmte Probleme zu adressieren, aber das Verständnis dafür, ob das überhaupt klappen kann, bzw. eine nachvollziehbare Argumentation dafür fehlt.

Wenn man dann noch sieht, mit welchen Themen manche regionalen Kandidaten versuchen, auf sich aufmerksam zu machen, zweifelt man ernsthaft an deren Fähigkeiten, irgendwas auf die Reihe zu bekommen. Man könnte den Eindruck bekommen, daß die Politik so langsam den Offenbarungseid leistet und sich außerstande sieht, dem, was passiert, steuernd entgegenzuwirken. Es wird von Wahl zu Wahl gedacht, der lange Atem, Ehrlichkeit und die Nachhaltigkeit fehlt mir weitgehend. Die unbequemen Wahrheiten bekommen wir nach der Wahl natürlich aufgetischt. Vor der Wahl könnte Ehrlichkeit ja Stimmen kosten.

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May 5, 2009

Die Elite trifft sich...

Unter mehrheitlichem Ausschluss der Öffentlichkeit fand am Wochenende in Berlin das Politcamp 2009 in Berlin statt. Genauso wie auch die re:publica 2009 ein Event, das im wesentlichen die selbe Zielgruppe bedient: internet-affine Menschen höherer Bildung, die diese Treffen nutzen, um sich dann doch auch mal in der realen Welt zu begegnen und ihre Diskussionen nicht nur über Blogpostings und Tweets zu führen.

Nach allem, was ich so mitbekommen habe, waren das spannende Veranstaltungen, die mit Sicherheit bei den Beteiligten zu einem Erkenntnisgewinn führten. Ein Aspekt, der mich jedoch verwundert ist die Einschätzung, die bei manchen Beteiligten hinsichtlich der Relevanz solcher Veranstaltungen besteht. So wurde doch mit Enttäuschung kommentiert, daß die Politik bei durchaus wichtigen Themen wie Internetsperren oder Online-Zensur oder Wahlkampf im Web hochrangige Vertreter schickt, sondern nur die zweite oder dritte Reihe.

Und genau hier fängt das Mißverständnis an: Natürlich gehören wir, die wir mehrheitlich akademische Bildung genossen haben, mit Selbstverständlichkeit Computer und deren Anwendungen wie Email, Weblogs oder Twitter nutzen, einer Elite an. Diese Elite ist jedoch zahlenmäßig klein, und je internet-affiner wir sind, umso weniger sind wir. Da hilft es wenig, wenn in dieser Gemeinschaft einzelne bereits 2000 oder noch mehr "follower" haben oder vergleichbare Leserzahlen im Bereich Weblog. Wir sind eine Minderheit. Und wir sind keine Meinungsführer, denn wir kommunizieren mehrheitlich unter unseresgleichen. Denn wir heben uns ja von der Masse ab, die ungebildet ist, keine Ahnung von Twitter und dergleichen hat, immer noch kein iPhone nutzt, geschweige denn einen Mac.

Die Politik bzw. die Vertreter der Parteien haben jedoch ihren Job getan, wenn sie relevante Mengen von Wählern, im Millionenbereich, in Richtung ihrer Partei bewegen können. Da sind dann Veranstaltungen mit einigen Hundert Teilnehmern aus einem Kreis weniger Tausend nicht wirklich relevant, auch wenn viele schlaue Köpfe mit guten Ideen drunter sind. In diesem Zusammenhang ist es spannend, den Blogpost von @mspro zu lesen und im Vergleich dazu den Artikel auf Spiegel Online zum gleichen Thema.

Der Unterschied zu den USA, wo ein grösserer Teil der Bevölkerung das Internet als reguläres Kommunikationsmedium nutzt, und zwar jenseits von Email und Chat, tritt hier deutlich zutage. Das ist aber nur eine Seite der Medaille. Selbst wenn in Deutschland mehr Menschen über die neuen Kanäle wie Twitter oder Weblogs erreichbar wären, würde dies nur dazu führen, daß dem Internet als Kanal von den etablierten Parteien mehr Bedeutung beigemessen würde. Wohlgemerkt als unidirektionales Publikationsmedium.

Worauf wir jedoch wirklich hinarbeiten sollten ist, die Rate der allgemeinen Teilnahme an der politschen Willensbildung und -äußerung zu erhöhen. D.h. die Bürger zu mehr Teilnahme an der politischen Diskussion zu bewegen. Und genau das ist ein Prozess, der vielen Vertretern von Parteien eher Angst einjagen dürfte, weil bei erhöhter Beteiligung des einzelnen Bürgers der Einfluss der Parteien schwindet. Wenn die Bürger die Gelegenheit wahrnehmen, basisdemokratische Elemente wie Unterschriftenaktionen, Petitionen oder Volksabstimmungen zu nutzen oder verstärkt einzufordern, verliert die Parteiendemokratie an Gewicht. Derzeit herrscht in Deutschland jedoch eher ein Klima, in dem der Staat zu viele Maßnahmen ergreift, die "zum Besten des Bürgers" sind und wo umgekehrt der Bürger auch keine Verantwortung tragen will. Sicherheit und Absicherung sind eigentlich die zentralen Themen und nicht Verantwortung. Gleichzeitig entfremden sich Bürger und Staat zunehmend, viele fragen sich, welche Einflussmöglichkeiten sie heute überhaupt noch besitzen. Damit will ich die Wichtigkeit von Parteien nicht in Abrede stellen, sondern es geht vielmehr darum, daß die Parteien den Willen der Bürger umsetzen sollten und nicht den von Lobbygruppen. Je mehr Bürger sich äußern, umso fundierter können im Parlament politische Entscheidungen getroffen werden, die von einer Mehrheit der Bevölkerung getragen und verstanden werden. Je besser die Bürger die Konsequenzen seines Handelns versteht, umso weniger Staat braucht er, der ihn beschützt.

Wenn also Veranstaltungen wie das Politcamp auch der "Offline-Bevölkerung" bekanntgemacht werden, sowas vielleicht sogar dezentral an vielen Orten stattfindet, und zwar nicht nur zu Zeiten von Wahlkämpfen, dann sind wir auf dem richtigen Weg. Und genau hier sehe ich eine wesentliche Aufgabe des Staats: Dem Bürger das politische Engagement schmackhaft zu machen. Ihn zu informieren und zur fundierten eigenen Meinung erziehen anstatt zu unterhalten. Solange jedoch auch und gerade über die staatlichen Medien mehrheitlich Unterhaltung statt Information vermittelt wird, solange mehr Leute Bild lesen statt die FAZ oder die SZ, solange zur Hauptsendezeit Unterhaltung läuft statt spannend aufbereitete Information, solange es öffentliche Radiosender wie SWR3 gibt, die angesichts überbordender Privatradioangebote keinerlei Existenzberechtigung besitzen, haben wir noch einen weiten Weg vor uns. Wir als Netzbürger können unseren Beitrag leisten, indem wir für unsere Offline-Kontakte eine Vorbildfunktion wahrnehmen und dieses Ideal vorleben, frei von Dogmatismus und unter Respektierung anderer Menschen und Meinungen.

Posted by tilman.haerdle at 7:04 AM | Comments (1)

March 22, 2009

Der Papst und das Kondom

Zum wiederholten Mal, diesmal anläßlich seines Afrikabesuchs, wird der Papst für seine Haltung zum Kondom verdammt.

Ich versteh das nicht. Der Mann kann nicht anders. Spezifisch die katholische Kirche ist groß darin, die Bibel sehr traditionell auszulegen. Genau darin unterscheidet sie sich stark von anderen christlichen Kirchen. Sei es nun der Zölibat, keine Frauen als Priester oder eben das Verbot außerehelichen Geschlechtsverkehrs. Nimmt man letzteres als Prämisse ist klar, daß Kondome schädlich sind, weil sie nämlich den außerehelichen Geschlechtsverkehr erleichtern. Und zudem Sex mit einer anderen Bestimmung als der Fortpflanzung ermöglichen.

Daß das alles nicht zeitgemäß ist, weil diese Positionen auf einer Literatur beruhen, die 2000 Jahre alt ist und zu deren Zeit solche Regeln sinnvoll waren, ist offensichtlich. Aber wenn eine Kirche auf dem Standpunkt steht, ihr Fähnlein nicht nach dem Winde zu hängen und jedem Zeitgeist zu folgen, dann ist das erstmal ihr gutes Recht. Jeder, der das nicht mehr teilen mag, kann aus der Kirche austreten.

In Afrika ist die Position der Kirche mit Sicherheit bedenklich, weil die große Mehrheit der Menschen an der unteren Stufe der Bedürfnispyramide sich stärker von spirituellen Führern beeinflussen läßt als wir in unserer gesättigten, säkularisierten und individualisierten Umgebung in den Industriestaaten.

Würde die katholische Kirche sich reformieren, wäre sie evangelisch. Das ist ja gerade vor ein paar hundert Jahren passiert mit bekanntem Ausgang.

Daher halte ich es für schwierig, hier auf eine Änderung zu hoffen. Gesunder Menschenverstand hilft da leider nicht weiter. Die katholische Kirche begründet ihre Position auf einem Ideal, nicht an den Bedürfnissen der Realität. Der Mensch hat sich in der Sichtweise der Kirche nach dem Ideal zu richten, nicht die Haltung der Kirche nach der Realität.

Daß das in Afrika verheerende Folgen hat, sehen wir. Umso wichtiger ist eine umfassende säkulare Erziehung der Menschen, eine Aufklärung, die es ihnen erlaubt, in vollem Bewußtsein Entscheidungen über ihr Leben zu treffen, die nicht einfach nur Produkt von Indoktrination sind. Leicht gesagt angesichts der Lebenssituation vieler Menschen in einem Umfeld, in dem Bildung bei akutem Mangel an Wasser, Lebensmitteln, medizinischer Versorgung und Sicherheit ein entbehrliches Luxusgut ist.

Dennoch dürfen wir nicht vergessen, daß die Grundprinzipien und Ideale nicht nur der katholischen Kirche gut und richtig sind. Wir sollten uns also hüten, uns nur die Regeln rauszupicken, die uns passen, weil wir uns eh schon dran halten. Umgekehrt ist die hohe Meßlatte auch Garant dafür, daß die Umsetzung auf einem bestimmten Niveau erfolgt. Pragmatisch gesehen.

Posted by tilman.haerdle at 7:43 PM | Comments (1)

March 4, 2009

Colliding positions or: What do we really know?

Recently I was involved in some talks in two different groups of people. Those two groups had opposing views towards a certain issue (no matter, what it was). Normally you would be inclined to take sides on any one of those two views. In that case I was left completely lost somewhere inbetween because I was no expert in that domain. Both sides' arguments sounded just right and they were conclusive. As a matter of fact, if there is a domain that is heavily disputed two things come together: The foundation of arguments presented as facts and their interpretation leading to a certain opinion.

I'm having difficulties developing any opinion at all in fields mentioned above (which, for me, cover more than 99% of all disputable topics). First, if you are no expert it is hard to verify any fact presented to you, as an argument is only worth as much as the underlying assumption it is based upon. If you can't verify the assumption the argument is only true so far as the path from assumption to the argument is logical. Second, interpreting the given arguments in order to build a view, attitude or opinion is the next source of possible error as you may misinterpret what's given to you.

So eventually you could still have an opinion built upon your personal experience which basically leads to wrong conclusions as single experiences can't necessarily be generalized.

As a conclusion I should tend to reduce the intensity I defend a view on a certain issue by the level of proven foundation it is built upon. Moreover I wonder if having a certain attitude at all is purposeful when trying to solve a problem with lots of unknown variables. It might prevent you from taking new approaches and learning drastically different things.

Does that mean you should have no opinion on topics you are no expert in? Surely not but you should know that your opinion in this case is mostly rooted in your personal history, education and preferences. It is arbitrary and as such rarely worth being defended or, even worse, imposed on others. In contrary, it is matter to examination and through means of discussion could be refined or altered based on newly gained knowledge.

Add to that the fact that nearly every day I discover new things in my very domain that I wasn't aware of previously - which actually reduces the absolute amount of knowledge I have accordingly and you get what I'm talking about. Knowledge is delusive.

Posted by tilman.haerdle at 11:06 PM | Comments (0)

March 2, 2009

Moorgestraich

The weirdly named thing is an event that occurs in Basel the next Monday after the end of Carnival. At 4 am all lights go out and a strange parade of light carriers, pipers and drummers takes place that is the start for 3 days of a very special version of carnival.

Since it starts at 4am it is particularly employer friendly as most people come in time to their day job. Productivity may be lower due to a hangover depending on the amount of night's sleep and the inverse relation to the alcohol consumed. Nevertheless it leaves a lasting, addictive impression which explains why tens of thousands of people quietly get to the spots the nearly equally many thousands of actors pass by. It seems as if there are more tourists among the bystanders than people from Basel as most true Basel-born people take part in the parade.

The drums being played give the impression of power, darkness and doom whereas the pipes are light, shrieking and give way to a shrill optimism that may be related to the celebration of the end of the pest that took place in Basel several centuries ago as in other cities in Europe. The sujet framed boxes relate to local issues but sometimes they have a broader take on certain things.

See for yourself and don't miss next year's Moorgestraich.

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Posted by tilman.haerdle at 12:26 PM | Comments (0)

March 1, 2009

Places I pass when running

As I get some kind of shape I'm able to lift my eyes when running and watch my surroundings. Today, when running my extened play to Kandern, I passed some notable points of interest. In no particular order there is

  • The birthplace of Johann August Sutter, the so called "Kaiser von Kalifornien". Nice old house but you can easily miss the sign.

  • The Black Forest Academy, a christian school as I just learned. Funny to name a place like this in a region that is so much reigned by a nearly uncomprehensible dialect (at least for non-locals, local being people living in a 50k radius).

  • A shrub nursery (Staudengärtnerei) that looks a bit sad in winter with a nearly rotten hut but is surely one of the most romantic places when everything is blossoming.

Besides that, the air started to smell like spring, something I first noticed on my Friday run in Darmstadt. There were, though, some whisks of smoke as the remnants of the saturday night's Scheibenfeuer were still burning. I refrain from trying to write down the proper dialect name here - it varies from village to village anyway.

The view from the hills above the Kandertal was stunning. A pasture that wakes up from winter but still snowy hills as a back setting. Seeing villages close by, France and Basel with its never sleeping chimneys. The Vogesen. It's a privileged region.

Posted by tilman.haerdle at 4:49 PM | Comments (0)

February 17, 2009

No more music chauvinism

Reading Spiegel Online on "the most important CDs this week" makes me sick.

Let me simply put it this way: I once bought Tom Waits CDs or, then, LPs. I don't know why because his music is overrated rubbish. He can't sing, his instruments are crap and he simply ridicules all the pooping feuilleton editors who think this is so great. I'm blunt because that's how he is.

Of course, others may have a different point of view. I think it is chauvinistic to bash artists that many people love for a reason. (OK, I did the same thing one paragraph above, just to give an example).

Music is not about showing off how intellectual you are. It's all about passion. Music has to catch you, move you, touch you. It's purely emotional.

Ever heard of Ursula Rucker? She's overrated, too, at least many of her songs. The Supa Sista CD is partially cool but there are so many songs that are just boring or even embarrassing. Might be that writing a song about the dangers of the internet was innovative in 2001 but in 2008 it's simply stale.

What I'm saying is: it's your judgement. Critics may be helpful as they dig out new names that might be interesting. But defining what's hot and what's not is very individual. Don't believe anybody. Trust your ears and your soul. And there is no "better" music. That's pretentious. There's just music you like and music you don't like. And if you like Heino, fine with me. I like Dido and I am not embarrassed although it's exchangeable music for the hairdresser's.

Posted by tilman.haerdle at 11:50 PM | Comments (0)

February 9, 2009

Boa in Basel

There is a boa in Basel. It's located near the Wettsteinbrücke and it's part of what I call Heimat. I can't tell how often we passed this sculpture on our way to town. It really was part of the whole "family goes to Basel" procedure:

  • Find a parking lot at the St.-Alban-Graben next to the Rhine. Somehow we always found one.
  • Go up the stairs, pass the boa, touch it, proceed either to the Kunstmuseum or go down the Freie Strasse in order to have a Vermicelles or a Chäschüechli at the Gfeller.
  • Go shopping either to Globus or somewhere up Freie Strasse.
  • Go up the hill to do some more (window) shopping.
  • Have some maroni. Strange enough Basel to me is mostly a winter city in my memories.
  • Go back to the car.
  • Go to Migros in Hochbergerstrasse (a really small one) and get coffee, Fondue cheese, chocolate and yoghurt. Rice (Arborio, but that came later).

Today, since it was a normal business day I calculated chances were OK to get a parking lot at this spot. I was right and yet I had completely forgotten the boa until I saw it again. Still it was as if it had been yesterday since I've been there the last time.

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Nevertheless this is why there are some places on my mental map that really define Heimat. It's really tiny places. Heimat is defined by mere square metres.

Posted by tilman.haerdle at 4:58 PM | Comments (0)

January 25, 2009

Being up to date - ein Dilemma

Nach einer gänzlich unrepräsentativen Umfrage (Erhebungsgröße eine Person) mal wieder auf ein Thema gestossen, das einer Lösung bedarf (auch wenn da augenscheinlich schon dran gearbeitet wird, wie weiter unten ausgeführt).

Also, unsereins als business professional kommuniziert ganz modern per Email, AIM, Skype, Twitter, Wiki, Blog, Xing und LinkedIn. Dabei werden die unterschiedlichen Kanäle teilweise für unterschiedliche Adressaten und Zielgruppen genutzt.

Studenten wiederum nutzen StudiVZ, solange sie im Vordiplom sind und facebook sobald sie im Hauptdiplom mit der großen weiten Welt in Kontakt kommen, da StudiVZ international keine Relevanz hat und niemand seine Daten doppelt pflegen will. Twitter sei angeblich nicht so weit verbreitet. facebook-Statusmeldungen seien das Ding, um über den aktuellen Status zu informieren.

Nehmen wir's mit Vorsicht auf. Was bleibt ist, daß das alles noch nicht integriert ist. Ich habe natürlich keine Lust, mein Netzwerk, das ich in Xing aufgebaut habe, in LinkedIn nochmal aufzubauen, Gleiches mag für die Kontakte gelten, die ich in Twitter, AIM, Skype etc. habe.

Eigentlich ist der Problem von der Seite zu lösen, daß man seine Identität in unterschiedliche Facetten aufspalten muß, um sein Kontaktnetzwerk sauber partitionieren zu können. Während ich auf Twitter vielleicht relativ "promisk" bin und jeder Depp meine Tweets lesen darf, weil ich mich entsprechend anonymisiere, will ich meine Kontakte in Xing mit Bedacht und auf seriöser Ebene wählen. Eigentlich will ich überhaupt den Kontakt im Mittelpunkt stehen haben und erst in zweiter Linie die Kommunikationsplattform, über die ich mit ihm kommuniziere.

Nun gibt es mit OpenSocial bzw. Facebook Platform bereits Ansätze, Kontaktinformationen über mehrere soziale Netzwerke hinweg abzugleichen. Das scheint mir derzeit aber hauptsächlich eine technologische Lösung zu sein. Tatsächlich kann es sein, daß meine Authentifizierung individueller Kontakte von Netzwerk zu Netzwerk unterschiedlch ist, grundsätzlich jedoch will ich die Kontaktdaten bzw. den Bezug zu einer anderen Person nicht mehrfach erfassen.

Man könnte auch sagen: Einerseits will ich rein grundsätzlich festlegen können, wie transparent ich auf einem bestimmten sozialen Netzwerk bin. Und dann will ich meine Kontakte - egal woher ich sie bekommen habe - in einem Gesamtzusammenhang sehen und festlegen können, wie stark ich mich jedem einzelnen Kontakt über das voreingestellte Maß der jeweiligen Kommunikationsplattform hinaus offenbare.

Die Aufgabenstellung läßt sich eigentlich schon weitgehend lösen, da es zu den verschiedenen sozialen Netzwerken APIs gibt (zumindest teilweise, da, wo noch nicht vorhanden, ist es eher ein politisches als ein technologisches Problem) und sich somit eine unifizierte Sicht über mehrere soziale Netzwerke hinweg erstellen liesse. Pikant ist dabei, daß eigentlich eine netzwerkübergreifende Identifizierung einer Person vonnöten ist (da hätten wir in D doch die tolle neue Steuernummer, hmmmm?) um einen sicheren Abgleich herzustellen.

Umgekehrt stellt sich die Frage, inwieweit so etwas gewünscht ist, da es dann eine Instanz gäbe, die sehr detaillierte Personeninformationen besäße, was aus Datenschutzgründen wiederum bedenklich ist. Weitergedacht stellte sich dann sowieso die Frage, wieso nicht eine Kommunikationsplattform mit einem tiefergehender definierten Set an Features ausreichend ist. Kontrolle? Orwell?

Am Ende steht hier auch wieder der Frage: Was ist der Preis, den wir für Bequemlichkeit zu zahlen bereit sind? Siehe dazu auch: Kundenkarten, Rabattkarten, Kreditkarten etc.

Comments?

Posted by tilman.haerdle at 7:18 PM | Comments (3)

January 16, 2009

Books...feed your head

After reading two books that at first glance not really belong to the category of intellectually noteworthy literature I must concede that both horror and fantasy have qualities that lie beyond the obvious. I may be a little late to come to that conclusion but both Stephen King's "Rose Madder" (Horror) and Patricia McKillips "The forgotten beasts of Eld" (Fantasy) are books that deeply moved me. Where King's novel is rich in action and suspense, as you can expect it from this master, McKillip's book builds up slowly and in a way never seems to gain real momentum, we stand somehow remote from the course of action. The tension exists on a deeper level. Now what's interesting in both books is that they contain deep insights into human relationships, especially the classic "scenes of a marriage" topics are taken up from new - or should I say "current" angles. The genres more or less are only the medium of transportation and sometimes even obscure the classical relationship dramas that are underlying. So far, no big news, the more I come to think of it, this technique must be in use for ages - think of fairy tales - and I am the last to notice it thanks to my ignorance during some lessons at school.

That said, the aforementioned books definitely belong to the category "worth reading" since they are outstanding both in terms of technical execution, plot and message. Hmm, I might have saved some lines in order to make that point...

On another note, my visit to a Chapters book store in Calgary didn't really pay off. Sure you go off with some books you kinda fancied for some time but not finding so many good books in seemingly broad selection made me really think. This store served more like a decoration for the integrated Starbucks coffee shop than as a repository for interesting literature or even discoveries. The lack of competent sales agents, being replaced by Mac-based kiosks added to it. I direly miss the McNally bookstore on 8th Ave.

And just to make it a true rant, no, the HMV media store (yes, they do have DVDs, video games and other time killers) also does not live up to the expectation. I don't expect a long tail selection but even the head of the curve wasn't properly represented. And don't you dare and try buying classical music...

Btw there might even be some older people to whom the headline of this post should sound familiar.

Posted by tilman.haerdle at 10:59 AM | Comments (0)

January 7, 2009

Fernsehen in Kanada oder: Ein Hockeyspiel dauert 2 Stunden

Ja, ein Hockeyspiel dauert 2 Stunden. Oder zweieinhalb. Ganz einfach: 60 Minuten Spiel. Dazwischen 2x20 Minuten Pause. Und während der Drittel nochmal Werbeunterbrechungen und Pausen, Wechsel etc. So wird das Ganze echt abendfüllend. Aber man verpasst auch nicht so viel, wenn man erst eine Stunde nach Spielbeginn zuschaltet.

So geht es einem eigentlich generell hier: Es ist komplett egal, ob man einen Film pünktlich ansieht oder erst später zuschaltet. Denn da eh alle 10 Minuten Werbung läuft, sieht man den Film eher unter dem Aspekt: "War die Szene jetzt spannend?", "Der Michael Douglas sah da aber noch jung aus!" als wirklich ernsthaft der Handlung zu folgen. Das hat sein Gutes: Fernsehen wird einem hier so egal, daß man jederzeit ausschalten kann, denn man ist nicht mehr wirklich involviert. Dazu kommt, daß der Film wahrscheinlich auf einem anderen Kanal zeitversetzt ausgestrahlt wird. Also alles halb so wild.

Ich bin gespannt, ob sich diese Art fernzusehen auch in Europa durchsetzt, oder ob wir bei unserem Senderschema bleiben.

Eine Besonderheit würde ich allerdings auch gerne bei uns sehen: CityTV. Ein Fernsehsender nur für eine Stadt. Mit Splitscreen. Auf einer Seite Nachrichten, auf der anderen Seite nur Bilder relevanter Kreuzungen und Strassenstücke. So weiß man gleich, wie lang der Weg zur Arbeit wird. Dazu im Infodisplay das aktuelle Wetter, Temperaturen, Sportergebnisse. Das ersetzt die Bild-Zeitung komplett. Und Zeitungen wie die FAZ kann ich hier nicht lesen, da meine Aufmerksamkeitsspanne im Minutentakt auf Null sinkt. Schon dieser Absatz hier war wieder Schwerstarbeit, fast schon zu viele Zeilen am Stück. Zum Glück kann man während des Tippens Pausen machen.

Posted by tilman.haerdle at 6:56 AM | Comments (0)

January 3, 2009

Schnäppchenjagd, Ökobilanz und Gedankenlosigkeit

Im sogenannten Dreiland, dem Grenzgebiet von Schweiz, Frankreich und Deutschland gibt es so einige "Wettbewerbsvorteile" für die dort lebenden Menschen. Von der unvergleichlichen Landschaft mal abgesehen ist es rein finanziell wirklich attraktiv, die drei Länder gegeneinander auszuspielen. Leben in Frankreich oder der Schweiz (wegen der Steuern), arbeiten in der Schweiz (Einkommensmaximierung) und Einkaufen in Deutschland, Aldi & Co. sei Dank.

Ganz besonders attraktiv ist natürlich, daß Personen, die in der Schweiz leben, sich an der Grenze auch noch die in Deutschland gezahlte Mehrwertsteuer für Ihre Einkäufe erstatten lassen können.

So bekommt man den Tag garantiert immer anregend rum, denn ein Schnäppchen kann man so überall machen. Und das bißchen Stau am Autobahnzoll, oder die Autoschlangen, die sich durch Riehen oder durch Kleinhüningen quälen, gehören da einfach dazu.

Natürlich, diese Sicht der Dinge kann nur ein Deutscher haben, der in Deutschland lebt und arbeitet. Der damit von einigen dieser Privilegien ausgenommen ist. Ist das so?

Nun ja, privilegiert kann man auch in Deutschland sein. Landschaft: Prima. Essen: super. Einkaufen, auch Bio: gleich auf der anderen Strassenseite, fußläufig. Infrastruktur: in angenehmer Entfernung alles vorhanden.

Also, was soll dann das Genöle?

There is no free lunch.

Jeder, der sich oben beschriebene Arbitrage-Effekte zunutze macht, verschafft sich Vorteile. Das ist auch völlig in Ordnung. Einige dieser Vorteile gehen jedoch zu Lasten anderer.

  • Wer sich der Steuerpflicht eines Landes entzieht, obwohl er dessen Infrastruktur nutzt, belastet die übrigen, die dies nicht tun, stärker.
  • Wer sich glücklich schätzt, bei der "Butter-Fahrt" aus der Schweiz nach Deutschland auch noch günstiger an Bio-Lebensmittel zu kommen, am besten Demeter, übersieht, daß er durch die teilweise 10km Anfahrt einen gut Teil der positiven Ökobilanz der Bio-Lebensmittel zunichte gemacht hat.
  • Überhaupt die Öko-Bilanz: Wenn jeden Tag auch nur 1000 Basler PKWs nach D zum Einkaufen fahren, sind das bei 10 gefahrenen Kilometern gleich mal 10.000 km pro Tag. Bei 10Litern Spritverbrauch auf 100 km sind das 1000Liter Treibstoff. Jeden Tag. Und 1,8 Tonnen CO2. Bei 300 Shopping-Tagen sind das 300.000 Liter im Jahr. Verblasen wegen ein bißchen Kostenvorteil. Für oftmals schlechteres Essen. Da braucht es keine Hybridautos oder sonstige High-Tech-Anstrengungen. Da reicht Umdenken. Von der durch kürzere Wege gesparten Lebenszeit will ich gar nicht reden.
  • Daß die Basler Einzelhändler über die Kaufkraft, die nicht bei ihnen, sondern auf der anderen Seite der Grenze eingesetzt wird, nicht glücklich sind, ist klar. Da müssen dann natürlich die Preise steigen, oder die Einkaufspreise gedrückt werden. Nur, Einkaufspreise drücken bedeutet, daß Erzeuger weniger bekommen. Und irgendwo, am Ende dieser Kette, arbeiten Menschen, die aus Kostengründen weniger Gehaltserhöhung bekommen. Oder noch qualifizierter sein müssen, um in dem kompetitiven Umfeld bestehen zu können. Wer also Geld sparen will, dreht sich in letzter Konsequenz den eigenen Geldhahn zu.

Worum es am Ende geht: Irgendwer zahlt immer die Zeche. Und auch wenn wir meinen, daß wir jetzt aber wirklich mal besonders clever waren, kann es uns doppelt und dreifach treffen. Die Finanzkrise ist einfach das beste Beispiel: Die Gier der Banker ist am Ende kein Deut verwerflicher als die Gier der vielen Kleinanleger oder Hausbauer, die meinten, den dargebotenen Vorteil, den Superzins, was auch immer, gebe es umsonst.

Müssen wir jetzt zum Radikal-Öko werden, nur noch Radfahren und kratzige Wollsocken aus heimischer Produktion tragen? Nope. Aber jeder sollte sich des eigentlichen Preises bewußt sein, den er zahlt.

Mein jährlicher CO2-Footprint liegt bei ca. 12 Tonnen. Weil ich immer noch ca. 30TKM PKW fahre. Ich könnte noch mehr Zug fahren. Dann könnte ich aber weniger Termine wahrnehmen, und es ist wahnsinnig lästig, die letzten 50km von einem ICE-Bahnhof aus mit Bummelzügen zu fahren. Da ist der Mietwagen viel bequemer. Diese 30TKM verursachen bei einem Diesel mit 8 Liter Verbrauch 6,48 Tonnen CO2. Der Preis der Bequemlichkeit und des Komforts. Selber nachrechnen? Hier.

Posted by tilman.haerdle at 9:08 PM | Comments (0)

March 27, 2007

ADC-Awards 2007

Funktionierende Werbung

Als Ehemann einer Werberin kommt man nicht umhin, öfters mal in intensiven Kontakt mit der Werbeszene zu geraten. So auch vergangenes Wochenende, als wir die Verleihung der ADC-Awards und die anschliessende After-Show-Party besuchten. Für 170 EUR Eintritt (ja, drei Stellen, eins-sieben-null, pro Person) dürfte man ja auch eigentlich eine Show der Superlative erwarten, Essen vom Feinsten und eine Party, die jeder Beschreibung spottet.

Nun ja: Die Werbung hat funktioniert, wir haben die Eintrittskarten gekauft und sind hingegangen.

Die Award-Verleihung war auch technisch gesehen wirklich perfekt. Die multimediale Präsentation der preisgekrönten Werbungen war mehr als gelungen und die Preisträger haben ihre Preise sicher mit der selben Berechtigung erhalten wie Oscar-Preisträger. Fehlentscheidungen kommen vor, bewegen sich jedoch innerhalb der Bandbreite persönlicher Vorlieben, die nunmal auch Jurymitglieder haben. Computer: 100% MacBook (Pro)

Soweit zum Positiven.

Moderiert wurde die Veranstaltung von Thorsten Schorn, einem 1Live-Moderator, der versuchte, auf den Spuren von Billy Crystal zu wandeln und mit (improvisierter?) Stand-Up-Comedy Stimmung in den Saal bringen sollte. Das gelang teilweise, scheiterte jedoch auch öfters und der eher schnoddrige Moderationsstil trug seinen Teil dazu bei, daß die eigentliche Übergabe der Preise eher dem Austeilen von Essensmarken als einer Preisverleihung glich. Gut, daß die Preisträger mitzogen und ihre "Nägel" mehrheitlich "en passant" abgriffen, gelangweilt-verlegen auf dem Podium standen und nur ganz wenige Preisträger mal das Wort ans Publikum richteten. Da die Zeit auch so knapp bemessen war - eigentlich wollten offensichtlich alle gleich mit der Party anfangen - war auch keine Zeit für mehr. Glamour? Emotion? Weitgehend Fehlanzeige. So kam es, daß bis auf einige herausragende Juryvorsitzende eigentlich niemand in Erinnerung blieb. Und damit war die Award-Zeremonie nach 3 dahinplätschernden Stunden auch schon vorbei.

Die After-Show-Party war da mit Sicherheit gelungener. Partys stehen und fallen mit der Anzahl und Zusammensetzung der Leute, die man kennt und kennenlernt und hier boten sich genügend Gelegenheiten. Reichlich unbemerkt fand der Auftritt eines Duos mit dem Namen "Morgen" statt (selten einen Bandnamen getroffen, der weniger gut geeignet ist, um auf Google gefunden zu werden... Schlecht für Newcomer). Introvertierter Computerfreak plus süßes Mädchen, das sang wie Björk und sich bewegte wie Joe Cocker. Die Musik war besser als es diese Beschreibung vermuten läßt. Hinterher ein DJ, der es schaffte, auch aus normaler Popmusik wummernde Bassorgien zu generieren. Doch auch eher mußte dem Bedürfnis nach Mainstream seinen Tribut zollen. Und das in Berlin, wo die Elektro-Musik-Szene so exquisit ist.

Essen und Trinken? Unspektakulär, ein nettes Buffet halt, ohne jedoch irgendwelche AHA-Erlebnisse auszulösen. Buffets sind sowieso derart lustfeindlich, daß selbst ausgezeichnetes Essen nur halb so gut schmeckt, weil man selbst für die Darreichung auf dem Teller verantwortlich ist und dank langer Schlangen der Teller unweigerlich mit Bergen von Essen beladen wird, um nicht mehrfach anstehen zu müssen. Imbiß im Stehen... Getränke gab's auch, genügend, und Currywurst: mieser Chef, tolle Wurst.

Zusammengefasst ist diese Veranstaltung mit Sicherheit ein nettes Klassentreffen für die Kreativabteilungen der großen Agenturen. Als Branchenfremder ist man eher deplaziert, auch wenn man durch den einmaligen Besuch der Veranstaltung einiges lernt. Und wer auch in Deutschland Glamour haben will, der muß nur mal sehen, wie Echo, Bambi und Konsorten abgewickelt werden. Ein Schelm, wer jetzt denkt, daß gerade die Werber keinen Sinn für Dramatik haben.

Sascha Lobo war übrigens auch kurz da, aber er hat noch nicht mal drüber geschrieben, wenn ich das richtig mitbekommen habe.

Daß es auch besser geht, zeigten die von uns besuchten Pre- und After-Show-Partys an den Tagen davor und danach. Nette, loungige Events in schönen Büros, man fühlt sich versucht, sie als Lounge-Office zu beschreiben, und fühlt sich wohl.

Posted by tilman.haerdle at 9:59 PM

March 15, 2007

Stöckchen

Ich finde Webmeme total bescheuert. Dieses mache ich nur mit, weil es von Axel kam.

Wo warst du am...

  1. November 1963

Kein Ort. Nirgends.

  1. Mai 1975

Genau. Schule. Die Awareness für gesellschaftliche Themen reichte da nicht weiter als bis zum Mittagessen.

  1. April 1986

Auf dem Fahrrad. Im Regen. Hat mir nicht geschadet - zumindest bis jetzt nicht.

  1. August 1993

Laut Wikipedia ist da nix relevantes passiert. Aber Stewart Granger starb. Und ich war wahrscheinlich am Arbeiten. Nicht in der Uni.

  1. September 2001

Im Büro. "Hey Tilman - guck mal auf spiegel.de". Website nicht erreichbar. n-tv.de, bild.de etc. al the same. Zuhause bis in die Puppen vor dem Fernsehen gesessen, zwischenzeitlich betroffen mit Freundinnen diskutiert. Wir waren alle unglaublich betroffen.

Kennst du die Ereignisse, die zu all diesen Daten gehören? Wie gesagt - mit dem vorletzten kann ich nix anfangen. Und das Ereignis 1975 - selbst wenn ich es wüßte, fände ich es wahrscheinlich nicht so wichtig.

Und ich behalte den Prügel jetzt.

Posted by tilman.haerdle at 10:55 AM

February 3, 2007

Bahn - Luxus und Last

Reisen mit der Bahn stellt einen gewissen Luxus dar.

  • Man muß nicht selbst fahren
  • Man hat einen oft komfortablen Arbeitsplatz mit Tisch und Strom
  • Man bekommt Essen und Getränke serviert.
  • Der Fahrpreis ist entgegen allen anderen Aussagen günstig.
  • Die DB-Lounges sind eine feine Erfindung.
  • In der ersten Klasse gibt es jetzt kostenlose Pralinen und Erfrischungstücher. Man fühlt sich wie in der Economy-Class der Lufthansa.

Andererseits hat man auch mit diverser Unbill zu kämpfen:

  • Das Reisen in Zügen unterhalb IC ist eine Zumutung. Auch und gerade, weil man dann in vollen Kontakt mit dem Prekariat kommt. Und bei aller Unvoreingenommenheit: Viele Leute machen es einem echt schwer, sie wohlwollend anzusehen. Man wundert sich wirklich, ob diese Menschen sich manchmal von außen ansehen und sich fragen, welchen Eindruck sie auf andere machen. Und das hat wenig mit Kleidung und viel mit Verhalten zu tun. Von Benehmen will ich hier noch nicht mal reden.
  • Die Bahn hat offensichtlich seit Februar keine Verträge mehr mit der Telekom, die Hotspots werden nun von Arcor, Vodafone und TheCloud betrieben. Großer Minuspunkt, wenn man grade mal nicht mit dem Handy ins Netz will.
  • Verspätungen führen gerade dann, wenn man umsteigen muß, oft zu richtig großen Verzögerungen. Eine Stunde ist da gar nichts

Banale Erkenntnisse. Aber worüber soll man sonst schreiben, wenn man gerade mal wieder in einem 2 Stunden verspäteten Zug sitzt...

Posted by tilman.haerdle at 4:57 PM

February 1, 2007

McK Wissen - Ausgabe "20152

Seite 62 - über die Zukunft der Arbeit. Unbedingt lesenswert, speziell für Leute, die notorisch gegen Büros sind und verteiltes Arbeiten bevorzugen. Da muß ich mich leider vom Saulus zum Paulus wandeln. Nicht wegen des Artikels, sondern weil der sich mit den eigenen Erfahrungen deckt. Bring die Leute an einen Ort und sie befruchten sich gegenseitig. Soft factors, hard facts.

Posted by tilman.haerdle at 10:08 AM

January 11, 2007

Jetzt weiß auch ich was "SCNR" heißt

http://de.wikipedia.org/wiki/ListederAbk%C3%BCrzungen_(Netzjargon)#S

Posted by tilman.haerdle at 1:36 PM

Produkte, die funktionieren, Teil 1: Abflussreiniger

Lange hegte ich Zweifel, ob man der Werbung auch nur ein Wort glauben darf. Aber es ist so: Ein Abflussreiniger - auch einer von Schlecker, no name, macht den Abfluss frei. Man darf nur nicht zimperlich sein: 1 Liter reinkippen, 4 Stunden warten, danke.

Note: 1 Umweltverträglichkeit: das möchte ich jetzt nicht wissen

Posted by tilman.haerdle at 8:42 AM

January 9, 2007

Apple hat wieder Geschichte geschrieben

Das muß man schon so sagen. Das iPhone ist der Anfang einer wirklich von jedem benutzbaren Klasse von kompakten Kommunikationsgeräten.

  • Das Telefon ist so gut mit dem Adressbuch integriert, daß es endgültig keinen Informationsverlust mehr gibt zwischen Telefon und Computer.
  • Der iPod schlägt alles, was man an tragbarem Musikspieler kennt.
  • Der Browser mit Widgets ist genau so, wie auf einem normalen Computer.

Soweit sicher alles nett, aber einfach nur eine Kombination vorhandener guter Ideen. Doch das User Interface ist genau das, was dieses Gerät ausmacht. Ein Sensor, der merkt, wenn man sich das Gerät ans Ohr hält. Ein Display, das auch auf Gesten reagiert. Automatisches Drehen von Bildern und Videos, wenn man das Gerät quer hält. Alles so, wie man es sich erwarten würde, wie es bisher jedoch nicht war.

Jetzt noch UMTS/HSDPA. Wimax. Noch mehr Auflösung. 20x mehr Speicher. Die Zukunft wird sehr spannend - denn was wird nun der Mitbewerb machen?

Posted by tilman.haerdle at 8:40 PM

eBay Bestshot

Casio hat eine Marktlücke erkannt. Deren neueste Kamera, die Exilim EX-V7 bietet ein spezielles Motivprogramm "eBay Besthot", mit dem Objekte automatisch im Makromodus fotografiert werden und die Bilder in für eBay optimierter Größe gespeichert werden. Zudem liegen sie in der Kamera in einem speziellen eBay-Ordner.

Siehe dazu diesen Artikel.

Jetzt sollten die Bilder nur noch drahtlos auf den Rechner übermittelt werden, denn wer schleppt schon immer Kabel mit...

Jetzt frage ich mich: wann kommt die Casio-Kamera, die für Flickr optimiert ist? Wahrscheinlich vor der Kamera, die endlich auch mal vernünftige Blendenöffnungen unterhalb 3,2 anbietet :(

Posted by tilman.haerdle at 8:59 AM

January 8, 2007

Nett sein oder: der Preis, preiswert zu sein

Ein mir auch persönlich nahestehender Geschäftspartner beklagte sich kürzlich bei mir, daß die Handlungsweise bestimmter Personen meines Unternehmens ihm gegenüber enttäuschend gewesen sei. Er sei, und das sei heutzutage besonders wichtig, doch immer nett gewesen. Und wir hätten ihn so unpersönlich abserviert, nachdem er lange Jahre und viel Mühe investiert hat, um unsere Produkte zu vertreiben - erfolglos. Ich war natürlich betroffen. Kaum hat man ein Unternehmen, das mehr als 3 Festangestellte beschäftigt, schon wird man von Weggefährten, die immer noch Einzelkämpfer sind, als unmenschlicher, herzloser Kapitalist beschimpft. Dabei ist nett sein doch so wichtig:

  • den Kunden stundenlang beraten, welche Digitalkamera die richtige ist - kostenlos
  • generell bei jedem Produktverkauf eine kostenlose Schulung obendrein geben
  • kostenloser Support
  • kostenlose Anfahrt
  • gerne auf Rabattwünsche des Kunden eingehen
  • Zahlungsziele immer etwas freizügiger auslegen

Man kann in dieser Reihung sicher weitere Beispiele finden. Klarer Fall: es ist schwer, "Nein" zu sagen. Dem Kunden nicht entgegegenzukommen. Insbesondere auch dann, wenn der Wettbewerb hart ist und der Mitbewerber Sekt verspricht, wir aber nur von Selters reden. Sprich: dem Kunden die Wahrheit über Aufwand und Kosten sowie dessen zu bringenden Einsatz sagen.

Klar ist: Der Kunde profitiert gerade im Geschäft mit Investitionsgütern von langfristigen Partnerschaften. Der Lieferant ist Kompetenzträger und starker Partner. Wer seinen Lieferanten an der kurzen Leine hält, gefährdet dessen wirtschaftliche Existenz. Wer als Lieferant nicht auf seine Rentabilität achtet, sorgt langfristig dafür, daß er seinen Kunden keinen guten Service bieten kann. Nur, wer durch Wachstum gesunde Strukturen aufbaut, die entpersonalisiert sind und auf diese Weise "Toleranz" gegenüber Situationen wie Urlaub, Krankheit etc. aufbauen kann, schafft langfristig einen stabilen Einkommensstrom. Und schafft Arbeitsplätze. Und das ist wesentlich netter - im Sinne gesellschaftlicher Verantwortung - , als andere LoserEinzelkämpfer weiter in ihrer Subsistenzwirtschaft zu unterstützen.

Es kommt nicht darauf an, nett zu sein, sondern preiswert. Die Leistung muß stimmen. Denn wenn eine Leistung - Produkt oder Service - nicht stimmt, kann sie noch so billig sein, sie ist zu teuer. Wenn der Kunde mit dem von mir gelieferten Produkt seinen Job besser erledigen kann, meßbar, dann ist das Produkt seinen Preis wert. Das ist nachmessbar. Und dann ist die Investition ein einfaches Rechenexempel: wenig Geld rein, mehr Geld raus. Das ist alles, was zählt.

Damit wir uns richtig verstehen: ich bin oft zu nett. Aber ich gebe mir alle Mühe, nicht mehr so nett zu sein. Damit es meinen Kunden besser geht. Und natürlich auch mir (i.e. meiner Firma). OK?

Posted by tilman.haerdle at 12:37 PM

January 4, 2007

Transparenz

Chris Anderson vertritt einen radikalen Gedanken. In die selbe Richtung geht Eric von Hippel mit Democratizing Innovation.

In Zeiten, in denen viele aus Angst vor Industriespionage, aus Angst vor dem Mitbewerber mit Verschwiegenheitsvereinbarungen nur so um sich werfen, ist das ein Ansatz, der nicht nur radikal, sondern erstmal nicht besonders klug erscheint.

Doch gemessen am Charakter der Innovation, wie sie sich in den meisten Fällen manifestiert, nämlich inkrementell, wird dieser Standpunkt schon viel vernünftiger. Indem ich den Kreis von Instanzen, die mir wichtig sind, nicht nur Kunden, sondern möglicherweise auch Geldgeber/Investoren, proaktiv von meinen Innovationsaktivitäten in Kenntnis setze und Gelegenheit zur Teilnahme an diesem Prozess gebe, nutze ich nicht nur "wisdom of the crowds"-Effekte, sondern ich erhalte frühes Feedback um möglicherweise in die falsche Richtung gehende Entwicklungen entsprechend korrigieren zu können. Natürlich ist frühes Feedback mit Vorsicht zu geniessen, weil der Kreis sich intensiv mit einer Produktentwicklung auseinandersetzenden Personen nicht dem Durchschnitts-Nutzerkreis entspricht.

Dennoch: ich bin der Ansicht, daß die Vorteile hoher Transparenz mögliche Nachteile aufwiegen, die durch pures Kopieren entstehen. Denn selbst dann, wenn Kopieren faktisch möglich ist, weil das Produkt stofflich vorliegt, gehört mehr dazu, als ein Produkt in einem Aspekt, beispielsweise der Form, zu kopieren. Sie dazu auch die Erfolgsgeschichte der MMG.

Posted by tilman.haerdle at 9:23 PM

January 3, 2007

Respekt

Als Familienvater, der derzeit nicht arbeitet, sondern Kinder hütet, könnte man leicht versucht sein, über diesen Zustand zu jammern. Keine persönliche Freizeit vor 20:30. Irgendein Kind schreit, heult oder quengelt immer. Und am Ende des Tages ist man so erschöpft, daß die Lust, sich jetzt noch kreativ zu betätigen, einfach weg ist. Andererseits ist alles eine Sache der Einstellung: Nimmt man die Situation wie sie ist, macht das Beste draus und sich und den Kindern einen abwechslungsreichen Tag, kann es richtig Spaß machen. Vor allem, weil Kinder selbst an Banalitäten wie Staubsaugen Freude haben.

Aus diesem Grund: Respekt für alle Mütter und Väter, die dann, wenn die Kinder im Bett sind, noch was Substantielles erledigen können. Ich trinke jetzt ein Bier und gucke ein Video.

Und morgen wieder in alter Frische...

Posted by tilman.haerdle at 8:24 PM

Parallels - zwischen Lust und Frust

Derzeit arbeite ich nebenher an einem neuen MacBook von Apple. Es ist so verheißungsvoll: gleichzeitig Windows und Mac OS auf einem Rechner nutzen. Das Beste aus beiden Welten. Eigentlich muß ich ja mehrheitlich unter Windows arbeiten, aber der Mac hat natürlich nicht nur optisch, sondern auch softwaremäßig so seine netten Seiten. Aber das ist eine andere Diskussion.

Was mich beschäftigt ist vielmehr, ob die Virtualisierungssoftware Parallels wirklich praxistauglich ist. Seit heute arbeite ich mit dem Build 3106. Dieser läuft absolut stabil, meine externe USB-Festplatte wird auch erkannt und so bin ich endlich in der Lage, all dies zu tun, was ich schon immer tun wollte: Gleichzeitig auf zwei Systemen zu entwickeln, zu testen und generell immer dort zu arbeiten, wo gerade etwas vorwärtsgeht. Außerdem bootet Parallels schneller als meine derzeitige Windows-Kiste und auch der Ruhezustand ist schneller. Sehr nett ist auch, daß sich die Aufösung des Windows-Systems immer an die aktuelle Fenstergröße anpaßt, falls man nicht im Vollbild arbeitet

Im Detail findet man jedoch noch die eine oder andere Schwäche, so funktioniert komischerweise das Browsen von Albumcovern unter iTunes in der Windowsumgebung nicht. Auf dem Mac gehts logischerweise, dafür werden dort keine NTFS-Volumes beschreibbar gemounted.

Aber insgesamt ist mir aktuell noch nichts vorgekommen, was der totale Showstopper gewesen wäre. Es klappt einfach. Da frage ich mich nun nur noch, ob ich nicht am Ende den Mac zu 98% als Windows-Rechner nutzen werde... Vor allem, wo ich damit meine Festplattenkapazität verdoppeln könnte. Denn für eine 30GB-Festplatte benötigt Parallels nur 15 GB Speicherplatz...

Posted by tilman.haerdle at 12:14 AM

January 1, 2007

Abonniert

Die brand eins.

Wer bereit ist, zu lesen, profitiert bei dieser Zeitschrift tatsächlich von der auf den Inhalt verwendeten Zeit. Und aufgrund der Länge und Tiefe der Beiträge, nicht nur der Leitartikel zum Schwerpunktthema, sondern auch der begleitenden Artikel, lohnt es sich, die Zeitschrift in Papierform zu lesen. Der monatliche Erscheinungsrhythmus begünstigt die vollständige Lektüre.

Wer kennt weitere Zeitschriften, die ähnlich lesenswert sind?

Ja, ich bin mal wieder enthusiastisch. ;-)

Posted by tilman.haerdle at 11:28 PM

November 20, 2006

Wenn man in einem Haus mit Garten wohnt...

... dann muß man ziemlich exotische Dinge tun, z.B. die Dachrinne reinigen. Exotisch auch unter dem Aspekt, daß die vorher in dem Haus wohnenden Parteien das zu exotisch fanden, um es selbst zu tun. Anders kann ich mir nicht erklären, daß der Schmodder in der Rinne roch wie eine mittelgroße Kläranlage (und meine manikürten Hände trotz Seifenbehandlung noch Stunden später genau danach rochen).

Ich halte daher Gärten mit Nadelbäumen auch für die deutlich pflegeleichtere Alternative. Haben wir auch. Aber damit meine ich weder Lärchen (nadeln jährlich) noch Eiben (sind giftig) :(

Posted by tilman.haerdle at 12:18 AM

Netter hang-out für einen Sonntagnachmittag

Auch und gerade, wenn man auf musikalische Früherziehung Wert legt, ist der Hot Jazz Club im Hafenviertel von Münster eine gute Adresse.

Auch sonst ist die Gegend ganz nett. Schade nur, daß der Show room von Coppenrath nur für Firmenkunden ist. Manche Minderjährige bekommen schon alleine von dem ca. 3m großen Hasen Felix leuchtende Augen, die Erwachsenen eher vom Kronleuchter und dem restlichen Ambiente...

Posted by tilman.haerdle at 12:13 AM

September 1, 2006

Quartier 206 und der Luxus [Updated]

(Da meine Leserin behauptet, meine Argumentation sei unverständlich, hier der 15-min Starbucks-Post etwas erweitert)

Gerade im Quartier 206 gewesen. Nett. Gehobene Wohnzimmeratmosphäre - wenn wir mal voraussetzen, daß man ein Haus mit ca. 2000 qm besitzt, was ja durchaus vorkommen soll... Aber eben nur nett. Kein akuter Kaufdrang. Kann natürlich daher kommen, daß ich mir Schokolade für 48 EUR nicht leisten will und Anzüge für 2000 EUR nicht leisten kann (sich leisten können = etwas kaufen, ohne daß dadurch der Finanzhaushalt außer Fugen gerät). Aber selbst, wenn ich könnte: Würde ich wollen? Ist Besitz noch Luxus? Folgende Gedanken:

  • Wohnung in der Provence oder Villa bei Wuppertal? Andersrum: Ist es mehr Lebensqualität, in einer großen Villa in der Schlechtwetterzone zu wohnen oder in einem kleinen Haus in einer schönen Gegend?)
  • Mit der S-Klasse im Stau stehen oder mit dem Zug erster Klasse 20 min Verspätung haben? Oder: Kommt es darauf an, mobil zu sein oder ein großes Automobil zu besitzen (ja, mit Chauffeur sieht alles anders aus, aber selbst dann ist in D das Risiko eines Staus größer als das einer Zugverspätung)
  • Staubsaugen oder Putzfrau? OK, wer viel Kohle hat saugt eh nicht selbst.
  • 30 Hemden a 100 EUR selber bügeln oder 20 Hemden a 50 EUR bügeln lassen? Auch das ein blöder Vergleich. Wer viel Kohle hat, bügelt nicht.
  • 5 Tage arbeiten und weniger als 10000 EUR verdienen oder 7 Tage arbeiten und 20000 EUR verdienen (pro Monat)? Ich würde mal behaupten, daß selbst Popstars keine 5 Tage-Woche haben. Na gut, 7 Tage die Woche mit Groupies rummachen, mag nett sein, aber dennoch: Arbeitest Du noch oder lebst Du schon?
  • Um 8 aufstehen oder um 6? Parallel zu obigem Statement: Will ich mich quälen oder entspannt arbeiten?
  • Interessante Herausforderungen lösen - aber nicht zu viele auf einmal?
  • Leben, solange man jung ist oder erst mit 40 alles hinter sich lassen? Hinter sich lassen = nicht mehr arbeiten, nur noch Privatier sein. Eine Frage des Rhythmus, weniger von Besitz vs. wahrer Luxus.

Ich möchte nicht ausschließen, daß es Leute gibt, die materiell exzellent dastehen und trotzdem den Luxus besitzen, Zeit zu haben? (Ganz ohne Geld macht das Leben auch keinen Spaß) Aber für uns andere - was ist wichtiger - Besitz oder Zeit?

Es könnte jetzt zu denken geben, daß auch Vivienne Westwood (erster Zitatabsatz) nicht Besitz als den wahren Luxus empfindet. Und Frau Lippert von American Spirit auch. Wer also - nach seinen Maßstäben - genügend besitzt, strebt nach anderen Zielen.

Posted by tilman.haerdle at 6:55 PM

Börne und die Blogger

Ludwig Börne schreibt: "Nehmt einige Bogen Papier und schreibt drei Tage hintereinander ohne Falsch und Heuchelei alles nieder, was euch durch den Kopf geht. Schreibt, was Ihr denkt von Euch selbst, von Euren Weibern, von dem Türkenkrieg, von Goethe, von Fonk's Kriminalprozeß, vom jüngsten Gericht, von Euren Vorgesetzten. Nach drei Tagen werdet ihr vor Verwunderung, was ihr für neue, unerhörte Gedanken gehabt, ganz außer euch kommen. Das ist die Kunst, in drei Tagen ein Originalschriftsteller zu werden!"

Der Mann könnte Vorbild für viele Blogger gewesen sein. Lebte aber von 1786 bis 1837. Dave, Du warst nicht der Erste.

Posted by tilman.haerdle at 2:18 PM

August 28, 2006

Anfällig

Ich weiß nicht wieso, aber solche Artikel sprechen mich an.

Das Weingut Tesch besticht denn auch durch einen schönen, schlichten Internetauftritt. Ein echter Showstopper, daß ausgerechnet zum Erscheinen des Artikels in der WAMS die Bestellung des Probierpakets nicht funktioniert hat.

Diesen Artikel fand ich auch interessant. Irgendwie kann man ihn auch im Zusammenhang sehen. Ein weiteres Indiz zu meiner momentanen Lieblingsthese: Einfach, aber nicht simpel. Interessant, wie viele Wort man dann auch wieder darum machen kann. Zum Beispiel hier. Nett ist aber: Ein vertikaler Duft. Ein Pflock in der Erde.

Posted by tilman.haerdle at 8:34 AM

August 19, 2006

Medienkonsum - MTV

Normalerweise hat man als Familienvater den Sender MTV ja überhaupt nicht mehr auf der Reihe. Doch unverhofft kommt oft und so hatte ich heute die Gelegenheit, MTV zu sehen. Offensichtlich kommt so ein Sender nicht ohne länglich Making-of-Stories aus, und so ging es um Justin Timberlakes "Sexy Back", was zugegebenermaßen zu den besseren Videos gehört. Natürlich eine chaotische Schnittfolge, die für Mittdreißiger schon zu schnell ist, aber zumindest die Musik ist cool. Und wir wissen jetzt, daß es im Musikgeschäft nur um Geld geht und bis 6:30 morgens gearbeitet wird.

Interessanter für die Seniorengeneration ist jedoch das Feature "25 years on MTV", das jeden Tag ein weiteres Jahr der MTV-Historie im Rückblick zeigt. Heute und morgen: 1990 und 1991. Die Goldenen Jahre. Perlen wie "Unfinished Sympathy" von Massive (damals noch ohne "Attack") oder "Unbelievable" von EMF sind hier genauso nochmal zu bewundern wie "Freedom" von George Michael oder "Killer" von Adamski - der Karrierebeginn von Seal. Das alles präsentiert von Markus Kavka und man bekommt so ein richtig heimeliges Gefühl. Fehlt eigentlich nur noch Ray Cokes. Und laut Website graben Sie den sogar wieder aus.

Interessant genug, daß man irgendwann auch zum Fan von Oldies wird, wobei die ja erst 16 Jahre alt sind. Und während Depeche Mode ja immer noch aktiv ist, sind The KLF leider in der Versenkung verschwunden.

 

Posted by tilman.haerdle at 8:31 PM

August 18, 2006

Messages from Austria - Wiener Stuck und Badener Biedermeier

Wer in Wien und Umgebung unterwegs ist, der weiß um die vielen schönen Straßenzüge hier. Zwei Beispiele fielen mir aktuell auf:

Die Wiener Stuckmanufaktur residiert nicht nur in einem schönen Gebäude, sondern ist auch für teilweise sehr schönen Innenausbau und Fassadengestaltung verantwortlich.

Und in Baden findet man immer noch jede Menge schöner Biedermeier-Häuser. Ja, Biedermeier, nicht Jugendstil, wie ich erst lauthals vermutete. Mein Begleiter mußte mich dann vorsichtig korrigieren. Baden ist eine Stadt, die bei überschaubarer Größe sehr nah an Wien angebunden ist und dennoch den kurzen Weg in die Natur bietet. Another possible place to live.

Posted by tilman.haerdle at 5:36 PM

Messages from Austria - Stevia

Man lernt ja täglich dazu. Das große Learning heute: Stevia. Stevia, zu Deutsch Honigblatt, ist eine Pflanze, deren Blätter so süß sind, daß der daraus gewonnene Süßstoff 200-300x süßer ist als Saccharin. Eine Freundin in Wien hat mich auf das Zeug gebracht. Tut man ein paar getrocknete Blätter davon in den Tee, wird dieser richtig süß.

Wie man dem Wikipedia-Artikel entnehmen kann, ist die Süßstoff-Industrie nicht so begeistert. Klar, scheint dieser Stoff doch nicht nur gesünder zu sein, er wirkt blutdrucksenkend und gefäßerweiternd, er ist auch billiger in der Herstellung.

Und nun wieder zur Tagesordnung... Ober, bringen Sie mir bitte noch eine Coke light.

Posted by tilman.haerdle at 5:31 PM

Messages from Austria - Vienna Airport

Nach diversen Enttäuschungen am Wiener Flughafen jetzt immerhin etwas Positives: WLAN ist hier kostenlos. Feine Sache.

Ansonsten: Personal bei Sixt war eher unfreundlich, wenn man Sixt D gewohnt ist, die Rückgabeprozedur des Wagens ist entwürdigend, weil man dabeisteht, während der Mensch den Wagen checkt und die Tarife, die mir vorgeschlagen wurden, sind Straßenraub (340 EUR für 2 Tage Mietwagen unterste Klasse mit Navi. Da wird sich die Buchhaltung von Sixt noch warm anziehen).

Posted by tilman.haerdle at 5:27 PM

August 15, 2006

Always on 2006

WiMAX, UMTS, GPRS, WLAN - man sollte meinen, daß man 2006 endlich permanent online sein kann. Das ist auch tatsächlich der Fall: Wo immer man sich heutzutage stationär aufhält, wird man auf irgendeine Weise Verbindung mit dem Internet herstellen können. Selbst auf dem flachen Land klappt das inzwischen recht gut. Und selbst in kleineren Städten ist UMTS inzwischen verfügbar, selbst in den Randbezirken. Gerade UMTS stellt eine wirkliche Alternative zum langsamen DSL-Anschlüssen dar, daß die Upload-Geschwindigkeiten ähnlich einem vollen DSL-Anschluß sind und der Download mit ca. 40kByte/Sekunde in vielen Fällen ausreicht. Auch der Verbindungsaufbau ist hier hinreichend schnell.

Durch die immer weiter ausgebaute Abdeckung von Cafés oder Lounges mit WLAN kann man sich in großstädten erst recht permanent online aufhalten.

Düster sieht es erst aus, wenn man sich in der Bahn befindet - vom Auto oder dem Flugzeug wollen wir hier gar nicht reden. Permanent schwankende Verbindungen, Funklöcher, Wechsel zwischen GPRS und UMTS, WLANs, die oft nicht richtig funktionieren - hier ist viel Geduld angesagt.

Doch die Bahn kommt und nach Einführung der ersten WiMAX-getriebenen Strecke zwischen Köln und Dortmund bleibt zu hoffen, daß die Bahn diesen Service nicht nur auf andere Strecken, sondern auch auf andere Züge als den ICE ausdehnt. Denn wer im IC fährt, ist weitgehend von der Online-Welt abgeschottet, noch nicht mal Repeater verbessern hier die Verbindungsqualität.

Auf Vor-Ort-Zügen kommt dazu, daß man hier noch nicht mal Strom hat, ein längerfristiges Arbeiten hier ist schwierig - aber dafür sitzt man da selten länger als 1 Stunde...

Fazit: Beweg Dich nicht vom Fleck und alles ist prima. Unterwegs jedoch ist die Zeit für konzentriertes Offline-Arbeiten.

Posted by tilman.haerdle at 9:21 AM

August 13, 2006

BILD ist gelöscht

Ich habe die Bild-Zeitung aus der Liste meiner Firefox-Bookmarks gelöscht. Es ist einfach Zeitverschwendung, das zu lesen.

Ich stelle einfach fest, daß es zwar ganz nett ist zu wissen, worüber das Volk spricht, aber eigentlich hat es für mich keine Bedeutung. Und Trends bekomme ich auch anderweitig mit - da ist die Bildzeitung nicht führend.

Das ist übrigens der erste Post mit Windows Live Writer - gefunden bei Om Malik. Rezension dazu an anderer Stelle in diesem Blog.

Posted by tilman.haerdle at 11:03 PM

August 11, 2006

Verwirr(es)t

ix hat einen Link auf meinen Blog gebracht. In dem betreffenden Eintrag von ihm äußern sich die Kommentatoren jedoch hauptsächlich zu eher, hmm, skatologischen Details. Puuh, also doch nicht slashdotted worden ;-)

Ende der selbstreferentiellen Durchsage.

Das Zitat von Raymond Chandler fand ich aber sehr gut, mir ging es aktuell ja mit Sudoku so, auch sowas total unnötiges. Das Lesen von Chandler wiederum ist meines Erachtens keine Zeitverschwendung, er ist momentan etwas aus der Mode, aber immer lesenswert. Der von ihm propagierte Gimlet ist jedoch definitiv zu "Eighties", um ihn heute noch gut zu finden.

Posted by tilman.haerdle at 10:43 AM

August 6, 2006

N80

Seit dem 4.8. nutze ich nun das Nokia N80. Dieses Gerät ist total ungeeignet für normale Handybenutzer. Es ist nämlich gar keines. In Wirklichkeit ist es ein Computer mit zu wenig Tasten. Wieso das so ist?

  • Es bootet ca. 20 Sekunden
  • es stürzt ab, vornehmlich im Browser
  • es hat eine Fülle unterschiedlicher Anwendungen, darunter Office-Viewer, Email, Weblog
  • es besitzt eine eingebaute Kamera, eigentlich sogar 2, mit Videofunktion, die mehr kann als meine Digitalkamera (zumindest teilweise)
  • es synchronisiert sich mit Outlook
  • man kann RSS-Feeds abonnieren
  • es besitzt mehr Speicher als mein Computer vor 6 Jahren
  • es ist schneller als mein Computer vor 8 Jahren

Kurz gesagt: für Laien ist es eigentlich unbedienbar, die können froh sein, wenn sie damit telefonieren können. Aber ansonsten: Spitzengerät.

Posted by tilman.haerdle at 12:19 AM

August 4, 2006

Verkehrserzieher

Das VDO Dayton Navigationsautoradio ist ein echter Verkehrserzieher. Es zeigt nicht nur an, wo sich der nächste Starenkasten befindet, sondern auch Geschwindigkeitsbeschränkungen auf Autobahnen werden dargestellt und bei zu hoher Geschwindigkeit nörgelt das System mit einem Piepston. Und ich hab keinen Knopf gefunden, das abzustellen. Jetzt sollten sich die Autovermieter nur noch dazu durchringen, die Version mit integrierter Kartendarstellung einzubauen...

Posted by tilman.haerdle at 8:25 AM

July 29, 2006

Handschmeichler

Zugegeben, es piept penetrant (wobei es kein Piepen ist, sondern eher wohlklingende Space-Sounds), aber es sieht cool aus und hat ein euphorisierendes UI. Das LG Chocolate.

Nix f�rs Business, aber pirvat definitiv mein Handy.

Posted by tilman.haerdle at 11:17 PM

July 12, 2006

Damit hört der Quatsch auch mal auf

Mit dieser Lösung sollte auch der hartnäckigste Sudoku-Fan überzeugt sein, daß dieses Spiel reine Zeitverschwendung ist. Kein Intellekt, nur Fleißarbeit. Dann lieber stricken. Spazierengehen. Im Garten arbeiten. Oder vielleicht sogar ein Buch lesen.

Posted by tilman.haerdle at 7:09 AM

July 8, 2006

Dinkel auf französisch

Die Franzosen haben ja einerseits eine bemerkenswerte Brotkultur - Baguette und Croissant sind in Frankreich ungeschlagen schmackhaft - aber im Vollkornbereich sieht's mager aus. Immerhin weiß ich nun - nach immerhin 10 min Recherche - daß Dinkel auf Französisch epeautre heißt - die französiche Wikipedia macht es möglich, wenn man nach spelta sucht, dem italienischen Begriff, englisch spelt, im Deutschen auch Spelz.

Fest steht: ich hab in Frankreich also kein Dinkelvollkornbrot gesehen. Kamut ja, aber kein Dinkel.

Wollte ich nur mal gesagt haben.

Posted by tilman.haerdle at 9:48 PM

July 5, 2006

Hotel

La Maison Blanche - für die anspruchsvollen unter uns. Auf der Yacht schaukelt es auch immer so schlimm, da wollen wir schon auf dem Festland nächtigen.

Insgesamt aber für ein nettes Wochenende auch nicht teurer als ein Trip nach Berlin und dann im Schloßhotel im Grunewald abzusteigen.

Posted by tilman.haerdle at 8:29 PM

April 27, 2006

Bundesbahn

Heute schon wieder mehr als 60 min Verspätung auf dem Weg von Passau nach KA. Man könnte den Eindruck bekommen, daß Verspätungen die Regel sind. Leicht genervt.

Posted by tilman.haerdle at 6:38 PM

Real estate - Passau 2

Being somewhat involved in the real estate business recently I got the basic impression that in the south west of Germany real estate and housing is rather expensive while it gets cheaper the more you go north and east. I have to partly correct myself as I learned that in the hinterland of Passau you might buy a complete hotel with 28 rooms for 198k Euros or a millworks business with 113 thousand sqm of ground for 545 k Euros. Lets move that to Freiburg and I'll start building a house instantly...

Posted by tilman.haerdle at 6:37 PM

Tablecloth at McDonalds - Passau 1

Having the opportunity to visit the far east of western Germany - Lower Bavaria - I felt the urge to have a little breakfast so I went to the restaurant of choice - McDonalds, right next to the river Danube. And it was amazing how locally flavored this place was: truly german waiters, speaking the local tongue. Interiors that reminded me remotely of Hundertwasser or some rural chalked walls. And nicely arranged tables wearing tablecloth and lit candles. Eventually they only prematurely acted on the world cup's motto "Willkommen bei Freunden" but still this was the first time I more felt at home than at a restaurant.

Posted by tilman.haerdle at 6:37 PM

April 18, 2006

Hong Kong - we have a problem

Nach dem ich jetzt mit der Airline des Jahres 2005 und 2006 zweimal von Hong Kong weggeflogen bin, meine ich zu sehen, daß an diesem Flughafen die Wartung der Fluggeräte nicht mit der Sorgfalt vorgenommen wird, wie dies notwendig ist. Jedesmal führten Defekte an relativ wichtigen Bauteilen (z.B. Treibstoffventile) dazu, daß der Flug erst mit 90-120 min Verzögerung starten konnte.

Das ist natürlich ärgerlich. Und so gut die Airline (Cathay) auch sein mag, hier scheint primär der Flughafen ein Problem zu haben. Das kostet echt Lebenszeit, sowas.

Ansonsten bin ich jetzt kinotechnisch wieder einigermaßen up-to-date. Harry Potter 4 ist nicht wirklich gut, Narnia dagegen klasse gemacht, Aeon Flux sehenswert, Memoirs of a Geisha sehenswert, Syriana überbewertet. Aber vielleicht sollte man sich sowas auch besser auf einer Leinwand mit 10 Diagonale ansehen, statt 10cm...

Posted by tilman.haerdle at 8:10 AM

December 4, 2005

Das Holbein-Pferd in Freiburg

Ganz abgesehen davon, daß es im Netz ziemlich merkwürdige Existenzen gibt, zeigt diese Website ein Objekt, an dem ich oft geug auf Fahrten nach Günterstal, zum Skfahren oder zum Wandern vorbeigekommen bin. En echtes Freiburger Unikum.

Posted by tilman.haerdle at 11:30 PM

Built to last

Nach dem derzeitigen Stand der Dinge ist das Holzspielzeug von Fagus hinreichend robust, um die Attacken 2-jähriger zu überstehen. Im Endeffekt ist das gut für den Hersteller, denn damit haben die Eltern einen umfangreichen Katalog zur Auswahl, den sie Verwandten und Freunden als Wunschliste überreichen können...

Posted by tilman.haerdle at 10:05 PM

Der etwas andere Apple-Shop

MacGarden in Pforzheim ist definitiv einen Besuch wert. Nette Lounge-Atmosphäre, alle Apple-Consumerprodukte vorrätig und jede Menge Zubehör, alles zum Ausprobieren.

Posted by tilman.haerdle at 3:46 PM

December 3, 2005

Unterwegs mit Kindern

Ein Urlaub mit Kindern erfordert durchaus gewisse logistische Vorplanungen, weil man ja um das Wohl seiner Kinder besorgt ist. Städte scheiden mangel Spiel-Platz aus, Ferienhäuser mit Pool sind zu gefährlich, Urlaub am Strand kann funktionieren, es sollte aber nicht zu heiß (Sonnenstich) und nicht zu kalt (Lungenentzündung) sein. Schön wenn es Dienstleister gibt, die sich zu dem Thema schon Gedanken gemacht haben. Noch schöner, wenn das ganze auch noch einigermaßen ökologisch daherkommt: Vamos-Reisen bietet hier ein überzeugendes Angebot. Und wenn der Geldbeutel schmal ist, geht man eben auf Sardinien zelten und macht dann einen Ausflugs zu Olii Kahns Jacht im Hafen von Olbia...

Posted by tilman.haerdle at 4:19 PM

November 28, 2005

Mainstream music

In einer spontanen Unterstützungsaktion für die notleidende Musikindudstrie mußte ich mir mehrere CDs allseits bekannter Künstler kaufen:

  • Madonna, Confessions on a dancefloor
  • Robbie Williams, die neue, Titel schon vergessen
  • Depeche Mode, die Neue, Titel schon vergessen
  • David Gray, Life in slow motion

Selbst David Gray wird ja zwischenzeitlich schon im Radio beworben, was ihn jedoch nicht daran hindert, weiter nachhaltig gute Musik zu machen. Hörenswert, erinnert etwas an den frühen Chris de Burgh. Er singt nur angestrengter. Live aber immer ein Erlebnis.

Madonna war der Kauf des Monats. Für Freunde gut gemachter Disco-Musik der absolute Hammer und die ideale Auto-CD. Wer auf abwechslungsreiche oder gar handgemachte Musik steht, ist hier jedoch fehl am Platz.

Depeche Mode war leider ein Reinfall. Bis auf Precious ist die CD eher langweilig, ich weiß nicht, wie oft ich sie mir noch schönhören muß, um sie besser als belanglos zu finden.

Robbie Williams hat sich ja Stephen Duffy als Songwriter geholt. Schlechte Idee. Stephen Duffy will ja gar keine Hits produzieren. Robbie dagegen mit seinem Riesen-Ego ist der Mann für die absolut eingängigen Melodien. Diese Kombination funktioniert nicht richtig. Das Bemühen ist erkennbar, und nach dem dritten oder vierten Hören keimt so etwas wie Wiedererkennung auf. Aber dennoch kein Vergleich zu Escapology - da weiß ich ja selbst den Titel noch.

Posted by tilman.haerdle at 12:14 AM

November 26, 2005

Ich werde alt

Meine Frau hält es für totalen Quatsch, wenn jemand Dinge bloggt, die reinen Ich-Bezug haben. Tagebücher im Internet seien idiotisch. Na gut. Dennoch möchte ich zum Ausdruck bringen, daß mich die heute verkündete Meldung von Daimler-Chrysler geschockt hat: Die Jahrgänge 1951-1953 können bei DC ab dem 1.12.2005 in den vorzeitigen Ruhestand gehen. Das sind nur 15 Jahre von meinem Jahrgang weg. 15 Jahre bis zu Rente. Darauf muß ich erst mal einen Schluck Doppelherz trinken.

Posted by tilman.haerdle at 10:46 PM

Screenspire

Inspririerend.

Ziemlich viele nette Websites in Kürze.

Posted by tilman.haerdle at 10:09 PM

November 21, 2005

Mikrokosmos 2

Bekannte Gesichter sind hier zu entdecken...

Es ist schon interessant, was für eine Anziehungskraft Martinsmärkte entwickeln können. Insbesondere, wenn es so gute Möglichkeiten gibt, die Kinder zu beschäftigen, um in Ruhe selbst einen Kaffee trinken zu können. Gut, daß es sowas bundesweit gibt...

Posted by tilman.haerdle at 12:05 AM

November 20, 2005

Mikrokosmos 1

Gundelfingen hat sich vom Schlaf-Vorort Freiburgs zu einer lebenswerten Kleinstadt mit aktivem, attraktivem und serviceorientiertem Einzelhandel gemausert. Lebens-Wert.

Posted by tilman.haerdle at 11:59 PM

November 14, 2005

Homo homini lupus

Acid-Survivors from Bangladesh

Posted by tilman.haerdle at 10:31 AM

November 11, 2005

UEFA - was ist das denn?

Scoble spricht mit der UEFA.

Und klärt seine Leser auf, was das ist. Ja, liebe Amerikaner, es gibt neben Football und Baseball noch andere Sportarten. In ziemlich vielen anderen Ländern. Und auch in anderen Ländern gibt es Fernseher, Autos und Staubsauger.

Bemerkenswert, wie man immer wieder auf den Boden der Realität zurückgeholt wird. So clever der gute Mann ist, Allgemeinbildung ist seine Stärke nicht.

Crosscheck: Wie heißt der Weltverband für Football? IFAF. Ha, sträwkcüR? Ich bin ja schon ruhig...

Posted by tilman.haerdle at 7:54 AM

November 10, 2005

Pandora for free

Pandora sendet ab sofort auch kostenlos, mit Werbeunterbrechungen. So what. Perfekte Sache.

Posted by tilman.haerdle at 10:39 AM

Noch ein Posting, das langfristige Auswirkungen haben dürfte

http://www.hypercamp.org/2005/11/09#a43

Die Emails von Bill Gates und Ray Ozzie zur neuen Situation, der sich MS gegenübersicht.

Posted by tilman.haerdle at 7:48 AM

November 9, 2005

Infantil

Herr Bisky wurde auch im 4. Anlauf nicht zum Bundestagsvize gewählt. Ein weiterer Tiefpunkt deutscher Politik. Man kann ja zur PDS stehen, wie mal will, aber wenn nun mal traditionell jede Partei einen Bundestagsvize stellen darf, dann auch die PDS. Ausreden von Herrn Westerwelle, daß man jeden anderen PDS-Kandidaten, der nicht Parteivorsitzender ist, gewählt hätte, empfinde ich als sehr fadenscheinig. Das war einfach Schikane der Mitte-Rechts-Parteien. Und daß Herr Bisky mit Tränen in den Augen ankündigt, er wolle kein 5. Mal kandidieren, macht das nicht besser. Schließlich war der Vorgang "business" und nicht "personal". Und daß es nach dem Wahlkampf so kommen mußte, war eigentlich klar. Auch nur den mindesten emotionalen Wert in so ein Amt reinzuinterpretieren, halte ich für überzogen. Wenn Egon Müller mit Tränen verkündet, daß er das Amt des Vorstandsvorsitzenden des Kaninchenzüchtervereins niederlegt, ist das OK. An Profipolitiker muß ich da leider höhere Maßstäbe anlegen.

Posted by tilman.haerdle at 10:01 AM

Erstkäufer

Eine weitere Illusion ging mir gestern verloren, als ich den Auftrag erhielt, einen Leuchtstab für eine St. Martinslaterne zu kaufen. Mir ist noch nicht mal klar, ob das Ding überhaupt Leuchtstab heißt - ein Stab halt mit einer Glühbirne dran, die an einem bunten 2adrigen Draht baumelt. Das Teil soll kleine Kinder davon abhalten, ihre Martinslaternen abzufackeln. Das klappt auch. Vor allem deshalb, weil diese Teile bereits vor dem Umzug kaputt sind, weil der kleine St. Martin Dinge damit anstellt, die die Produktentwickler (von Design will ich nicht sprechen) nie geplant hatten.

Erstaunlicher ist jedoch, daß es neben diesen Objekten im lokalen Bastelbedarf inzwischen eine mittelgroße Abteilung mit St. Martinsutensilien gibt. Lampenböden und Deckelringe, Teelichthalter, normale Kerzenhalter, Holzstäbe, Haltebügel, you name it. Und die konventionelle, nicht elektrifizierte Version ist in der Summe der Einzelteile noch nicht mal halb so teuer wie ein Leuchtstab. Immerhin das beruhigt - hier hat Manufactum noch nicht mit Hochpreisprodukten einen brachliegenden Markt erobert (der Martinslaternenhalter aus 45cm langem rundgefrästem kbA-Zedernholz ist biologisch abbaubar. Er wurde in einer freien Behindertenwerkstätte mit hochwertigem Bio-Bienenwachs imprägniert und übersteht so auch den schlimmsten Novemberregen und verdreckte Kinderfinger klaglos. 1 Stück nur 13,90 EUR)

Posted by tilman.haerdle at 10:01 AM

Rabatte und Dreingaben

Gestern hatte ich eine unheimliche Begegnung der Dritten Art mit der derzeit grassierenden Unart der Hersteller, neue Kunden über Rabatte und Dreingaben zu gewinnen:

  • Pfanni Kartoffelbrei: 4 statt 3 Beutel Kartoffelbrei in einem Paket (und schon rotiert die gute Hausfrau im Grabe. Fertigkartoffelbrei, tststs...)
  • Gilette Mach 3 Turbo Rasierklingen, 8er Pack: Mit dem Kauf dieses Pakets erhalten Sie 3 Ausgaben von Men's Health gratis
  • Nivea Rasierschaum: Kauf 2 zahl 1.
  • Peugeot Weihnachtsgeld: Beim Kauf eines Peugeot gibt's jede Menge Weihnachtsgeld. Spätestens jetzt sollten bitte alle Rückschlüsse darauf, was ich von dem Krempel gekauft habe, aufgegeben werden. Ich habe gestern keinen Peugeot mitgenommen.

Liebe Markenartikler, es ist einfach toll, wie Ihr mich umwerbt. Aber glaubt Ihr ernsthaft, daß solche Aktionen was bringen? Der Käufer bindet sich doch nicht an eine Marke, weil es irgendein Produkt mal 3 Wochen billiger gibt. Entweder kaufe ich Euer Produkt sowieso, weil ich eine Systementscheidung treffe (Gilette vs. Wilkinson) oder es ist mir ehrlich gesagt vollkommen egal, ob ich Pfanni oder Maggi Kartoffelbrei kaufe. Denn der richtige Geschmacksunterschied entsteht erst, wenn ich meinen Kartoffelbrei wieder selber mache. Oder ich entscheide mich aus allen möglichen Gründen für ein Produkt, z.B. ein Auto, aber garantiert nicht, weil ich offiziell 5% Rabatt erhalte, die ich mit Verhandlungsgeschick auch so meinem Autohändler aus dem Kreuz leiere, falls ich scharf auf Rabatte bin.

Wäre ich missionarisch veranlagt, würde ich jetzt was vom Cluetrain erzählen. Ich lasse es aber bleiben.

Posted by tilman.haerdle at 10:00 AM

November 8, 2005

Female power

Hier zwei Blogs, die von weiblichen Bloggern herausgegeben werden. Der eine adressiert spezifisch eine weibliche Leserschaft: Delight.

Der andere richtet sich an Blogger im Allgemeinen: Learning Movable Type.

Beide Blogs sind nicht nur nett gemacht, sondern vor allem auch aus technischer Sicht interessant. Mehr Hintergrundinfos dazu in diesem Podcast

PS: Noch einer: Techie Diva

Posted by tilman.haerdle at 3:05 PM

November 7, 2005

Vor 3 Wochen in Italien und heute schon im Kulturweltspiegel

Rockpolitik ist derzeit der Straßenfeger in Italien. Noch heute könnte ich mir in den Hintern beißen, daß ich die erste Folge verpaßt habe.

Jetzt berichtete sogar der Kulturweltspiegel über die Sendung von Adriano Celentano, die in Italien schon bei der Erstausstrahlung ca. 50% Marktanteil hatte. Angeblich sind es inzwischen 75%. Und alles nur, weil sich Celentano nicht den Mund verbieten läßt.

War ein interessantes Doppelpack mit "Deutschlandspiel", das dann hinterher noch im Zweiten kam.

Posted by tilman.haerdle at 8:13 AM

November 6, 2005

Monbachtal

"Der Wanderweg durch das Monbachtal ist nicht ungefährlich. Wanderer sollten daher geeignetes Schuhwerk tragen." So der Hinweis des Schwarzwaldvereins. Und was ist jetzt geeignetes Schuhwerk? Ich bin mit Asics Gel DS Trainer VIII den Weg entlangegangen. War das geeignet? Oder wären Bergschuhe besser gewesen?

Auf jeden Fall ein lohnenswerter Wanderweg, vielleicht nicht erst nachmittags um 4, wenn es im Herbst schon dunkel wird, und auf jeden Fall sind Kinder im Kinderwag festzuschnallen, falls man diese nicht im Bachbett wiederfinden will. Und der Knaller ist natürlich der zum Freizeitdorf gehörende Spielplatz mit den Wasserspielen.

Posted by tilman.haerdle at 10:31 PM

November 2, 2005

Mein Senf zur Autobahnmaut

Die FDP ist mal wieder ganz clever und will verhindern, daß eine generelle Autobahnmaut eingeführt wird. Die Autobahnen seien ja bereits durch Steuern gebaut worden. Hallo, Herr Westerwelle, und wer hält diese Infrastruktur instand? Von welchem Geld sollen neue Autobahnen gebaut werden? Und, wenn wir schon derartige Haushaltslöcher haben, wieso werden wir dann nicht kreativ und steigen um auf das Verursacherprinzip? Dann doch lieber die KFZ-Steuer senken und dafür eine generelle Straßenmaut einführen. Die dann natürlich auch für ausländische Straßennutzer gilt. So wird verursachergerecht besteuert, für deutsche PKW-Besitzer kann das Ganze mehr oder minder aufwandsneutral bleiben. Und die ausländischen Straßennutzer zahlen endlich gerechterweise genau so, wie dies in der Schweiz, Frankreich, Italien, Österreich etc. bereits Usus ist. Und nein, eine Erhöhung der Mineralölsteuer ist der falsche Weg. Das fördert nur den Tanktourismus und trägt damit zu noch mehr unnötigem Verkehr bei.

Posted by tilman.haerdle at 10:26 PM

SPD-Desaster + Herr Stoiber

Wir leben in spannenden Zeiten. Nachdem Herr Müntefering aufgrund der für ihn verlorenen Kampfabstimmung zurückgetreten ist, hat sein Busenfreund Stoiber gleich auch wieder das Weite gesucht, um zu seinem dritten Enkel nach Bayern zurückzukehren. Jetzt frage ich mich natürlich schon langsam, wo wir inzwischen angelangt sind. Es fällt schon auf, wie sehr die deutsche Politik von persönlichen Befindlichkeiten nicht nur bestimmt, sondern vor allem handlungsunfähig gemacht wird. Nun sind auch die Menschen, die in der freien Wirtschaft das Sagen haben, mit Sicherheit nicht davor gefeit, allzu menschlichen Bedürfnissen nachzugeben, wie dies gerade erst wieder das Beispiel Volkswagen gezeigt hat. Aber dennoch muß die Frage erlaubt sein, wo hier das Gefühl für Verantwortung bei unseren Politikern geblieben ist. Da wird einerseits eine dramatische Haushaltssituation konstatiert, andererseits jedoch ewig taktiert, um Personalia verhandelt, um für die Zeit nach der großen Koalition eine optimale Ausgansposition zu haben, aber es wird nichts Eigentliches getan. Und damit die Wählerschaft happy bleibt, wird insbesondere jeder mutige Reformschritt unterlassen. Draußen, im echten Leben macht sich beileibe kein Heulen und Zähneklappern breit, sondern es ist eher festzustellen, daß nach der letzten Welle des Politiküberdruß sich nun eine Egal-Haltung breitmacht. Interesse an der Politik? Wieso denn? Die Leute in Berlin sind doch nicht mehr ernstzunehmen. Und solange die "neue" Generation von Politikern aus Menschen wie Frau Nahles besteht, müssen wir gar nicht erst anfangen zu hoffen, daß sich was bessert. Vielleicht bin ich ja zu sehr auf Äußerlichkeiten fixiert, aber während Herr Westerwelle für die Nutzung des Guidomobil abgestraft wurde, fährt Frau Nahles ungestraft mit einem ausrangierten Feuerwehrauto auf Wahlkampf und kann sich das Palästinensertuch wohl gerade noch verkneifen.

Posted by tilman.haerdle at 10:24 PM

October 27, 2005

Russ, you've got a point

Russell Beattie has a point on the current wave of startups.

It's exactly what came to my mind after reading the news about Riya - the automatic photo tagging software. Cool in itself, especially cool for developers who do one more mashup of this site with another one. Definitely useful for a lot more uses than just tagging private photos. Intelligence agencies will love it.

But still: No new Google in sight. No new Microsoft.

Posted by tilman.haerdle at 8:20 AM

Waking up - the light side

Vincent Cheung propagates an idea I used years ago: Set a two-fold alarm to wake up: first light music and then, at the latest stage, a buzzer. Works really great, painless and reliable - IF YOU ARE SINGLE.

Otherwise, if you are sleeping with another person in the same room: Wake up no longer than 2 seconds after the first alarm tone and shut it off. Especially at 5am...

Posted by tilman.haerdle at 12:25 AM

How do you feel about someone else making money off your content?

Jason from 37Signals, you obviously pulled your posting. I guess, you yourself came to the obvious answer of your rather provocative posting:

The easy answer is that as a non-pro user I am using a service for free whose creation and maintenance and operation costs the provider real money. This is the general deal with today's web applications: Don't want to pay? See some ads or live with limitations. Nothing wrong about it. Even for pro-uers of Flickr ads may be displayed. They inform you that it may happen in cases of heavy bandwidth consumption. Fine with me again. If I don't want that I have to go and use a service that is more expensive, targeted at "real" pros. No ads. Or just ones that I WANT to be placed and where I get the revenues. Ever too often people think that people providing a web-based service live off the fresh air and some praise for their work. They don't. In the end, everybody has to make money and that is perfectly legitimate.

Posted by tilman.haerdle at 12:02 AM

October 24, 2005

Beobachtungen während eines Aufenthalts in Italien

In Italien gibt es mehr Gesetze und Verordnungen als in Deutschland. Und es wird überall darauf hingewiesen. Aber es halten sich weniger Leute daran.

In Italien findet man im Supermarkt Einmal-Handschuhe, mit denen man das Obst und Gemüse anfassen kann.

In Italien kann man in öffentlichen Bibliotheken ins Internet gehen. Die erste halbe Stunde ist gratis, die zweite kostet 50 Cent, die dritte auch. Länger als 1,5 Stunden am Stück darf man den Internet-Rechner nicht nutzen. Vor der Nutzung muß man sich anmelden - mit Wohnsitz, Personalausweis und mit Unterzeichnung einer Erklärung, daß man nichts am Internetrechner verändert und generell an allem Schuld ist, was passieren mag. Brot wird beim Bäcker nicht stückweise, sondern nach Gewicht verkauft. Und gesalzenes Brot muß man explizit bestellen.

In Italien heißt der Parmaschinken einfach nur prosciutto crudo. Und gemahlenen Kaffee gibt es nicht für die Kaffeemaschine, sondern für die kleinen Kannen, die man auf den Herd stellt "macchinato per moka". Nudeln sind entsprechend aller Vorurteile tatsächlich Grundnahrungsmittel und kosten viel weniger als in Deutschland. Ein Kaffee an der Bar ist viel billiger als wenn man ihn an einem Tisch sitzend zu sich nimmt. Und erst wird bezahlt, dann konsumiert.

In unserem Ferienort wurde der Strand gesperrt. Richtig gesperrt, mit hohen Zäunen, weil die Promenade renoviert wird. Leider war sonntags schönes Wetter. Und auf einmal fanden sich doch Lücken in den Zäunen und der gesperrte Strand war voller Leute. Nur noch Einheimische. Keine Touristen. Merkwürdige Stimmung.

In Italien gibt es "vini pasto" als Tischweine zu (Nudel-)Gerichten. Die verfügbaren Flaschengrößen sind 1,5 und 5 Liter. Die Preise zwischen 1,5 und 5 Euro. Ungefähr. Pro Flasche.

In den meisten Häusern in Italien finden sich nur Stromanschlüsse mit maximal 3kW. Wer mehr will, zahlt viel mehr. Der gleichzeitige Betrieb von Waschmaschine, Herd und Klimaanlage scheidet da aus.

In der Schweiz gibt es weniger kinderfreundliche Raststätten als in Frankreich. In Italien gibt es gar keine kinderfreundlichen Raststätten. Wieso auch? Es gibt ja kaum Kinder...

In Italien ist der Mozzarella di bufala nicht wirklich teurer als normaler, aus Kuhmilch hergestellter Mozzarella. Nur viel, viel besser.

Die Entwicklung von Kindern über längere Zeiträume zu beobachten und graduelle Fortschritte in der Motorik oder der sprachlichen Ausdrucksfähigkeit wahrzunehmen ist faszinierend. Es ist teilweise vergleichbar mit der Fortentwicklung eines Computerprogramms, nur daß die menschliche Entwicklung so viel cleverer ist. Und es ist erstaunlich und manchmal erschreckend zugleich zu sehen, wie selbst unbeabsichtigte und unterbewußt ablaufende Handlungsweisen Erwachsener die Kinder beeinflussen.

Immer wieder bin ich fasziniert von den visuellen Effekten, die iTunes darstellen kann. Ich frage mich, wie sowas programmiert wird. Sicher ist es ziemlich banal, und dennoch von einer Schönheit, der man sich nicht entziehen kann.

Neue Apple Hardware wurde vorgestellt: ein iMac, der noch flacher ist als bisher, mit integrierter Kamera. Und einer total sinnlosen Anwendung, die die "picture club"-Automaten simuliert, bei denen man Paßfotos mit Phantasie-Hintergründen kombinieren kann. Der Bildschirm dient als Blitzlicht. Und wieder fragt man sich: Wieso ist das bisher niemand anderes draufgekommmen? Wie schafft Apple es, Beziehungen zu so etwas Profanem wie einem Computer immer wieder so zu emotionalisieren?

Einige Websites, aus mehr oder minder naheliegenden Gründen:

Weil der Name so nett ist - Mutti

Womit die Leute halt so rumfahren als Schweizer

Aus der Liste erhaltenswerter Gegenstände

Was es nicht alles gibt in einem Hafen

Posted by tilman.haerdle at 8:16 AM

October 3, 2005

Liebe Bunte...

... Deine Starblogs sind eine lächerliche Angelegenheit. Angesichts der bunten Vielfalt der echten Weblogs, die auch auf Deutsch inzwischen im Netz zu finden sind, sind diese Promo-Artikelchen einfach nur niedlich. Authentizität ist einfach durch nichts zu ersetzen. Und wenn die Massiven Töne tatsächlich was zu sagen hätten, würden sie sich schon selbst bei Blogger oder wo auch immer einen Account einrichten und was Reelles schreiben. Aber vielleicht sind die Jungs ja nur eine gecastete Boygroup die auf Rap-Milieu macht. Und sie schreiben das Zeug tatsächlich, was man in diesen Blogs liest.

Posted by tilman.haerdle at 11:38 PM

September 29, 2005

Deutsche Wirtschaft

Vor 13 Monaten: Restaurant-Räumlichkeiten ZU VERMIETEN
Vor 10 Monaten: Neueröffnung Speisegaststätte Waldhorn
Vor 5 Monaten: Speisen jetzt auch auch Außer-Haus-Verkauf
Vor 1 Monat: Pizza und Flammkuchen zum Mitnehmen für nur 3,50 EUR
seit 1 Woche: Restaurant-Räumlichkeiten ... ZU VERMIETEN

Posted by tilman.haerdle at 6:49 PM

September 27, 2005

A world of Babbitry

Reading Michael Crichton's "State of fear" I found a rather remarkable snippet: "a world of Babbitry". Whoever cares - look here.
Not to mention that both books are worth reading, the former for its suspense, the latter for extending your literature library and common knowledge.

Here's another opinion on Crichton's book. Obviously there are ever so many ways to subtly influence people who don't cross-check. Still, even with science, to an ultimate extent factoid stands against factoid. What is truth? What is real?

Posted by tilman.haerdle at 8:50 PM

September 26, 2005

Was man am Samstag halt so macht

4:10 - Abfahrt nach Münster zu einer kleinen Messe. Am Samstag.

Morgenstund hat Gold im Mund und immerhin ist die Autobahn frei. Kaum 3 Stunden später erreiche ich das Weichbild von Münster. Und es regnet. Gut, wenn Vorurteile bestätigt werden.

21:10 - Back in Pforzheim. Auf dem Rückweg war die Autobahn noch leerer.

Man kriegt das Wochenende immer irgendwie rum...

iTunes playing: Searchin' from the album "K&D Conversions" by Dead Calm

Posted by tilman.haerdle at 12:47 PM

September 23, 2005

Ein weiterer Grund für den Mac

Ecto. So macht bloggen Spaß.
Current iTunes song:

Relaxin' With Cherry (Dimitri from Paris + Bibi remix) from the album "Prelude To A Grand Love Story " by Kid Loco

Posted by tilman.haerdle at 12:05 PM

Slighty addicted

I'm now working the third day on a Mac - fulltime. And I have to admit, I'm not missing my PC. In fact, working on a Mac is, besides that I own a slow iBook, a good experience. It's more aesthetic and there is a range of cool applications I'm really missing on the PC. Let's check: Email - Mail. More than sufficient Web- Firefox RSSReader - NetNewsWire My business applications all run fine on the Mac. I'm mostly missing some rather specific apps from vertical suppliers in the CAM area that don't run on the Mac. Otherwise... why use a PC?

Posted by tilman.haerdle at 11:55 AM

August 14, 2005

Holzpferde

Hier gibt es die guten Holzpferde...

Posted by tilman.haerdle at 4:17 PM

Interessanter Beitrag zur Zukunft des Radios

Hier: Doug Kaye's Weblog.

Ich hab mal was kommentieren müssen dazu, Comment kam (noch) nicht an und damit das nicht verlorengeht, kommentiere ich mal vorübergehend hier:

I'd like to chime in with some observations from old Europe (I'm located in Germany) and from the listener side. While I am definitely from the long tail, I doubt that for Europe your observations will come true in the next years. Of yourse, IT-oriented people, educated people and many young people who grew up with computers will move to podcasting as a perfect means to listen to what they want when and where they want but this won't be a mass phenomenon in the next, say, 5-10 years in Europe. Since this is only a comment I won't go into details but there are some facts that support my position.

First, while there are private broadcast companies in Europe (and for radio, they are "slim") there are still huge public broadcasting companies both for TV and radio with multi-billion-Euro strong budgets. They do not face an Innovator's Dilemma because they are (forced) funded by the people. Basically every household (who owns a radio or a TV set) has to pay fees for the public TV and radio - about 20 dollars per month in Germany (It doesn't matter if you listen and see only private radio/TV. It's the ability to receive public radio/TV that matters).
And still public broadcast companies are allowed - to a limited extent - to do commercials and have sponsored shows and all that. So, there's no need to downsize and nearly nobody tries to stop this system.
The reason many european countries do have this system is for the "felt" need to have a public, neutral, basic set of radio and TV channels that have to follow a public mandate for information, entertainment and culture. About 90% of the airtime of public radio and TV does not differ from private radio and TV - movies, game shows, talk shows, soap operas on TV, pop muzak on the radio. The sad fact is that probably the reminding 10% of public airtime, ambitious radio and TV programs like SWR2 or Arte will face a loss of listeners and viewers because exactly their target audience is most likely to switch to podcast shows.

Second, the majority of radio listeners doesn't actually ever change their listening habits. They listen to "their" broadcast station, be it public like SWR3 or private like Radio Antenne. Both private and public mass market radios do basically the same thing, they build communities, tangle on-the-air and internet presence, found "clubs" and whatever. And people listen to these stations for convenience - simply switch on the radio and you're done and because they broadcast that modern format radio with less than 100 hits in heavy rotation plus 3-minute news every hour plus easily listened to 3-minute spoken bits. Being in the office, on the commute, in the factories you don't see people listening to the iPod. That does start for people riding trains or during flights but this is niche and no mass market.

That said, I feel that Brendan is right: The mass market goes for the brand and the convenience - radio and over-the-air broadcasting. But the sophisticated people go for content, podcasting, time-shift media-consumption. Funnily, there once was a commercial claim that hits the nail on the head "Thirst is everything, image is nothing" (Sprite, a lemon soda like 7up).

A last thing: Radio in Europe, being well fed, heavily strikes back. The excellent show about the BBC radio on ITC was one further proof of that.

Posted by tilman.haerdle at 2:02 PM

August 9, 2005

Blogging the AA

Es gehört zu den erfreulicheren Eigenschaften unserer Regierung, daß sie im Auswärtigen Amt am Werderschen Markt in Berlin nicht nur ein nettes kleines Café a la Starbucks installiert hat, sondern daß es im Bereich der - leider etwas zugigen - Vorhalle kostenloses WLAN gibt. Einziger Wermutstropfen: VPN-Einwahl klappt nicht so recht und es ist etwas hakelig, bis mal mal "drin" ist (im Netz, nicht im AA).

Insofern: feine Sache, Joschka. Weiter so.

Posted by tilman.haerdle at 5:50 PM

August 8, 2005

Reinventing radio

Einer meiner absoluten favourites auf ITC: Reinventing radio

Das macht wieder richtig Lust, BBC zu hören!

Posted by tilman.haerdle at 7:17 AM

July 27, 2005

Informativ und unterhaltsam wie eh und je

IT Conversations at aktuell wieder einige richtig spannende Podcasts am Laufen:

Adam Bosworth - MySQL users conference - I always knew I was right in promoting RSS withing extragroup

Jamais Cascio - Participatory panopticum - absolutely fascinating

Jason Schwartz - Sun CEO - entertaining

Joe Trippi - Howard Dean campaign manager - grassroots movement at its best

Posted by tilman.haerdle at 9:41 AM

May 22, 2005

Wahlen in NRW und die EU

Liest man die intelligenten Kommentare der Tagespresse vom 23.5.05 zur Wahl in NRW, so werden erstmal zwei Dinge deutlich:

  • Die vorgezogenen Neuwahlen werden positiv beurteilt, weil die Mehrheit davon ausgeht, daß es einen Neuanfang geben wird
  • Die Cleveren sehen die Neuwahlen als eine Chance für die SPD, sich vom Wähler direkt das Mandat, das die Reformen bestätigt, zu holen. Das ist nicht unklug und würde Schröder trotz erdrückender Mehrheit der CDU in den Ländern eine starke Position verleihen.

Mein Pessimismus in Bezug auf die deutsche Politik läßt mich allerdings eher vermuten, daß auch die CDU nichts Signifikantes an der Regierung zuwege bringen wird und die Schuld auf die hohen Erblasten der SPD schieben wird. Immerhin werden wir diese Erfahrung nun ca. 1 Jahr früher machen und damit beim Versuch, mit Vernunft und ohne Rücksicht auf die diversen Lobbies wieder zu einem sich den Anforderungen der Zeit stellenden Staat zu kommen, 1 Jahr gewinnen.

Aber vielleicht nutzt die CDU/FDP-Koalition ja dann sogar die Chance, mit den Ländern im Rücken einige Gesetze durchzuboxen, die sie zu SPD-Regierungszeiten noch blockiert hatte. Falls der CDA-Flügel nicht mosert. Oder der Spiegel noch rechtzeitig einen Spendenskandal aufdeckt.

Und interessant wird auch sein, ob die Kernstaaten und Nettozahler der EU Schritte einleiten werden, mit denen die Wettbewerbsfähigkeit der Hochpreisregionen gegenüber der Oststaaten wieder hergestellt wird. Wir sind ja dummerweise inzwischen in einem Stadium der EU, an dem nationale Politik nationales Geschick immer weniger beeinflusst.

Eines wird immer klarer: Immer mehr für immer weniger Geld haben zu wollen, wie es die breite Masse der Bevölkerung für erstrebenswert hält, war der Schritt in die falsche Richtung. Mehr kriegt man nur, wenn man härter arbeitet und dadurch mehr verdient. Aber alles, was wie Sterntaler vom Himmel zu fallen schien, all die billigen Lebensmittel, Fernseher etc., hat halt Arbeitsplätze gekostet. Am Anfang wenige. Jetzt immer mehr. Anfangs einfache Hilfsarbeiter-Jobs. Jetzt immer qualifiziertere. Krisensicher sind bald nur noch regionalisierte Leistungen und Erzeugnisse, die nur vor Ort und von "locals" erbracht werden.

Posted by tilman.haerdle at 11:37 PM

April 25, 2005

Erika Fuchs ist gestorben

Am 22.4.2005, im Alter von 98 Jahren. Die kongeniale Übersetzerin der Comics von Walt Disney lebt nicht mehr.

Hier eine Biographie, wird sicher demnächst aktualisiert.

Posted by tilman.haerdle at 11:40 PM

April 3, 2005

Panatomic

Das Atomic Cafe in München hat ein eigenes Plattenlabel gegründet. Hier findet man die Site mit den CDs, die man mit einem sehr schönen Player auch anspielen kann und den Shop.

Posted by tilman.haerdle at 9:09 AM

April 2, 2005

Deine Stimme gegen Armut

Die Aktion Deine Stimme gegen Armut ist wie so viele Charity-Aktionen sicher gut und unterstützenswert. Vor allem aber hat sie eine coole TV-Werbung.

Posted by tilman.haerdle at 8:47 PM

Frage eines SWR3-Moderators...

... heute um 12:40 an einen Korrespondenten in Rom: "Gibt es schon Informationen aus dem Vatikan, wann der Papst voraussichtlich stirbt?". Tja, das sollte man schon wissen. 15:30 bis 17:15 ist bundesliga, da würde es schlecht passen. Sonntag ist aber schon zu spät, dann kommt der Nachruf nicht mehr in den aktuellen "Spiegel" und "Focus", außerdem ist Formel 1. 19:00 Uhr heute abend würde gut passen, oder 20:15. Vielleicht kann man ihm ja Tabletten geben.

Das ist nun schon der zweite "öffentliche" Tod in kurzer Zeit, nachdem bei Terry S. ja auch alle nachgerade gefiebert haben, wann sie endlich verdurstet.

Ich glaube nicht, daß die Menschen früher besser waren. An den Betten früherer Könige und Päpste standen garantiert auch zig Schaulustige und Hofschranzen und haben gewartet. Heute aber können wir dank Internet und Fernsehen alle dabeisein. Widerlich. Und da soll mir keiner erzählen, daß wir auf diese Weise endlich zu einer ernsthaften Auseinandersetzung mit Tod und Sterben kommen. Vielmehr handelt es sich doch nur um ein weiteres mediales Großereignis, das natürlich perfekt die sonstigen Probleme in den Hintergrund denkt. Schon wieder Zeit, in der man sich keine Gedanken machen muß, wie man die Situation vor der eigenen Haustür verbessern kann.

Posted by tilman.haerdle at 2:01 PM

March 29, 2005

Liebe Mitarbeiter des Reuchlinhauses in Pforzheim...

... auch Museen sind den Regeln der freien Marktwirtschaft unterworfen. Sie stehen in Konkurrenz zu anderen freizeitangeboten. Da sollte man also mal darüber nachdenken, ob man wirklich 20min vor Schließung von einer jungen Familie noch das volle Eintrittsgeld von 8 EUR pro Person verlangen will. Oder ob man hier nicht entweder unbürokratisch durch einen Sonderpreis oder marktwirtschaftlich durch einen "feierabendtarif" das Angebot attraktiv hält.

Aber wahrscheinlich denken Sie, das Gehalt kommt autotomatisch vom Arbeitgeber, so oder so...

Posted by tilman.haerdle at 11:06 PM

IT Conversations

Eines der besten Einsatzgebiete eines iPod ist das Anhören von Podcasts. Im Gegensatz zum Radio kann man sich mit dem iPod sein eigenes Programm zusammenstellen. Dabei sind die auf ITConversations publizierten Sendungen besonders spannend.

In den letzten Wochen waren folgende Sendungen empfehlenswert:

  • Marc Benioff at Web 2.0
  • Larry Lessig - Comedy of the commons
  • Clayton Christensen - Capturing the upside
  • Brewster Kahle- Universal access to information archive.org
  • Dan Gillmor - We, the media

Angesichts der eher stagnierenden politischen Situation in diesem unseren Lande ist es gerade zu erfrischend, zwischen den Nachrichten was Motivierendes zu hören...

Hab ich eigentlich schon erwähnt, daß Robert Scoble und Cory Doctorow sich ziemlich unreif verhalten. Die Diskussion über das autolink-feature der Google toolbar 3 erinnert stark an eine Sabine Christiansen-Sendung...

Und John Smart ist overhyped. Nicht wirklich spannnend.

Posted by tilman.haerdle at 10:56 PM

March 13, 2005

Sioma Zubicky

Sioma Zubicky war der Gesprächspartner von Eggert Blum in der Reihe SWR2 Zeitgenossen. Wieder ein Grund, wieso es sich doch lohnt, Rundfunkgebühren zu bezahlen.

Posted by tilman.haerdle at 10:13 PM

Im Nahe-Tal

Wahrscheinlich tendiert man ja immer dazu, frische Eindrücke überzubewerten. Dennoch ist es bemerkenswert, welche gute Weine das Nahe-Tal produziert. Auf den ersten Blick wirkt die Gegend um Bad Kreuznach verlassen und strukturschwach, aber der Weinbau hier kann sich sehen lassen. Weingüter wie das Weingut Bürgermeister Schweinhardt, Bamberger, Korrell und Montigny produzieren eine Qualität, die nach meinem Empfinden deutlich über den badischen und südpfälzer Weinen liegt. Aber wahrscheinlich stehen die interessanten Entdeckungen dieser Regionen für mich noch aus. Auf jeden Fall sind die Preise der Weine aus dieser Region noch voll im Rahmen, speziel bei den Weißweinen.

Auf jeden Fall ist der Besuch eines Restaurants mit einem guten Sommelier und der Gelegenheit, eine Vielzahl von Weinen auch im 0,1l Glas genießen zu können, eine ausgezeichnete Möglichkeit, sich eine Weinregion "zu erschmecken".

Müßig zu erwähnen, daß man in Hotels wie dem Bollant's auch geschäftliche Tagungen gut durchführen kann. Speziell, wenn man Sinn für Ambiente hat.

Posted by tilman.haerdle at 11:57 AM

February 15, 2005

Kartoffel.ch

Kartoffel.ch - dem ist nichts mehr hinzuzufügen. Lecker.

Posted by tilman.haerdle at 10:40 AM

February 10, 2005

Herzlich willkommen, Mr. Bush

Hier ist ein interessanter Artikel, den ich von einem Bekannten aus den USA weitergeleitet bekommen habe. Starker Tobak. Aber irgendwie muß man als Weltmacht ja Zeichen setzen.

This article is adapted from AlterNet, where it first appeared. The text is taken from Bill Moyers' remarks upon receiving the Global Environmental Citizen Award from the Center for Health and the Global Environment at Harvard Medical School.

Bill Moyers: There is no tomorrow

One of the biggest changes in politics in my lifetime is that the delusional is no longer marginal. It has come in from the fringe, to sit in the seat of power in the Oval Office and in Congress. For the first time in our history, ideology and theology hold a monopoly of power in Washington.

Theology asserts propositions that cannot be proven true; ideologues hold stoutly to a worldview despite being contradicted by what is generally accepted as reality. When ideology and theology couple, their offspring are not always bad but they are always blind. And there is the danger: voters and politicians alike, oblivious to the facts.

Remember James Watt, President Ronald Reagan's first secretary of the interior? My favorite online environmental journal, the ever-engaging Grist, reminded us recently of how James Watt told the U.S. Congress that protecting natural resources was unimportant in light of the imminent return of Jesus Christ. In public testimony he said, "after the last tree is felled, Christ will come back."

Beltway elites snickered. The press corps didn't know what he was talking about. But James Watt was serious. So were his compatriots out across the country. They are the people who believe the Bible is literally true -- one-third of the American electorate, if a recent Gallup poll is accurate. In this past election several million good and decent citizens went to the polls believing in the rapture index.

That's right -- the rapture index. Google it and you will find that the best-selling books in America today are the 12 volumes of the "Left Behind" series written by the Christian fundamentalist and religious-right warrior Timothy LaHaye. These true believers subscribe to a fantastical theology concocted in the 19th century by a couple of immigrant preachers who took disparate passages from the Bible and wove them into a narrative that has captivated the imagination of millions of Americans.

Its outline is rather simple, if bizarre (the British writer George Monbiot recently did a brilliant dissection of it and I am indebted to him for adding to my own understanding): Once Israel has occupied the rest of its "biblical lands," legions of the antichrist will attack it, triggering a final showdown in the valley of Armageddon.

As the Jews who have not been converted are burned, the messiah will return for the rapture. True believers will be lifted out of their clothes and transported to Heaven, where, seated next to the right hand of God, they will watch their political and religious opponents suffer plagues of boils, sores, locusts and frogs during the several years of tribulation that follow.

I'm not making this up. Like Monbiot, I've read the literature. I've reported on these people, following some of them from Texas to the West Bank. They are sincere, serious and polite as they tell you they feel called to help bring the rapture on as fulfillment of biblical prophecy. That's why they have declared solidarity with Israel and the Jewish settlements and backed up their support with money and volunteers. It's why the invasion of Iraq for them was a warm-up act, predicted in the Book of Revelations where four angels "which are bound in the great river Euphrates will be released to slay the third part of man." A war with Islam in the Middle East is not something to be feared but welcomed -- an essential conflagration on the road to redemption. The last time I Googled it, the rapture index stood at 144 -- just one point below the critical threshold when the whole thing will blow, the son of God will return, the righteous will enter Heaven and sinners will be conde! mned to eternal hellfire.

So what does this mean for public policy and the environment? Go to Grist to read a remarkable work of reporting by the journalist Glenn Scherer -- "The Road to Environmental Apocalypse." Read it and you will see how millions of Christian fundamentalists may believe that environmental destruction is not only to be disregarded but actually welcomed -- even hastened -- as a sign of the coming apocalypse.

As Grist makes clear, we're not talking about a handful of fringe lawmakers who hold or are beholden to these beliefs. Nearly half the U.S. Congress before the recent election -- 231 legislators in total and more since the election -- are backed by the religious right.

Forty-five senators and 186 members of the 108th Congress earned 80 to 100 percent approval ratings from the three most influential Christian right advocacy groups. They include Senate Majority Leader Bill Frist, Assistant Majority Leader Mitch McConnell, Conference Chair Rick Santorum of Pennsylvania, Policy Chair Jon Kyl of Arizona, House Speaker Dennis Hastert and Majority Whip Roy Blunt. The only Democrat to score 100 percent with the Christian coalition was Sen. Zell Miller of Georgia, who recently quoted from the biblical book of Amos on the Senate floor: "The days will come, sayeth the Lord God, that I will send a famine in the land." He seemed to be relishing the thought.

And why not? There's a constituency for it. A 2002 Time-CNN poll found that 59 percent of Americans believe that the prophecies found in the book of Revelations are going to come true. Nearly one-quarter think the Bible predicted the 9/11 attacks. Drive across the country with your radio tuned to the more than 1,600 Christian radio stations, or in the motel turn on some of the 250 Christian TV stations, and you can hear some of this end-time gospel. And you will come to understand why people under the spell of such potent prophecies cannot be expected, as Grist puts it, "to worry about the environment. Why care about the earth, when the droughts, floods, famine and pestilence brought by ecological collapse are signs of the apocalypse foretold in the Bible? Why care about global climate change when you and yours will be rescued in the rapture? And why care about converting from oil to solar when the same God who performed the miracle of the loaves and fishes can whip up a ! few billion barrels of light crude with a word?"

Because these people believe that until Christ does return, the Lord will provide. One of their texts is a high school history book, "America's Providential History." You'll find there these words: "The secular or socialist has a limited-resource mentality and views the world as a pie ... that needs to be cut up so everyone can get a piece." However, "[t]he Christian knows that the potential in God is unlimited and that there is no shortage of resources in God's earth ... while many secularists view the world as overpopulated, Christians know that God has made the earth sufficiently large with plenty of resources to accommodate all of the people."

No wonder Karl Rove goes around the White House whistling that militant hymn, "Onward Christian Soldiers." He turned out millions of the foot soldiers on Nov. 2, including many who have made the apocalypse a powerful driving force in modern American politics.

It is hard for the journalist to report a story like this with any credibility. So let me put it on a personal level. I myself don't know how to be in this world without expecting a confident future and getting up every morning to do what I can to bring it about. So I have always been an optimist. Now, however, I think of my friend on Wall Street whom I once asked: "What do you think of the market?"I'm optimistic," he answered. "Then why do you look so worried?" And he answered: "Because I am not sure my optimism is justified."

I'm not, either. Once upon a time I agreed with Eric Chivian and the Center for Health and the Global Environment that people will protect the natural environment when they realize its importance to their health and to the health and lives of their children. Now I am not so sure. It's not that I don't want to believe that -- it's just that I read the news and connect the dots.

I read that the administrator of the U.S. Environmental Protection Agency has declared the election a mandate for President Bush on the environment. This for an administration:

€ That wants to rewrite the Clean Air Act, the Clean Water Act and the Endangered Species Act protecting rare plant and animal species and their habitats, as well as the National Environmental Policy Act, which requires the government to judge beforehand whether actions might damage natural resources.

€ That wants to relax pollution limits for ozone; eliminate vehicle tailpipe inspections, and ease pollution standards for cars, sport-utility vehicles and diesel-powered big trucks and heavy equipment.

€ That wants a new international audit law to allow corporations to keep certain information about environmental problems secret from the public.

€ That wants to drop all its new-source review suits against polluting, coal-fired power plants and weaken consent decrees reached earlier with coal companies.

€ That wants to open the Arctic [National] Wildlife Refuge to drilling and increase drilling in Padre Island National Seashore, the longest stretch of undeveloped barrier island in the world and the last great coastal wild land in America.

I read the news just this week and learned how the Environmental Protection Agency had planned to spend $9 million -- $2 million of it from the administration's friends at the American Chemistry Council -- to pay poor families to continue to use pesticides in their homes. These pesticides have been linked to neurological damage in children, but instead of ordering an end to their use, the government and the industry were going to offer the families $970 each, as well as a camcorder and children's clothing, to serve as guinea pigs for the study.

I read all this in the news.

I read the news just last night and learned that the administration's friends at the International Policy Network, which is supported by Exxon Mobil and others of like mind, have issued a new report that climate change is "a myth, sea levels are not rising" [and] scientists who believe catastrophe is possible are "an embarrassment."

I not only read the news but the fine print of the recent appropriations bill passed by Congress, with the obscure (and obscene) riders attached to it: a clause removing all endangered species protections from pesticides; language prohibiting judicial review for a forest in Oregon; a waiver of environmental review for grazing permits on public lands; a rider pressed by developers to weaken protection for crucial habitats in California.

I read all this and look up at the pictures on my desk, next to the computer -- pictures of my grandchildren. I see the future looking back at me from those photographs and I say, "Father, forgive us, for we know not what we do." And then I am stopped short by the thought: "That's not right. We do know what we are doing. We are stealing their future. Betraying their trust. Despoiling their world."

And I ask myself: Why? Is it because we don't care? Because we are greedy? Because we have lost our capacity for outrage, our ability to sustain indignation at injustice?

What has happened to our moral imagination?

On the heath Lear asks Gloucester: "How do you see the world?" And Gloucester, who is blind, answers: "I see it feelingly.'"

I see it feelingly.

The news is not good these days. I can tell you, though, that as a journalist I know the news is never the end of the story. The news can be the truth that sets us free -- not only to feel but to fight for the future we want. And the will to fight is the antidote to despair, the cure for cynicism, and the answer to those faces looking back at me from those photographs on my desk. What we need is what the ancient Israelites called hochma -- the science of the heart ... the capacity to see, to feel and then to act as if the future depended on you.

Believe me, it does.

Posted by tilman.haerdle at 2:14 PM

January 3, 2005

Antwort von Frau Flach

Sehr geehrter Herr Haerdle,
herzlichen Dank für Ihre Mail.

Das Thema ist aufwühlend, aber damit auch sehr schrill in der öffentlichen Diskussion. Vielleicht kann ich die Situation etwas klarer durch folgende Informationen machen:

Nebentätigkeiten im Bundestag sind keine Seltenheit. Viele meiner Kollegen sind neben der Abgeordnetentätigkeit als Selbständige, Unternehmer, Betriebsräte, Lobbyisten oder auch als Angestellte tätig.
Die Tätigkeit an sich ist rechtlich nicht angreifbar, solange sie dem Bundestagspräsidenten gemeldet wird. Dies war sie in meinem Fall von Beginn meiner Arbeit im Bundestag an. Mein Beschäftigungsverhältnis war immer für jedermann transparent und beispielsweise auch seit 1998 auf der Homepage des deutschen Bundestages veröffentlicht.
Anders als alle anderen medial diskutierten Kollegen habe ich mich allerdings bereits im November 2004 entschlossen, meine Übersetzertätigkeit im Einvernehmen mit Siemens aufzugeben und ab dem
1.1.05 ruhen zu lassen.

Die aktuell geführte Diskussion wirft die grundsätzliche Frage auf, ob Nebentätigkeiten von Mandatsträgern erlaubt sein sollen und in welchem Umfang Abgeordnete einer Tätigkeit nachgehen dürfen. Man kann in dieser Frage sicherlich unterschiedlicher Auffassung sein.Die rechtliche Lage ist wie oben dargestellt bisher eindeutig: wer mehr als 3000? im Monat nebenher verdient, der muss dies anzeigen.Dies geschieht und sie können dies im Handbuch des Bundestages jederzeit nachlesen.
Sollte das Parlament zukünftig zu der Auffassung kommen, dass Nebentätigkeiten generell verboten werden, wird sich das Bild des Parlamentes deutlich verändern. Die mögliche Rückkehr eines Abgeordneten in seinen ?alten? Beruf würde dadurch signifikant erschwert, die Abhängigkeit von der politischen Hierarchie wüchse entsprechend.

Dies war bisher nie die Meinung der FDP. Unsere Fraktion setzt sich mehr als alle anderen aus Vertretern der freien Berufe, der Wirtschaft und Unternehmen zusammen. Ein Parlament sollte nicht nur aus Beamten mit Rückkehrrecht auf die alte Stelle oder aus Politikern bestehen, die aus Angst um ihre Existenz gefügig immer nur ihre Wiederwahl im Auge halten müssen. Ein Parlament sollte unserer Meinung nach einen Querschnitt der Gesellschaft sein und das kann es nur, wenn eben auch Vertreter aus der Wirtschaft Abgeordnete werden.

Mit freundlichen Grüßen auch an Ihre Frau Ulrike Flach

--

Ich erspare dem geneigten Leser meine Antwort. Aber was konnte man schon anderes erwarten als sowas. Verzeihung für meine Naivität.

Posted by tilman.haerdle at 5:19 PM

December 31, 2004

Brief an Ulrike Flach, MdB, FDP, 60000 EUR Nebenverdienst

Hallo Frau Flach,

In der aktuellen Tagespresse liest man derzeit auch über Sie Schlagzeilen. Weniger über Ihre Arbeit als Bundestagsabgeordnete und Ausschußvorsitzende, sondern wegen Ihres Nebenverdienstes als Angestellte der Siemens AG.

Meine erste Reaktion auf diese Meldung war sicherlich die vieler Bürger in diesem Land: erneute Desillusion und Festigung der Ansicht, daß Politiker leider den an sie gestellten Ansprüchen in keinem Maße gerecht werden. Politiker sind Abstauber, nur auf ihren Vorteil aus und durch die Vernetzung mit Unternehmen nicht unabhängig. Man sieht das ja täglich an den Entscheidungen, die durch heftige Intervention aller möglichen Lobbys immer wieder verwässert und ineffektiv gemacht werden.

Dann habe ich mir Ihre Homepage angesehen, die ein ganz anderes Bild vermittelt: Ein intelligenter, engagierter Mensch mit vernünftigen Ansichten, wie ich sie von den meisten Liberalen kenne (und ich wähle selbst seit meinem 18. Lebensjahr FDP, mein Vater ist Gemeinde- und Kreisrat für die FDP in Gundelfingen/Breisgau-Hochschwarzwald). Ein Mensch, dem man vertrauen kann und der sich für das Richtige engagiert.

Wieso dann dieser Vorfall? 60TEUR für einen Nebenverdienst. Mal davon abgesehen, daß man als Mann (natürlich) leicht pikiert reagiert, wenn eine Frau im Nebenverdienst fast mehr verdient als man selbst als Vollzeit arbeitender Untnernehmer und Akademiker... Wie kann ich diesen Nebenverdienst verstehen? Arbeiteten Sie Teilzeit für Siemens? 20h in der Woche? Wann haben Sie dann für den Bundestag, also für den Bürger gearbeitet? Oder investieren Sie sehr viel weniger Zeit in die Arbeit als Übersetzerin? Dann erscheinen mir 60TEUR als Jahresgehalt sehr hoch. Technische Übersetzungsbüros verlangen in Deutschland ca. 1 EUR pro Zeile. Also 50 EUR pro Seite. Haben Sie im Jahr 2004 etwa 1200 Seiten übersetzt? Oder ist Ihre Leistung so hoch einzuschätzen, daß Sie pro Seite 500 EUR verlangen können und also nur 120 Seiten übersetzt haben? Das werden Sie wohl zugegebenermaßen irgendwann nach 23 Uhr, vielleicht nicht gerade nach dem Besuch einer Sitzung der Prinzengarde, zuwege bringen. Sind Sie also so viel effizienter als die vielen Übersetzer in Deutschland, die nach allem, was man so liest, kein Leben im Luxus führen?

Meine Frau meint, ich sei naiv, alle Politiker würden so verfahren wie Sie, es käme nur nicht bei allen raus. Ich will das nicht glauben und nicht hinnehmen. Klären Sie mich und die Bürger auf. Wir wollen in unsere Politiker Vertrauen setzen. Durch solche Meldungen wird dieses Vertrauen in seinen Grundfesten erschüttert.

Mit freundlichen Grüßen

Tilman Haerdle

Posted by tilman.haerdle at 12:20 PM

December 17, 2004

Echte Männer

...bauen ein Haus, zeugen einen Sohn und pflanzen einen Baum.
Dann bin ich auf dem besten Weg dahin. Im Sommer hab ich immerhin schon mal einen Rhododendron pflanzen lassen. Einen Sohn hab ich. Und was das Haus angeht hab ich jetzt zumindest schon mal eine Bohrmaschine. Das finde ich einen guten Anfang. Und weil wir emanzipiert sind, hat das Teil sogar gleich eine Staubabsaugung, damit frau keinen Nervenzusammenbruch kriegt wenn mann mal wieder die Wand perforiert...
An dieser Stelle mein Dank an die kreativen Abogeschenke der Pforzheimer Nachrichten. Bei Bauhaus wäre die Bohrmaschine teurer gewesen.
Auch wenn ich immer bis So warten muß, um in der WamS zu lesen, was wirklich in der Welt passiert ist, so bin ich doch immerhin voll im Bilde über die Finanzmisere des FCP. Und wenn unser MdL (zum MdB hats halt noch nicht gereicht) diese Woche wieder abkanzelt...

Posted by tilman.haerdle at 9:51 PM

December 13, 2004

Winterwunderland

Bekommt man die Gelegenheit, dieser Tage mal untertags spazieren zu gehen, so kommt man in den Genuß einer herrlichen gefrorenen Landschaft. Während es die vergangenen Tage hier in Büchenbronn eher bedeckt und neblig war, kam heute endlich auch mal die Sonne durch. Der gefrorene Nebel , der auf Blättern, Wiesen und Früchten sitzt, kam so richtig zum Glänzen, bevor er schmolz.

Doch auch die bedeckten Tage hatten durch ihr eigentümliches Licht einen eigenen Reiz. Und die Ruhe, die den Fußgänger umgibt, wenn er über die Felder wandert, ist von einer ganz eigenen Qualität. Anders, als diese melancholische, immer von einem leichten Blätterrauschen umgebene Stille im August/September ist die Winterruhe perfekt und ebenso trostgebend wie in ihrer Kälte unerbittlich. Wer hier zurückbleibt, verliert. Ein seltsamer Reiz. Und die Vorfreude, nach Hause zu kommen und den Wert der Wärme zu geniessen.

Posted by tilman.haerdle at 10:41 PM

December 10, 2004

Verkehrspolitik

Gerade eben habe ich ein Flugticket nach Berlin und zurück erstanden. Für 59 EUR inklusivem allem, also Steuern, Gebühren etc. Weder mit dem Zug noch mit dem Auto kommt man so günstig nach Berlin. Selbst, wenn man jetzt noch die Anfahrt zum Flughafen und die Parkgebühren mitrechnet, bleibt man unter 100 EUR.
Einerseits echt klasse. Andererseits fragt man sich natürlich, wie bei solchen Preisen die Bahn jemals auf einen grünen Zweig kommen soll. Oder, weitergedacht: Ist die Bahn einfach ineffizienter als Germanwings? Oder, aufs Auto bezogen: Ist es OK, daß die Steuern auf Autobenzin so hoch und die auf Flugbenzin so niedrig sind?
Fragen über Fragen. Wenn ich mehr Zeit hätte, wäre jetzt ein Essay fällig, aber so kann ich nur festhalten: Bin ich Politker oder was? Guten Flug auf jeden Fall...
Ach, nochwas: Liebe Betreibe von Schönefeld, ich hätte gerne eine Lounge und einmal Internet per WLAN, bitte. Ich zahl auch gerne 10 EUR Eintritt dafür.
Und hallo Germanwings: Hätte ich den Flug noch über das Nikolausangebot gebucht, wären es 53 EUR geworden. Flugpreis hin 0,01 EUR, Rück 19 EUR, jeweils zzgl. Taxes. 6 EUR Ersparnis als Nikolausangebot? Und das bei 0,01 EUR Flugpreis? Ick wees ja nich...

Posted by tilman.haerdle at 9:20 AM

December 1, 2004

Billiges Telefonieren

Nachdem ich heute zum x-ten Mal an einem Telefonladen vorbeigekommen bin, der für billiges Geld Telefonate in alle Welt anbietet, fiel es mir auf einmal wie Schuppen aus den Haaren: Internet-Telefonie. In den Telefonzellen dieser Läden stehen Telefone, aber in Wirklichkeit sind das natürlich nur dumme Wählterminals und im Hintergrund läuft eine x-beliebige Voice-over-IP-Software, mit der das Telefonat über das Internet abgewickelt wird.
Deshalb gibt es in den Läden auch immer Internet... Groschen gefallen.

Posted by tilman.haerdle at 4:36 PM

November 7, 2004

CD-Tip: Stone Flowers von Antonio Carlos Jobim

Hört man sich die CD zum ersten Mal an, wird man den Eindruck nicht los, daß das genau die Musik ist, die 50-jährige in den 70er Jahren auf den damaligen Dudelfunk-Sendern hörten (damals SWF 1 und ähnliche). Gefällige Arrangements, typische Posaunenklänge, leicht beschwingter Rhythmus, sanft dahinsäuselnder Gesang.
Mag sein, daß ich altersmäßig inzwischen näher an den 50 als in den Teens bin. Vielleicht ist es aber auch so, daß diese Musik tatsächlich mächtiger ist, als sie sich zuerst anhört. Sie berührt mich körperlich, weil sie Stimmungen erzeugt, die offensichtlich eine derartige Verbindung zu Emotionen haben, daß sie wirklich bewegt. Auf jeden Fall kann ich die CD x-fach hören, ohne daß sie stört oder langweilig wird. Sie besitzt Melodien und Harmonien, die vielleicht auch zu den Bausteinen vieler nachfolgender Erfolgs-Hits gehören.
Deshalb ist diese CD für mich bis jetzt die wohl wichtigste, die ich dieses Jahr für mich entdeckt habe.

Posted by tilman.haerdle at 12:55 PM

October 10, 2004

Metzingen

Wer billig Bekleidung und andere Luxusartikel einkaufen will, der soll nach Metzingen fahren, heißt es. Nachdem wir diese Litanei jahrelang hören mußten, machten wir uns eines Samstags auf nach Metzingen.
Gegen 11 Uhr dort ankommend wunderte uns der Strom von Menschen, die Richtung Outlet-Center strebten, nicht wirklich. Alle zentralen Parkhäuser waren belegt, auf einem am Ortsrand gelegenen Schotterplatz war aber noch was frei. Während Anton sein Fläschchen bekam, aßen auch die neben uns im gespoilerten Alfa ankommenen Leute noch eine große Stulle, um sich dann ins Einkaufsvergnügen zu stürzen.
Genau dieses wollte sich bei uns aber nicht so recht einstellen. Auch wenn wir nur bei Ralph Lauren, Tommy Hilfiger, Oilily und Jil Sander waren - das rechte Vergnügen will sich angesichts sich drängender Menschen, Grabbeltisch-Atmosphäre und Waren vom Vorjahr nicht so recht einstellen.
Fazit: Wer den Sommerschlußverkauf gut findet, wird sich auch in Metzingen wohl fühlen. Für den Rest von uns heißt die Devise: "Lieber ein Hemd weniger, aber dafür mit Vergnügen gekauft."

Posted by tilman.haerdle at 10:04 PM

October 3, 2004

Noch ein Weihnachtsgeschenk gefällig?

SoundDock.

378 EUR. Ich werd jetzt mal meine Stereoanlage verkaufen...

Posted by tilman.haerdle at 2:35 PM

September 13, 2004

29 Stunden Deutschland-Ost

Der Post entstand am 10.9. Liest sich im Nachhinein wie ein Bericht von "Landei entdeckt die Großstadt". Peinlich. Ich glaub, ich muß wieder mehr auf die Straße.

9.9.04
Berlin, 8 Uhr: Der Flieger ist überpünktlich, und da ich kein Gepäck aufgeben mußte sondern meinen Rechner (10kg) samt Reisetasche (6kg) an Bord nehmen konnte, sitze ich bereits um 8:05 in meinem netten Smart forfour. Der Wagen hat eine Tiptronic, die nicht richtig klasse funktioniert, aber man kann sie auch auf Automatik stellen. Dann ruckelt der Wagen, aber er fährt.
8:35 bin ich bereits am Kottbusser Ufer für meinen ersten Kundentermin. Die Sonne scheint, die Häuser am anderen Ufer erstrahlen frisch renoviert im Glanz hochherrschaftlicher Berliner Bürgerhäuser.
Ich merke, daß ich in der Hauptstadt bin. Der Kunde hat seinen Tischlerbetrieb im 2.OG des 2. Hofs eines Hauses. Und der Betrieb ist nicht klein.
11:30 Fahrt in Richtung Wuhlheide. 14km fahrt durch Berlin und ich bin noch längst nicht in den Außenbezirken. Treptow ist wunderschön. Mir fallen die Gegensätze auf zwischen den renovierten alten Häusern und den vielen Malls und Baumärkten von Obi, Bahr etc., die überall aus dem Boden sprießen.
17:00 Fahrt nach Alt-Mahlsdorf: Die Strecke erscheint mir noch länger. Ich komme in dörflichere Regionen und bin immer noch in Berlin. Wieder mal Kopfsteinpflaster mit Schlagloch.
20:00 Ich nehme die vom Kunden vorgeschlagene Abkürzung, immer die Hönower Straße runter, dann kommen sie automatisch auf die Autobahn. Nun ja, in Köpenick geht es dann nur noch links nach Osten oder rechts nach Berlin-Mitte. 15 min später, ich bin in Friedrichshain, geht es dann nach links auf die A113, von der aus komme ich auf die A10. Weitere 20min später fahre ich immer noch gerade aus und die Straße hat immer noch kein Ende. Now that's what I call big cities.
In Brandenburg/Havel erwischt mich dann doch noch einer der 20 TraffiPhots, die auf der B1 auf mich lauern. Auch die Durchquerung von Brandenburg dauert subjektiv Ewigkeiten. Die DDR war ein weites Land.
Um 22 Uhr komme ich in Tangermünde im Ringhotel Schloß Tangermünde an. Schon im Dunkeln sieht das alles sehr nett aus. Burghof, mit vielen Bänken, mit Kissen drauf. Laue Sommerabendstimmung. Im "Scheibenwischer" erwähnen sie, daß Gefangene nach der Entlassung in die Freiheit einen verstärkten Bau- und Basteltrieb haben...

10.9.04, 8 Uhr:
Beim Weg zum Frühstück trifft mich fast der Schlag, weil der Blick auf die Elbe vom Schloß aus wirklich dramatisch ist. Man kommt sich vor wie in der "Flußwelt". Ein träge dahinfließender Fluß, dahinter nichts als weites, leeres Land mit Obstwiesen. Blauer Himmel. Eine älteres Ehepaar bittet das Personal, ein letztes Mal draußen zu decken. Auf der Elbterasse. Die Weite des Blicks scheint es wert zu sein, wenn man freiwillig bei 5 Grad draußen frühstückt...
Auf dem Weg zurück in mein Zimmer, einem Gartenhaus, fällt mir erst die Garten auf, der verwunschen, mit sattgrünem Rasen daliegt. Verstreut wachsen Rosen, dazwischen vereinzelt Bänke, wieder mit Ruhekissen, die zum Verweilen einladen. Angehaltene Zeit für 62 EUR die Nacht.


Posted by tilman.haerdle at 8:17 AM

August 23, 2004

Organisation

An sich ist so ein iPod ja eine klasse Sache. 40 GB Musik, jederzeit verfügbar, Anschluß an die Stereo-Anlage mit einem vorzüglichen LineOut-Anschluß, gute Kombinierbarkeit mit dem PAL von Tivoli (sehr zu empfehlen).
Aber vor den Lohn haben die Götter den Schweiß gesetzt. Denn nun rächt es sich, wenn man seine CDs ohne Internet-Anschluß gerippt hat. Denn im Display des iPod erfährt man dann natürlich nichts über den derzeit laufenden Track und die Hälfte der CD-Sammlung verbrigt sich hinter dem Artist mit dem Namen "Various" oder "Unknown". Hier stellt der iTMS natürlich auch eine echte Erleichterung dar, denn hier gekaufte Musik hat immerhin perfekte ID3-Tags zur optimalen Darstellung des Titels im Display des iPod. Fehlt eigentlich nur nohc das Album-Cover...

Posted by tilman.haerdle at 6:57 AM

August 6, 2004

Mal wieder über SWR3 geärgert...

Mail an SWR3... Hat mich wirklich geärgert.

SWR3 Topthema am 4.8.04 um 17:40 - Hartz IV

Ich schätze die kompakten 5 Minuten über das Thema des Tages normalerweise sehr.
Der obige Beitrag war jedoch sehr unglücklich. Die Sachlage wurde nicht komplett dargestellt, stattdessen wurde gerade am Schluß nur noch eine Meinung präsentiert, nämlich daß die Maßnahme, Geld auf dem Sparbuch der Kinder ab 750 EUR anzurechnen, schlecht sei.

Man kann diese Meinung zwar vertreten, sollte dem Hörer jedoch die Chance geben, sich das ganze Bild der Situation zu machen. so wurde nicht erwähnt, daß diese Beschneidung eines Freibetrags schon deshalb notwendig ist, um zu verhindern, daß Guthaben vom Konto der Eltern einfach aufs Konto der Kinder transferiert wird. Gerade bei minderjährigen Kindern bleibt den Eltern der volle Zugriff auf dieses Geld erhalten.
Zum anderen wurde nicht darauf abgehoben, daß Hartz IV nur für Langzeitsarbeitslose, die länger als 12 Monate arbeitslos sind, zutrifft und daher die Anrechnung des Privatvermögens eine notwendige Maßnahme sein muß - das Arbeitslosengeld 2 wird schließlich aus Steuermitteln finanziert und diese sind mehr als begrenzt.

Mit dem erwähnten Beitrag wurde meines Erachtens bei einer breiten Hörerschaft ein falscher Eindruck vermittelt. Und da die SWR3-Hörerschaft ja gerade nicht willens ist, sich beispielsweise den exzelltenten Beitrag auf HR 2 "Der Tag" am 4.8.04 ab 18 Uhr anzuhören, sollten Sie zumindest versuchen, so objektiv wie möglich zu berichten und Meinung bei solch komplexen Themen außen vor zu lassen.

Posted by tilman.haerdle at 10:39 AM

June 15, 2004

iTMS

Drin. Funktioniert. Song runtergeladen. Perfekte Sache. Endlich.

Posted by tilman.haerdle at 2:04 PM

June 14, 2004

Quartett

Unter doenerberlin ist ein Quartettspiel annonciert, das die Dönerbuden Berlins zum Thema hat. Das Spiel kann man bei Amazon kaufen. Sehr, sehr cool. Vor allem die Preise animieren zur Fahrt nach Berlin!

Posted by tilman.haerdle at 7:36 AM

June 2, 2004

Der aktuelle Film: The day after tomorrow

Nur kurz, da es schon spät ist: The day after tomorrow ist ein beklemmender Film. Natürlich sind die dargestellten Ereignisse zeitlich sehr komprimiert, doch vom Ergebnis her sehr überzeugend.
Die Handlung ist spannend, ohne Längen und ohne allzu viele hollywoood-typische Rührseligkeiten.
Insgesamt nicht nur gute Unterhaltung, sondern ein wirklich wachrüttelnder Film.
Könnten die anderen da draußen jetzt bitte alle auf 3-Liter-Autos umsteigen? Ich hab ja schon eins...

Posted by tilman.haerdle at 10:56 PM

May 28, 2004

Problemlöser

GetSox löst ein Problem, das man als solches vielleicht noch gar nicht erkannt hat: es liefert Socken, und zwar im Abo.

Eine wirklich perfekte Idee, und wenn mir nicht 10 EUR pro Paar zu teuer wären, würde ichs machen. 4x im Jahr 3 Paar socken geliefert bekommen, praktischer gehts net.

Posted by tilman.haerdle at 6:45 AM

May 14, 2004

Auftrag ausgeführt - oder: Senioren und Technik

"Männer sind Befehlsempfänger!" - Also, zur Bestätigung dieser universalen Lebensweisheit, ging es heute zu Media Markt, um im Auftrag der Schwiegermama einen Fernseher für die Großeltern zu kaufen. Während der Kauf also solcher fast unspektakulär war (manche Familienmitglieder konnten nur unter Gewaltandrohung vom Fernseher mit der Übertragung der dänischen Hochzeit entfernt werden), wurde die Installation und Einweisung in das neue Gerät zum Geduldsspiel. Und das lag nicht an der wirklich seniorentauglichen Bildschirmgröße von 82cm.
Heutige Fernbedienungen haben inzwischen fast mehr Tasten als eine PC-Tastatur - nur viel kleiner. Das stellt Leute über 60 vor fast unlösbare Probleme. Auch der Hinweis, daß nur 6 Tasten relevant sind - Programm hoch/runter, lauter/leiser, Stumm , Aus - hilft nicht viel weiter, wenn man diese 6 Tasten nicht findet bzw. mit weißer Schrift auf weißem Grund beschriftet sind. Daher ist es wirklich einsichtig, daß bis ca. 2020 alle Bedienungselemente von elektrischen Geräten, Autos etc. dringend vereinfacht werden müssen. Sonst versagt Deutschland technisch auf ganzer Linie... Ich glaube, ich werde hier schon mal einige Patente anmelden ;-)

Posted by tilman.haerdle at 8:02 PM

Auf vielfachen Wunsch...

hier ein Bild nach dem Friseur.

Posted by tilman.haerdle at 4:34 PM

Neuer Friseur - neuer Look

In unserer sporadisch erscheinenden Testreihe über Friseure in Deutschland und anderswo: Gianni d'Assero, Pforzheim.

Dieser Friseurbetrieb staffelt seine Preise nach dem Können des Friseurs. Das beginnt beim Basic Stlyist und geht dann über zwei weitere Stufen bis hoch zum Meister, dem Art Director. Der Autor konnte es natürlich nicht lassen, den Art Director persönlich schneiden zu lassen. Nach einer kurzen Beratung über einen passenden Schnitt ging's ans Werk. Haare waschen wurde wohl durch einen Basic Stylist erledigt, der Meister machte dann den Schnitt. Erstaunlicherweise kam wirklich was ganz Neues raus - erstmals konnte ich einen Friseurladen verlassen, ohne daß man mir ansieht, daß ich direkt vom Friseur komme.

Der Laden selbst ist sehr puristisch eingerichtet, die Musik ist ganz zeitgenössisch über MTV eingesteuert und der Kaffee kommt noch ganz klassisch aus der Standard-Kaffeemaschine. Das Personal ist freundlich und zurückhaltend - ganz offensichtlich wird das Geschäft jedoch von vielen Stammkundinnen besucht, die sich auch ganz angeregt und vertraut mit "ihren" Stylistinnen an "ihrem" Stammplatz unterhalten. Die Preise sind mit Sicherheit keine Schnäppchen, gemessen an der Qualität des Schnitts aber voll im Rahmen.

Gesamturteil: Ich komme wieder - gerne.

Posted by tilman.haerdle at 11:20 AM

May 6, 2004

iTunes 4.5 Party Shuffle

Mit iTunes 4.5 wurde eine neue Funktion eingeführt, die iTunes zum perfekten Werkzeug für den Bildschirmarbeiter macht: PartyShuffle. Mit PartyShuffle erzeugt iTunes eine Playlist, die sich aus dem Zufallsprinzip aus der gesamten Bibliothek, die iTunes kennt, aufbaut. Nun gibt es sicherlich einige Player, die eine Random-Funktion besitzen, doch keine arbeitet so "praxisnahe" wie iTunes. Einerseits kann man einstellen, wie viele der gespielten Titel nach dem Abspielen noch in der Liste bleiben, damit man noch nachsehen kann, was gespielt wurde. Zum anderen läßt sich einstellen, wie viele Tracks als "Vorlauf" in der Playlist stehen. Die Playlist läßt sich zudem auch manuell ergänzen.
Zudem können Titel, die ein höheres Rating besitzen, auch öfter vom Zufallsgenerator ausgewählt werden.
Insgesamt schlägt iTunes bei einer Musikauswahl von 7000 Titeln jede Radiostation um Längen - vor allem wenn es sowieso alles Titel sind, die man gut findet...

Posted by tilman.haerdle at 8:56 PM

April 20, 2004

Dialog mit SWR3

Lieber T.H.,

vielen Dank für die Mail. Die DTM-Party in Estoril wird nicht mit/von Rundfunkgebühren bezahlt. Zur Musik: als Popwelle für Millionen Menschen versucht SWR3 mit seinem Tagesmusikprogramm für möglichst viele Hörer dazusein. Abends sieht es etwas anders aus: gerade die Musiksendung "SWR3-Intensiv" verläßt den Rahmen und bietet neben Musikvarianz auch ergänzende Informationen.
Freundliche Grüße
Gregor Glöckner
SWR3-Layout


Ich schrieb:

An: layout@swr3.de
Kopie:
Fax:
Thema: SWR3 Radio


Hallo,

als Gebührenzahler würde mich interessieren, inwieweit Events wie die Party in Estoril durch Rundfunkgebühren gedeckt werden.

Außerdem würde ich gerne wissen, aus welchem Grund die Bandbreite gespielter Musik in SWR3 zu normalen Tageszeiten derart schmal ist. SWR3 ist kein Privatradio und könnte es sich daher leisten, auch jüngeren Hörern, die U- statt E-Musik hören wollen, ein größeres Spektrum zu präsentieren. Reduziert man die unerträglich große Menge an Werbejingles für eigene Sendungen. Events und fragwürdige DJ Battles bliebe genügend Zeit, auch was zur Musik zu sagen. Muss ich erst anfangen, die Musikrichtungen aufzuzählen, die in SWR3 nicht existent sind?

Früher war's mal ein echt gutes Radio, aber seit der Fusion mit dem SDR hat
SWR3 an Profil verloren.

Gruß,
T.H.

Posted by tilman.haerdle at 11:13 PM

April 18, 2004

The joy of gardening

Nach einem langen Winter hat sich in den letzten Wochen der Frühling endlich durchgesetzt. Es wurde also Zeit, sich um das special feature unserer Wohnung, den Garten zu kümmern.
Gartenarbeit als solche war mir bisher eigentlich verhaßt, meine Eltern konnten mich nur unter Androhung monetärer Kompensation zur Gartenarbeit bringen.
Umso erstaunter war ich im Nachhinein, mit welcher Begeisterung ich in der lokalen Hornbach-Filiale Gartenbau-Artikel aller Art erstanden habe. Längst verschüttet geglaubte Erinnerungen kamen wieder hoch, als ich Grabschaufel, Pflanzholz und Hacke begutachtete.
Nur mit Mühe konnte ich mich davon abholten, einen sehr günstigen Elektro-Rasenmäher für unser strandtuchgroßes Rasenstück zu erstehen.
Die Gartenarbeit selbst läßt sich mit der Radio-Funktion des Mobiltelefons gleich viel leichter ertragen, ein Bier als Belohnung schadet aber auch nicht. Wichtig ist vor allem, daß ein Fortschritt sichtbar wird. Beim Unkrautjäten sollte daher mindestens der halbe Rasen umgegraben werden, und wenn man düngt, sollte der Dünger auch noch im Dunkeln gut sichtbar blau leuchten. An dieser Stelle also eine klare Absage an die wirklich unzeitgemäßen Bemühungen der ?ko-Fraktion. Viel hilft viel.
Seis drum, merkwürdigerweise hat die Gartenarbeit nicht nur Spaß gemacht, die Ergebnisse sind definitiv auch meß- und sichtbar.
Demnächst mehr an dieser Stelle - auch die Grillsaison hat begonnen, und nachdem die Nachbarn heute schon in der heiligen Mittagszeit am Sonntag laut- und geruchstark das Grillen begonnen haben, werden wir hier nicht zurückstehen....

Posted by tilman.haerdle at 7:28 PM

April 13, 2004

Low tech communication

Nachdem die Verfügbarkeit aktueller Handys mit einem einigermaßen kompletten Leistungsumfang zumindest bei Nokia und Verbindung mit T-D1 doch etwas auf sich warten ließ, fiel die Entscheidung für ein neues Handy jetzt auf ein Nokia 6610.

Gut, das Modelll hat kein Bluetooth und keine Digitalkamera, aber nachdem sich die relevanten Leute, die man mit so einer Digicam fotografieren könnte, ja von ihren Bodyguards abschirmen lassen (gell, Herr Cruise und Frau Cruz), ist dieser Verlust zu verschmerzen.

Der Einbau ins Auto auf Basis eines vom freundlichen Opel-Händler vorgerüsteten Einbausatzes wurde perfekt vorgenommen. Handhabung und Klang der Freisprecheinrichtung sind ohne Tadel, lediglich die Position der Telefonhalterung führt zu öfteren ungewollten "Abflügen" des Telefons, da sich Beifahrerknie und Entriegelungsknopf doch ziemlich nahe kommen.

Auch wenn die derzeitige high tech-Lösung für's Telefonieren im Auto kabellos über Bluetooth funktioniert, hat die nun verwendete low tech-Variante den Vorteil, daß das Telefon automatisch geladen wird. Bei meiner derzeitigen Kilometerleistung ist das mitgelieferte Akkuladegerät daher komplett obsolet.

So steht auf der Wunschliste eigentlich nur noch die Darstellung von SMSen und des Telefondisplays im Infoscreen des Autos sowie die automatische Umsetzung von Sprache in SMS...

Posted by tilman.haerdle at 10:40 AM

March 18, 2004

KLF - Das weiße album - für Kenner

Download the KLF
Ah, the sounds of the nineties... Give 'em an email, and they'll give you the White Album. Seems like a fair deal...

(via Gromblog)

Posted by tilman.haerdle at 12:59 PM

March 3, 2004

Unterwegs mit Olga

Da der von mir eigentlich gemietete Golf sich als Mercedes CLK materialisierte (Dank an Sixt), kam ich in den Genuß eines Wagens mit Navigationssystem. Anfangs noch belächelt - wer verpaßt auf der Autobahn schon die Ausfahrt, wenn sie eh groß beschildert ist - erwies sich das System in der Stadt schnell als hilfreich - wenn man ihm vertraut. Das bedeutet, daß man "Olga" wirklich aufs Wort folgen muß. Wenn sie sagt "Jetzt abbiegen", dann meint sie "Jetzt", auf den Meter genau. Anfangs glaubte ich an eine gewisse Unschärfe, aber die ist nicht da. Und wenn sie meint "halbrechts", dann ist "rechts" bereits zu viel abgebogen.
Ich denke, ich kann mich an ein Navigationssystem echt gewöhnen. Zum Glück war wenig Verkehr, denn einige Manöver gerieten, weil ich zu früh abbiegen wollte, dann etwas hektisch...
Am Freitag dann mehr an dieser Stelle - Navigation im Vectra, dann auch in Farbe und mit Karte.

Posted by tilman.haerdle at 7:46 AM

February 20, 2004

Politik und Sprache - aus der SZ vom 21.2.2004

Politik und Sprache

Ich sach ma

Finden Sie auch, dass Politiker heute unglaublich viel Mist reden? Und nicht nur Politiker? Bevor Sie es richtig machen und immerhin schon mal selbst verstummen, sollten Sie noch wissen, warum das alles so kommen musste. Eine Sprachhaufenanalyse.

Von Kurt Kister

Manchmal hat man sogar in der Bundespressekonferenz schöne Erlebnisse, wenn auch nur für einen Moment. Neulich saßen Schröder und Müntefering vor der BPK. Der eine sagte sinngemäß, dass er keine Lust mehr habe, SPD-Parteivorsitzender zu sein.

Der andere versuchte zu erläutern, warum er eben darauf nun Lust habe. Dann sprach jener Franz Müntefering die folgenden Sätze: ?Deutschland muss sich neu aufstellen. Deutschland muss wissen, dass wir nicht automatisch an der richtigen Krümmung des Flusses liegen, sondern dass wir uns anstrengen müssen, um vorne zu bleiben, um Wohlstandsland zu bleiben und um ein wichtiges, entscheidendes Land in Europa zu bleiben.?

Der Wortlaut ist getreulich wiedergegeben einschließlich der Verb-Trippelung. Er stammt aus dem Protokoll der Bundespressekonferenz. In meinem Notizblock, benutzt an eben diesem historischen Freitag, findet sich das Zitat so aber nicht.






In meinem Block steht hingekritzelt: Münte: Deutschl neu aufstellen; Deutschl nicht richtige Krümmung Fluss... Dann brechen die Worte ab, es folgt die kleine Skizze, die Sie faksimiliert hier rechts
sehen, ein Ausriss aus meinem Notizblock.

Der Rest der Pressekonferenz war auch irgendwie interessant, aber wenn ich ehrlich bin, habe ich, abgesehen von meinem eigenen Elend, nur noch an Deutschl nicht richtige Krümmung Fluss gedacht.

Mir fiel erst mal das wunderbare Buch von V. S. Naipaul ? ?An der Biegung des großen Flusses? ? ein, in dem sich der Inder Salim aus Ostafrika einen Laden in Kisangani am Kongo kauft, und dann erleben muss, wie das Land und in der Folge auch sein Laden unter Mobutu allmählich zerfällt.

Als Salim, pleite und ziemlich gebrochen, am Ende des Romans die Stadt an der Krümmung des Flusses verlässt, sagt ihm ein Freund: ?Niemand gelangt irgendwohin. Wir fahren alle zur Hölle.?

Salims Laden lag eindeutig an der falschen Krümmung des falschen Flusses. Deutschl wiederum liegt, so sagt Müntefering, zwar an einem Fluss, aber nicht automatisch an der richtigen Krümmung.

Wenn man sich ernsthaft damit auseinander setzt, ob wirklich das ganze Deutschl an einem Fluss liegen kann, fällt einem Philip Jos? Farmer ein. Der hat 1971 in einem mehrbändigen Fantasyzyklus die Flusswelt beschrieben.

Farmers Bestseller-Idee: Alle Menschen, die jemals gestorben sind, finden sich plötzlich wieder belebt auf einem Planeten wieder, über dessen Oberfläche sich ein gigantischer Fluss windet.

Am Ufer dieses Riesenflusses bilden sich zahllose Gemeinschaften und Staaten, in denen so unterschiedliche Leute wie Wilhelm der Eroberer, Mark Twain, Hermann Göring und Richard Burton bedeutende Rollen spielen.

Zwar liest Franz Müntefering gelegentlich Bücher, aber es ist unwahrscheinlich, dass er den Flussweltzyklus gelesen hat, obwohl der fast alles Wichtige über das Leben und Sterben an den Krümmungen des Flusses sagt.

Jenseits von Naipaul und Farmer jedenfalls lässt Münteferings Aussage einen Schluss zu und wirft Fragen auf. Der Schluss: Man kann Deutschl zumindest am Fluss entlang verschieben.

? Warum redet der Müntefering so krauses Zeug daher? ?


Die Fragen: Wer kann es verschieben? Was ist der Fluss? Wieso ist man ?vorne? (siehe BPK-Protokoll), wenn man an der richtigen Krümmung liegt? Ist vorne nicht da, wo der Fluss anfängt oder vielleicht auch da, wo er aufhört?

Wäre es nicht überhaupt gescheiter, man stellte Deutschl nicht in der Flussbiegung neu auf, wo Hochwasser droht? Sondern weiter oben, weg vom Fluss?

Die wichtigste Frage aber lautet: Warum redet der Müntefering so krauses Zeug daher, wenn er doch nur begründen will, dass die SPD und Deutschl mit ihm als Parteichef besseren Zeiten entgegengehen?

Die Antwort ist einfach und zerfällt, wie so viele Antworten, in einen individuellen und in einen allgemeinen Teil. Die individuelle Antwort auf die Frage, warum der Müntefering krauses Zeug daherredet lautet: weil er der Müntefering ist.

Der Mann macht nicht Politik, weil er gerne viel redet oder schön spricht, sondern er redet so viel, weil er gern Politik macht. Unglücklicherweise für die vielen wackeren Münteferings besteht Politik machen aber immer mehr aus Reden.

Es wäre gemein, sagte man, Müntefering sei ein schlechter Politiker, weil seine Fähigkeit, Sachverhalte in Worte zu packen, ähnlich ausgeprägt ist wie die Fähigkeit Manfred Stolpes, Worte in Handeln umzusetzen. Auch das ist jetzt wieder gemein.

Mehr gegenüber Müntefering als gegenüber Stolpe, denn Stolpes Haupttugend ? Mann der Kirche, der er ist ? besteht ja darin, mit Worten zu begründen, dass über uns allen etwas schwebt, das größer ist als wir und nicht Toll Collect heißt, sondern, wenn man nur richtig lebt, den Weg in die ewige Seligkeit garantiert. (Für Agnostiker: Gemeint sind nicht die SPD und Gerhard Schröder, gemeint sind Gott und das Himmelreich.)

Müntefering also redet kraus, weil er der Müntefering ist. Dafür allerdings muss man ihn auch wieder loben, denn die Sezierung seiner Sprachbilder kann, Mühe und Willen vorausgesetzt, die erstaunlichsten Ergebnisse zeitigen, wie Deutschl und die Krümmung Fluss beweisen.

Der Müntefering-Faktor
Für viele andere Menschen, nicht nur Politiker , trifft leider zu, dass sich selbst eine sorgfältige Autopsie ihrer Sprachbilder nicht lohnt. Legt man zum Beispiel eine normale Bundestagsrede ? Merkel, Gerhardt, Sager ? auf den Obduktionstisch, findet man fast nie interessante Wucherungen oder unbekannte Knochen.

Aus den Bestandteilen dieser rhetorischen Würmer fließt unter dem Skalpell meist nur grünliches Leichenwasser. Zu Ehren des Franz Müntefering also, der außerdem auch ein netter Kerl ist, soll der individuelle Anteil an der großen Sprachverschwurbelung nun für alle Zeiten der Müntefering-Faktor genannt werden.

Abseits vom Müntefering-Faktor erfordert die allgemeine Antwort auf die Frage, warum die politische Sprache ähnlich der afrikanischen Sahel-Zone einer rasenden Desertifikation ausgesetzt ist, tieferes Nachdenken. Ein paar Gründe liegen auf der Hand und werden immer wieder, sogar in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, genannt. (Nein, die Rechtschreibreform hat damit nichts zu tun.)

Cornelia Pieper und der Scholzomat der SPD
Leute, die viel sprechen, aber oft wenig sagen können oder wollen, benutzen den Hirn-Schallerzeugungs-Komplex als Stanzmaschine. Beispiele dafür: So gut wie alle Generalsekretäre der Parteien, führend Cornelia Pieper sowie der demnächst in die Generalüberholung gehende Scholzomat der SPD.

Der Satzstanzung (?...haben ein freundschaftliches Gespräch über Themen von gegenseitigem Interesse geführt?) nah verwandt ist das Zutodereiten von, bei einmaligem Gebrauch womöglich noch witzigen, Bildern oder Redewendungen.

Blähunsinn, der sich vererbt
Dazu gehören neben vielen anderen: Und das ist gut so ? Ich bin ein Dideldum, holt mich hier raus! ? Das Wunder von Dideldum ? undsoweiter. Ebenso doof wie unausrottbar ist die Anwendung verbotener Floskeln, die, wäre dies bei Wörtern nur möglich, in Sicherungsverwahrung gehörten.

Wer immer noch von irgendetwas ausgeht oder ich sag mal sagt; wer in jedem dritten Satz etwas nicht ausschließt und gleich darauf beteuert, offen gesagt, ganz ehrlich und unter uns zu reden, der versündigt sich an unseren Kindern, weil die nachplappern, was wir sagen, und sich dieser Blähunsinn so vererbt.

Schuld an der großen Sprachverschwurbelung in der Politik haben auch Manager und Redenschreiber. Die dynamischen Manager haben sich eine eigene Sprache geschaffen, die changiert zwischen dem Yu-gi-O-Jargon der Siebenjährigen und dem rasanten Geplapper eines 31-jährigen Roland-Berger-Beraters, der ein Verhältnis mit Jil Sander hat.

Sprech, internalisiert
Da wird forgecastet und outgesourct, Arbeiter heißen human resources und etwas neu zu machen heißt gleich mal change management. Politiker finden diesen Sprech toll. Sie bauen ihn in ihre Reden ein, wenn sie vor der Mittelstandsvereinigung sprechen. Irgendwann internalisieren sie den Sprech und reden auch in der Kneipe so.

Redenschreiber wiederum sind eigentlich arme Schweine, weil sie ihren Chefs brillante Dinge aufschreiben sollen, die aber so klingen müssen, als habe sie der Chef selbst gerade spontan erfunden, weswegen sie andererseits nie wirklich brillant sein können.

Referentenentwurfshumor
Sagt jener Chef also plötzlich interessante Sachen, wundert sich der professionelle Beobachter, weil er doch weiß, dass der Politiker Habermas nie gelesen hat, aber ihn dennoch jetzt paraphrasiert. Das ist unglaubwürdig.

Die meisten Redenschreiber in Berlin sind ohnehin Beamtenseelen, und deswegen klingen die meisten Reden, als seien sie aus den Geschäftsordnungen diverser Ministerien entnommen worden, gewürzt mit einer Prise Referentenentwurfshumor.

Wenn zum Beispiel ein amtstragender Politiker statt Vereinte Nationen oder UN nur noch VN (?das ist unsere Positionierung im Vauenn-Sicherheitsrat?) sagt, dann weiß man, dass er sich endgültig der Macht des Faktischen, also der Ministerialwahrnehmung und -sprache, unterworfen hat.

Schwindende und verschwundene Haufen
Soweit die vielschichtige Analyse, die gewisslich wahr ist. Die wirkliche Erklärung für die große Sprachverschwurbelung aber ist das alles nicht. Die ist viel einfacher. Ich glaube, dass Sprache ein Verbrauchsgut ist. (Weil es sich im Folgenden um eine sehr persönliche Theorie handelt, ist der Gebrauch der ersten Person Singular hier nicht der Eitelkeit geschuldet, sondern der Redlichkeit.)

Nach dem Prozess des Spracherwerbs, der Sozialisation in der Familie und der anschließenden Ausbildung hat der Mensch einen gewissen Wortschatz sowie eine je individuell ausgeprägte Fähigkeit, mit diesen Worten Dinge zu sagen, die er sagen will. Ich stelle mir das so vor: Die Worte liegen auf einem großen Haufen und der Sprechende klaubt sie sich nach seiner Kenntnis der Grammatik, der Redekunst und nach seinem Sprachgefühl zusammen.

Da aber im Leben jeder Haufen bei stetigem Gebrauch seiner Bestandteile kleiner wird, kleiner werden muss, nimmt auch der Worthaufen bei jedem Einzelnen im Laufe seines Lebens ab. Dies ist eine gute Erklärung dafür, warum zum Beispiel Männer mit zunehmendem Alter immer weniger reden. (Bei Frauen ist das ähnlich. Nur wenn Frauen mit Frauen reden, sprechen sie sehr viel. Vielleicht gibt es da einen dem männlichen Verständnis unzugänglichen Worthaufen.)

Andererseits erklärt die Theorie des abnehmenden Worthaufens auch, warum Politiker umso krauser reden, je länger sie Politiker sind.
Politiker müssen, das haben wir bereits bewiesen, sehr viel reden, zumal, wenn sie Bundeskanzler, Parteichef oder Generalsekretär sind.

Ein Generalsekretär, der unablässig vor der Partei, in Talkshows und im Deutschlandfunk labern muss, verbraucht in sechs Monaten so viele Worte wie ein Bundestagshinterbänkler in drei Legislaturperioden.

Für den Bundeskanzler und Minister trifft dies eigentlich auch zu, aber das Gefälle zwischen Clement und Scholz ist auch der Tatsache geschuldet, dass sich ein Minister viele Reden aufschreiben lässt, während ein Generalsekretär dauernd selber redet.

Schröder also verbraucht die Worte seiner Redenschreiber und nicht nur seine eigenen. Dies muss so sein, denn wenn Schröder nur seine eigenen Worte verbrauchen würde, wäre er bereits stumm, und außerdem bemerkt der, der Schröders Redenschreiber kennt, dass die sich in den letzten Jahren verändert haben.

Manchmal wirken sie irgendwie wortentleert, wenn auch nicht so deutlich wie bei Laurenz Mayer oder bei Scholzomat. Wenn aber die Theorie des allmählichen Verschwindens der Worte zutrifft, warum sprechen dann Leute wie Ursula Engelen-Kefer, Hans-Olaf Henkel oder Dietrich Austermann überhaupt noch? Auch das kann ich erklären.

Ich glaube, es gibt zwei Geschlechter, zwei große Arten von Wörtern, so wie es zwei Geschlechter beim Menschen gibt. Die eine Art sind die guten, die originellen, die schönen, die lustigen, die tollen Wörter.

Wucher-Wörter
Die verbrauchen sich, so wie sich alles Schöne im Leben leider verbraucht. Die anderen aber sind die Alltagswörter, die garstigen Ministerialwörter, die auf -ung endenden Wörter, die Subjekt-Prädikat-Objekt-Wörter, die stimmungslosen Wörter, die kalten, grünlichen, rumänischen, wasserlosen Wörter.

Die verbrauchen sich nicht. Im Gegenteil: diese Wörter wuchern nach der Art des Krebses. Sie lassen sich nicht verbrauchen, sie wehren sich wie Einzeller durch stetige Vermehrung.

Je mehr einer spricht, desto seltener findet er auf seinem Sprachhaufen unter den wachsenden, wuchernden, wabernden Molluskenwörtern die schönen, klingenden, warmen Ausdrücke.

Der Kanzler zum Beispiel suchte an jenem historischen Deutschl-Freitag vielleicht nach einem Satz wie: ?Ich habe eingesehen, dass es für einen Menschen eine zu schwere Bürde ist, gleichzeitig an der Spitze einer über ihre Grundwerte debattierenden Partei und einer ins Straucheln geratenen Regierung zu stehen.?

Ung! Keit! Basta!
Das Verb ?einsehen? fand er nicht, wohl weil es schon lange nicht mehr in seinem Worthaufen liegt. Als er nach ?zu schwere Bürde? suchte, fiel ihm das glitschige, albanische ?Vermittlungsproblem? in die Hand und dann in den Mund.

Als er nach ?ein Mensch? fahndete, -ungte und -keite es heftigst von seinem Sprachhaufen und heraus kam der Satz: ?Das ist ein Prozess, von dessen Notwendigkeit und der Notwendigkeit seiner Weiterführung ? unbedingter Weiterführung ? ich überzeugt bin.? Ung! Keit! Basta!

Die Theorie vom Verschwinden der schönen und vom Wuchern der hässlichen Worte erklärt jenseits der Politik so gut wie jede menschliche Kommunikation.

Sie erklärt, warum die meisten Schriftsteller in ihrem Leben nur ein einziges gutes Buch schreiben; sie erklärt, warum aus den guten Gesprächen am Anfang einer Liebe der karge Ehedialog wird; sie erklärt, warum Dieter Bohlen so viel und was er spricht; sie erklärt, warum es keine guten Talkshows geben kann.

Und sie erklärt auch Franz Müntefering. Die Krümmung des Flusses nämlich ist im Grunde ein sehr schönes Bild. Müntefering ist schlau genug, um selbst darauf gekommen zu sein, dass er sich in Gefahr befindet: nämlich gleichzeitig sprachlos und geschwätzig zu werden.

Deswegen geht er so sparsam mit seinen Worten um, und deswegen sagt er: ?Ich kann nur kurze Sätze.?

Franz Müntefering steht also an der richtigen Krümmung des Flusses. Mal sehen, ob er auch Deutschl dahin bringt.

(SZ vom 21.2.2004)

Posted by tilman.haerdle at 8:59 PM