January 4, 2007

Transparenz

Chris Anderson vertritt einen radikalen Gedanken. In die selbe Richtung geht Eric von Hippel mit Democratizing Innovation.

In Zeiten, in denen viele aus Angst vor Industriespionage, aus Angst vor dem Mitbewerber mit Verschwiegenheitsvereinbarungen nur so um sich werfen, ist das ein Ansatz, der nicht nur radikal, sondern erstmal nicht besonders klug erscheint.

Doch gemessen am Charakter der Innovation, wie sie sich in den meisten Fällen manifestiert, nämlich inkrementell, wird dieser Standpunkt schon viel vernünftiger. Indem ich den Kreis von Instanzen, die mir wichtig sind, nicht nur Kunden, sondern möglicherweise auch Geldgeber/Investoren, proaktiv von meinen Innovationsaktivitäten in Kenntnis setze und Gelegenheit zur Teilnahme an diesem Prozess gebe, nutze ich nicht nur "wisdom of the crowds"-Effekte, sondern ich erhalte frühes Feedback um möglicherweise in die falsche Richtung gehende Entwicklungen entsprechend korrigieren zu können. Natürlich ist frühes Feedback mit Vorsicht zu geniessen, weil der Kreis sich intensiv mit einer Produktentwicklung auseinandersetzenden Personen nicht dem Durchschnitts-Nutzerkreis entspricht.

Dennoch: ich bin der Ansicht, daß die Vorteile hoher Transparenz mögliche Nachteile aufwiegen, die durch pures Kopieren entstehen. Denn selbst dann, wenn Kopieren faktisch möglich ist, weil das Produkt stofflich vorliegt, gehört mehr dazu, als ein Produkt in einem Aspekt, beispielsweise der Form, zu kopieren. Sie dazu auch die Erfolgsgeschichte der MMG.

Posted by tilman.haerdle at January 4, 2007 9:23 PM