Willkürliche Auszüge aus einem durchschnittlichen Fernsehabend auf einem durchschnittlichen Sender: RTL.
Bei WWM gewinnt eine sehr intelligente, belesene Frau nur 16000 EUR, weil sie bei der 64000 EUR Frage wider besseres Wissen zockt. Schade drum. Und leider auch ein bißchen zu wenig gedacht. Ein 22jähriger Finanzanwärter gewinnt mit viel Glück und dem richtigen Maß an Selbsterkenntnis 32000 EUR. Der Mann war nicht wirklich belesen, aber er hatte das Glück dessen, der seine Grenzen kennt.
Bei DSDS (nette Interpretation: Duisburg stellt den Superstar) wird Benny, der erklärte Liebling der Jury, rausgewählt. Es haben zu wenig Leute für ihn angerufen. Der absolut nichtssagende Strahlemann Philippe, der Mann ohne Stimme, der Totalversager des Abends kommt eine Runde weiter. Gerade an diesem Beispiel läßt sich eigentlich das totale Versagen der Demokratie ablesen, denn nicht die besten, sondern die Leute mit der größten Lobby gewinnen. Ungläubiges Staunen bei der Jury. Gefaßtheit bei Benny, dem klar war, daß er rausfliegt, als er neben Philippe nach vorne gebeten wurde. Es mag trösten, daß auch DSDS-Verlierer noch Karriere machen können. Aber wie wird diese Sendung enden, wenn nun eine auch lobbymäßig gut ausgestattete Durchschnittssängerin, ein Selbstdarsteller ohne Stimme und eine wirklich sehr gute, aber vielleicht nicht massentaugliche Elli in der Endrunde sind? Es steht zu befürchten, daß dies im endgültigen Triumph des Mittelmaßes endet. Womit auch klar ist, wieso das Wort "Elite-''Universität" in Deutschland so einen schlechten Ruf hat.