(Da meine Leserin behauptet, meine Argumentation sei unverständlich, hier der 15-min Starbucks-Post etwas erweitert)
Gerade im Quartier 206 gewesen. Nett. Gehobene Wohnzimmeratmosphäre - wenn wir mal voraussetzen, daß man ein Haus mit ca. 2000 qm besitzt, was ja durchaus vorkommen soll... Aber eben nur nett. Kein akuter Kaufdrang. Kann natürlich daher kommen, daß ich mir Schokolade für 48 EUR nicht leisten will und Anzüge für 2000 EUR nicht leisten kann (sich leisten können = etwas kaufen, ohne daß dadurch der Finanzhaushalt außer Fugen gerät). Aber selbst, wenn ich könnte: Würde ich wollen? Ist Besitz noch Luxus? Folgende Gedanken:
Ich möchte nicht ausschließen, daß es Leute gibt, die materiell exzellent dastehen und trotzdem den Luxus besitzen, Zeit zu haben? (Ganz ohne Geld macht das Leben auch keinen Spaß) Aber für uns andere - was ist wichtiger - Besitz oder Zeit?
Es könnte jetzt zu denken geben, daß auch Vivienne Westwood (erster Zitatabsatz) nicht Besitz als den wahren Luxus empfindet. Und Frau Lippert von American Spirit auch. Wer also - nach seinen Maßstäben - genügend besitzt, strebt nach anderen Zielen.
Ludwig Börne schreibt: "Nehmt einige Bogen Papier und schreibt drei Tage hintereinander ohne Falsch und Heuchelei alles nieder, was euch durch den Kopf geht. Schreibt, was Ihr denkt von Euch selbst, von Euren Weibern, von dem Türkenkrieg, von Goethe, von Fonk's Kriminalprozeß, vom jüngsten Gericht, von Euren Vorgesetzten. Nach drei Tagen werdet ihr vor Verwunderung, was ihr für neue, unerhörte Gedanken gehabt, ganz außer euch kommen. Das ist die Kunst, in drei Tagen ein Originalschriftsteller zu werden!"
Der Mann könnte Vorbild für viele Blogger gewesen sein. Lebte aber von 1786 bis 1837. Dave, Du warst nicht der Erste.