January 25, 2009

Being up to date - ein Dilemma

Nach einer gänzlich unrepräsentativen Umfrage (Erhebungsgröße eine Person) mal wieder auf ein Thema gestossen, das einer Lösung bedarf (auch wenn da augenscheinlich schon dran gearbeitet wird, wie weiter unten ausgeführt).

Also, unsereins als business professional kommuniziert ganz modern per Email, AIM, Skype, Twitter, Wiki, Blog, Xing und LinkedIn. Dabei werden die unterschiedlichen Kanäle teilweise für unterschiedliche Adressaten und Zielgruppen genutzt.

Studenten wiederum nutzen StudiVZ, solange sie im Vordiplom sind und facebook sobald sie im Hauptdiplom mit der großen weiten Welt in Kontakt kommen, da StudiVZ international keine Relevanz hat und niemand seine Daten doppelt pflegen will. Twitter sei angeblich nicht so weit verbreitet. facebook-Statusmeldungen seien das Ding, um über den aktuellen Status zu informieren.

Nehmen wir's mit Vorsicht auf. Was bleibt ist, daß das alles noch nicht integriert ist. Ich habe natürlich keine Lust, mein Netzwerk, das ich in Xing aufgebaut habe, in LinkedIn nochmal aufzubauen, Gleiches mag für die Kontakte gelten, die ich in Twitter, AIM, Skype etc. habe.

Eigentlich ist der Problem von der Seite zu lösen, daß man seine Identität in unterschiedliche Facetten aufspalten muß, um sein Kontaktnetzwerk sauber partitionieren zu können. Während ich auf Twitter vielleicht relativ "promisk" bin und jeder Depp meine Tweets lesen darf, weil ich mich entsprechend anonymisiere, will ich meine Kontakte in Xing mit Bedacht und auf seriöser Ebene wählen. Eigentlich will ich überhaupt den Kontakt im Mittelpunkt stehen haben und erst in zweiter Linie die Kommunikationsplattform, über die ich mit ihm kommuniziere.

Nun gibt es mit OpenSocial bzw. Facebook Platform bereits Ansätze, Kontaktinformationen über mehrere soziale Netzwerke hinweg abzugleichen. Das scheint mir derzeit aber hauptsächlich eine technologische Lösung zu sein. Tatsächlich kann es sein, daß meine Authentifizierung individueller Kontakte von Netzwerk zu Netzwerk unterschiedlch ist, grundsätzlich jedoch will ich die Kontaktdaten bzw. den Bezug zu einer anderen Person nicht mehrfach erfassen.

Man könnte auch sagen: Einerseits will ich rein grundsätzlich festlegen können, wie transparent ich auf einem bestimmten sozialen Netzwerk bin. Und dann will ich meine Kontakte - egal woher ich sie bekommen habe - in einem Gesamtzusammenhang sehen und festlegen können, wie stark ich mich jedem einzelnen Kontakt über das voreingestellte Maß der jeweiligen Kommunikationsplattform hinaus offenbare.

Die Aufgabenstellung läßt sich eigentlich schon weitgehend lösen, da es zu den verschiedenen sozialen Netzwerken APIs gibt (zumindest teilweise, da, wo noch nicht vorhanden, ist es eher ein politisches als ein technologisches Problem) und sich somit eine unifizierte Sicht über mehrere soziale Netzwerke hinweg erstellen liesse. Pikant ist dabei, daß eigentlich eine netzwerkübergreifende Identifizierung einer Person vonnöten ist (da hätten wir in D doch die tolle neue Steuernummer, hmmmm?) um einen sicheren Abgleich herzustellen.

Umgekehrt stellt sich die Frage, inwieweit so etwas gewünscht ist, da es dann eine Instanz gäbe, die sehr detaillierte Personeninformationen besäße, was aus Datenschutzgründen wiederum bedenklich ist. Weitergedacht stellte sich dann sowieso die Frage, wieso nicht eine Kommunikationsplattform mit einem tiefergehender definierten Set an Features ausreichend ist. Kontrolle? Orwell?

Am Ende steht hier auch wieder der Frage: Was ist der Preis, den wir für Bequemlichkeit zu zahlen bereit sind? Siehe dazu auch: Kundenkarten, Rabattkarten, Kreditkarten etc.

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Posted by tilman.haerdle at January 25, 2009 7:18 PM
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