Der Post entstand am 10.9. Liest sich im Nachhinein wie ein Bericht von "Landei entdeckt die Großstadt". Peinlich. Ich glaub, ich muß wieder mehr auf die Straße.
9.9.04
Berlin, 8 Uhr: Der Flieger ist überpünktlich, und da ich kein Gepäck aufgeben mußte sondern meinen Rechner (10kg) samt Reisetasche (6kg) an Bord nehmen konnte, sitze ich bereits um 8:05 in meinem netten Smart forfour. Der Wagen hat eine Tiptronic, die nicht richtig klasse funktioniert, aber man kann sie auch auf Automatik stellen. Dann ruckelt der Wagen, aber er fährt.
8:35 bin ich bereits am Kottbusser Ufer für meinen ersten Kundentermin. Die Sonne scheint, die Häuser am anderen Ufer erstrahlen frisch renoviert im Glanz hochherrschaftlicher Berliner Bürgerhäuser.
Ich merke, daß ich in der Hauptstadt bin. Der Kunde hat seinen Tischlerbetrieb im 2.OG des 2. Hofs eines Hauses. Und der Betrieb ist nicht klein.
11:30 Fahrt in Richtung Wuhlheide. 14km fahrt durch Berlin und ich bin noch längst nicht in den Außenbezirken. Treptow ist wunderschön. Mir fallen die Gegensätze auf zwischen den renovierten alten Häusern und den vielen Malls und Baumärkten von Obi, Bahr etc., die überall aus dem Boden sprießen.
17:00 Fahrt nach Alt-Mahlsdorf: Die Strecke erscheint mir noch länger. Ich komme in dörflichere Regionen und bin immer noch in Berlin. Wieder mal Kopfsteinpflaster mit Schlagloch.
20:00 Ich nehme die vom Kunden vorgeschlagene Abkürzung, immer die Hönower Straße runter, dann kommen sie automatisch auf die Autobahn. Nun ja, in Köpenick geht es dann nur noch links nach Osten oder rechts nach Berlin-Mitte. 15 min später, ich bin in Friedrichshain, geht es dann nach links auf die A113, von der aus komme ich auf die A10. Weitere 20min später fahre ich immer noch gerade aus und die Straße hat immer noch kein Ende. Now that's what I call big cities.
In Brandenburg/Havel erwischt mich dann doch noch einer der 20 TraffiPhots, die auf der B1 auf mich lauern. Auch die Durchquerung von Brandenburg dauert subjektiv Ewigkeiten. Die DDR war ein weites Land.
Um 22 Uhr komme ich in Tangermünde im Ringhotel Schloß Tangermünde an. Schon im Dunkeln sieht das alles sehr nett aus. Burghof, mit vielen Bänken, mit Kissen drauf. Laue Sommerabendstimmung. Im "Scheibenwischer" erwähnen sie, daß Gefangene nach der Entlassung in die Freiheit einen verstärkten Bau- und Basteltrieb haben...
10.9.04, 8 Uhr:
Beim Weg zum Frühstück trifft mich fast der Schlag, weil der Blick auf die Elbe vom Schloß aus wirklich dramatisch ist. Man kommt sich vor wie in der "Flußwelt". Ein träge dahinfließender Fluß, dahinter nichts als weites, leeres Land mit Obstwiesen. Blauer Himmel. Eine älteres Ehepaar bittet das Personal, ein letztes Mal draußen zu decken. Auf der Elbterasse. Die Weite des Blicks scheint es wert zu sein, wenn man freiwillig bei 5 Grad draußen frühstückt...
Auf dem Weg zurück in mein Zimmer, einem Gartenhaus, fällt mir erst die Garten auf, der verwunschen, mit sattgrünem Rasen daliegt. Verstreut wachsen Rosen, dazwischen vereinzelt Bänke, wieder mit Ruhekissen, die zum Verweilen einladen. Angehaltene Zeit für 62 EUR die Nacht.
Tja, kaum hat mir D-Link meinen WLAN-Router ersetzt, klappt auf einmal auch der Zugriff der Rechner aufeinander im lokalen Netzwerk. Ging bisher nicht. Amazing.
Das definitiv coolste Zubehör zum iPod von Apple ist... der iTrip.
Natürlich darf man das in D nicht benutzen, deshalb hab ichs im ausland getestet ;-)
Aus bis zu 10m Entfernung einfach das nächstliegende Radio ansteuern und drahtlos Musik vom iPod streamen.
Es fehlt nur noch die Übermittlung von RDS-Daten, damit die Tracktitel im Radio angezeigt werden...
Vodafone bietet jetzt einen UMTS-Tarif an, bei dem 500 MB Volumen pro Monat für 110 EUR abgerechnet werden. Jedes weitere MB kostet 0,81 EUR.
So langsam wird das echt interessant. Das "always on" könnte somit näher rücken.
Schon jetzt stelle ich fest, daß man auf Zugfahrten einigermaßen gut mit GPRS arbeiten kann.
Die nächste Stufe ist dann tatsächlich, vor Ort während Kundenpräsos im Hintergrund seine Email zu empfangen und online gleich Angebote fertigzumachen, die dann über David per Fax beim Kunden eintrudeln. Oder als PDF über den Memory Stick auf den Kundenrechner wandern.
Hmmm...