August 17, 2009

Wo bleibt die Ernsthaftigkeit?

Mit zunehmender Intensität rollen wir im Wahlkampf nun auf die Bundestagswahl 2009 zu. Einerseits ist alles wie immer, die Parteien bewerfen sich gegenseitig mit Schlamm, zeihen sich der Inkompetenz und behaupten, daß mit ihnen nach der Wahl alles besser werde.

Was mich in zunehmendem Masse irritiert ist, daß die vorgestellten Konzepte einerseits nicht mal mehr parteiweit abgestimmt erscheinen, sondern vor allem auf der Basis reiner Behauptungen stehen bleiben. Und genau das halte ich für problematisch. Anscheinend gehen die Parteien davon aus, daß der Bürger weder bereit noch in der Lage ist, komplexe Zusammenhänge zu verstehen. Und nicht nur die Parteien, selbst unter Politikwissenschaftlern scheint derheit Meinung vor Sachverstand zu gehen. Anders ist nicht zu erklären, daß es bisher noch keine zusammenfassende Erörterung der Fragestellung gibt, ob eine Steuererhöhung nun sinnvoll ist oder nicht, bisher stehen hier nur Meinungen gegeneinander.

Ein Wahlprogramm, das neben Zielen auch seriös den geplanten Weg zu deren Erreichung aufzeigt, ist mir nicht bekannt. Weiterhin fehlt mir die Rechenschaft und Einsicht dafür, dem Bürger zu erklären, welcher Anteil beispielsweise der Arbeitslosigkeit überhaupt von einer nationalen Regierung beeinflussbar ist und welcher Anteil Produkt globaler wirtschaftlicher Entwicklungen ist. Keine Partei gesteht gemachte Fehler ein, das eigene sich-auf-die-Schulter-klopfen über die angeblich erreichten großartigen Ziele ist offensichtlich die einzige Bewertungsform eigener Tätigkeit.

Kurz gesagt entsteht der Eindruck, daß die Parteien zwar Vorstellungen haben, was man machen kann, um bestimmte Probleme zu adressieren, aber das Verständnis dafür, ob das überhaupt klappen kann, bzw. eine nachvollziehbare Argumentation dafür fehlt.

Wenn man dann noch sieht, mit welchen Themen manche regionalen Kandidaten versuchen, auf sich aufmerksam zu machen, zweifelt man ernsthaft an deren Fähigkeiten, irgendwas auf die Reihe zu bekommen. Man könnte den Eindruck bekommen, daß die Politik so langsam den Offenbarungseid leistet und sich außerstande sieht, dem, was passiert, steuernd entgegenzuwirken. Es wird von Wahl zu Wahl gedacht, der lange Atem, Ehrlichkeit und die Nachhaltigkeit fehlt mir weitgehend. Die unbequemen Wahrheiten bekommen wir nach der Wahl natürlich aufgetischt. Vor der Wahl könnte Ehrlichkeit ja Stimmen kosten.

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May 5, 2009

Die Elite trifft sich...

Unter mehrheitlichem Ausschluss der Öffentlichkeit fand am Wochenende in Berlin das Politcamp 2009 in Berlin statt. Genauso wie auch die re:publica 2009 ein Event, das im wesentlichen die selbe Zielgruppe bedient: internet-affine Menschen höherer Bildung, die diese Treffen nutzen, um sich dann doch auch mal in der realen Welt zu begegnen und ihre Diskussionen nicht nur über Blogpostings und Tweets zu führen.

Nach allem, was ich so mitbekommen habe, waren das spannende Veranstaltungen, die mit Sicherheit bei den Beteiligten zu einem Erkenntnisgewinn führten. Ein Aspekt, der mich jedoch verwundert ist die Einschätzung, die bei manchen Beteiligten hinsichtlich der Relevanz solcher Veranstaltungen besteht. So wurde doch mit Enttäuschung kommentiert, daß die Politik bei durchaus wichtigen Themen wie Internetsperren oder Online-Zensur oder Wahlkampf im Web hochrangige Vertreter schickt, sondern nur die zweite oder dritte Reihe.

Und genau hier fängt das Mißverständnis an: Natürlich gehören wir, die wir mehrheitlich akademische Bildung genossen haben, mit Selbstverständlichkeit Computer und deren Anwendungen wie Email, Weblogs oder Twitter nutzen, einer Elite an. Diese Elite ist jedoch zahlenmäßig klein, und je internet-affiner wir sind, umso weniger sind wir. Da hilft es wenig, wenn in dieser Gemeinschaft einzelne bereits 2000 oder noch mehr "follower" haben oder vergleichbare Leserzahlen im Bereich Weblog. Wir sind eine Minderheit. Und wir sind keine Meinungsführer, denn wir kommunizieren mehrheitlich unter unseresgleichen. Denn wir heben uns ja von der Masse ab, die ungebildet ist, keine Ahnung von Twitter und dergleichen hat, immer noch kein iPhone nutzt, geschweige denn einen Mac.

Die Politik bzw. die Vertreter der Parteien haben jedoch ihren Job getan, wenn sie relevante Mengen von Wählern, im Millionenbereich, in Richtung ihrer Partei bewegen können. Da sind dann Veranstaltungen mit einigen Hundert Teilnehmern aus einem Kreis weniger Tausend nicht wirklich relevant, auch wenn viele schlaue Köpfe mit guten Ideen drunter sind. In diesem Zusammenhang ist es spannend, den Blogpost von @mspro zu lesen und im Vergleich dazu den Artikel auf Spiegel Online zum gleichen Thema.

Der Unterschied zu den USA, wo ein grösserer Teil der Bevölkerung das Internet als reguläres Kommunikationsmedium nutzt, und zwar jenseits von Email und Chat, tritt hier deutlich zutage. Das ist aber nur eine Seite der Medaille. Selbst wenn in Deutschland mehr Menschen über die neuen Kanäle wie Twitter oder Weblogs erreichbar wären, würde dies nur dazu führen, daß dem Internet als Kanal von den etablierten Parteien mehr Bedeutung beigemessen würde. Wohlgemerkt als unidirektionales Publikationsmedium.

Worauf wir jedoch wirklich hinarbeiten sollten ist, die Rate der allgemeinen Teilnahme an der politschen Willensbildung und -äußerung zu erhöhen. D.h. die Bürger zu mehr Teilnahme an der politischen Diskussion zu bewegen. Und genau das ist ein Prozess, der vielen Vertretern von Parteien eher Angst einjagen dürfte, weil bei erhöhter Beteiligung des einzelnen Bürgers der Einfluss der Parteien schwindet. Wenn die Bürger die Gelegenheit wahrnehmen, basisdemokratische Elemente wie Unterschriftenaktionen, Petitionen oder Volksabstimmungen zu nutzen oder verstärkt einzufordern, verliert die Parteiendemokratie an Gewicht. Derzeit herrscht in Deutschland jedoch eher ein Klima, in dem der Staat zu viele Maßnahmen ergreift, die "zum Besten des Bürgers" sind und wo umgekehrt der Bürger auch keine Verantwortung tragen will. Sicherheit und Absicherung sind eigentlich die zentralen Themen und nicht Verantwortung. Gleichzeitig entfremden sich Bürger und Staat zunehmend, viele fragen sich, welche Einflussmöglichkeiten sie heute überhaupt noch besitzen. Damit will ich die Wichtigkeit von Parteien nicht in Abrede stellen, sondern es geht vielmehr darum, daß die Parteien den Willen der Bürger umsetzen sollten und nicht den von Lobbygruppen. Je mehr Bürger sich äußern, umso fundierter können im Parlament politische Entscheidungen getroffen werden, die von einer Mehrheit der Bevölkerung getragen und verstanden werden. Je besser die Bürger die Konsequenzen seines Handelns versteht, umso weniger Staat braucht er, der ihn beschützt.

Wenn also Veranstaltungen wie das Politcamp auch der "Offline-Bevölkerung" bekanntgemacht werden, sowas vielleicht sogar dezentral an vielen Orten stattfindet, und zwar nicht nur zu Zeiten von Wahlkämpfen, dann sind wir auf dem richtigen Weg. Und genau hier sehe ich eine wesentliche Aufgabe des Staats: Dem Bürger das politische Engagement schmackhaft zu machen. Ihn zu informieren und zur fundierten eigenen Meinung erziehen anstatt zu unterhalten. Solange jedoch auch und gerade über die staatlichen Medien mehrheitlich Unterhaltung statt Information vermittelt wird, solange mehr Leute Bild lesen statt die FAZ oder die SZ, solange zur Hauptsendezeit Unterhaltung läuft statt spannend aufbereitete Information, solange es öffentliche Radiosender wie SWR3 gibt, die angesichts überbordender Privatradioangebote keinerlei Existenzberechtigung besitzen, haben wir noch einen weiten Weg vor uns. Wir als Netzbürger können unseren Beitrag leisten, indem wir für unsere Offline-Kontakte eine Vorbildfunktion wahrnehmen und dieses Ideal vorleben, frei von Dogmatismus und unter Respektierung anderer Menschen und Meinungen.

Posted by tilman.haerdle at 7:04 AM | Comments (0)

March 22, 2009

Der Papst und das Kondom

Zum wiederholten Mal, diesmal anläßlich seines Afrikabesuchs, wird der Papst für seine Haltung zum Kondom verdammt.

Ich versteh das nicht. Der Mann kann nicht anders. Spezifisch die katholische Kirche ist groß darin, die Bibel sehr traditionell auszulegen. Genau darin unterscheidet sie sich stark von anderen christlichen Kirchen. Sei es nun der Zölibat, keine Frauen als Priester oder eben das Verbot außerehelichen Geschlechtsverkehrs. Nimmt man letzteres als Prämisse ist klar, daß Kondome schädlich sind, weil sie nämlich den außerehelichen Geschlechtsverkehr erleichtern. Und zudem Sex mit einer anderen Bestimmung als der Fortpflanzung ermöglichen.

Daß das alles nicht zeitgemäß ist, weil diese Positionen auf einer Literatur beruhen, die 2000 Jahre alt ist und zu deren Zeit solche Regeln sinnvoll waren, ist offensichtlich. Aber wenn eine Kirche auf dem Standpunkt steht, ihr Fähnlein nicht nach dem Winde zu hängen und jedem Zeitgeist zu folgen, dann ist das erstmal ihr gutes Recht. Jeder, der das nicht mehr teilen mag, kann aus der Kirche austreten.

In Afrika ist die Position der Kirche mit Sicherheit bedenklich, weil die große Mehrheit der Menschen an der unteren Stufe der Bedürfnispyramide sich stärker von spirituellen Führern beeinflussen läßt als wir in unserer gesättigten, säkularisierten und individualisierten Umgebung in den Industriestaaten.

Würde die katholische Kirche sich reformieren, wäre sie evangelisch. Das ist ja gerade vor ein paar hundert Jahren passiert mit bekanntem Ausgang.

Daher halte ich es für schwierig, hier auf eine Änderung zu hoffen. Gesunder Menschenverstand hilft da leider nicht weiter. Die katholische Kirche begründet ihre Position auf einem Ideal, nicht an den Bedürfnissen der Realität. Der Mensch hat sich in der Sichtweise der Kirche nach dem Ideal zu richten, nicht die Haltung der Kirche nach der Realität.

Daß das in Afrika verheerende Folgen hat, sehen wir. Umso wichtiger ist eine umfassende säkulare Erziehung der Menschen, eine Aufklärung, die es ihnen erlaubt, in vollem Bewußtsein Entscheidungen über ihr Leben zu treffen, die nicht einfach nur Produkt von Indoktrination sind. Leicht gesagt angesichts der Lebenssituation vieler Menschen in einem Umfeld, in dem Bildung bei akutem Mangel an Wasser, Lebensmitteln, medizinischer Versorgung und Sicherheit ein entbehrliches Luxusgut ist.

Dennoch dürfen wir nicht vergessen, daß die Grundprinzipien und Ideale nicht nur der katholischen Kirche gut und richtig sind. Wir sollten uns also hüten, uns nur die Regeln rauszupicken, die uns passen, weil wir uns eh schon dran halten. Umgekehrt ist die hohe Meßlatte auch Garant dafür, daß die Umsetzung auf einem bestimmten Niveau erfolgt. Pragmatisch gesehen.

Posted by tilman.haerdle at 7:43 PM | Comments (0)

March 4, 2009

Colliding positions or: What do we really know?

Recently I was involved in some talks in two different groups of people. Those two groups had opposing views towards a certain issue (no matter, what it was). Normally you would be inclined to take sides on any one of those two views. In that case I was left completely lost somewhere inbetween because I was no expert in that domain. Both sides' arguments sounded just right and they were conclusive. As a matter of fact, if there is a domain that is heavily disputed two things come together: The foundation of arguments presented as facts and their interpretation leading to a certain opinion.

I'm having difficulties developing any opinion at all in fields mentioned above (which, for me, cover more than 99% of all disputable topics). First, if you are no expert it is hard to verify any fact presented to you, as an argument is only worth as much as the underlying assumption it is based upon. If you can't verify the assumption the argument is only true so far as the path from assumption to the argument is logical. Second, interpreting the given arguments in order to build a view, attitude or opinion is the next source of possible error as you may misinterpret what's given to you.

So eventually you could still have an opinion built upon your personal experience which basically leads to wrong conclusions as single experiences can't necessarily be generalized.

As a conclusion I should tend to reduce the intensity I defend a view on a certain issue by the level of proven foundation it is built upon. Moreover I wonder if having a certain attitude at all is purposeful when trying to solve a problem with lots of unknown variables. It might prevent you from taking new approaches and learning drastically different things.

Does that mean you should have no opinion on topics you are no expert in? Surely not but you should know that your opinion in this case is mostly rooted in your personal history, education and preferences. It is arbitrary and as such rarely worth being defended or, even worse, imposed on others. In contrary, it is matter to examination and through means of discussion could be refined or altered based on newly gained knowledge.

Add to that the fact that nearly every day I discover new things in my very domain that I wasn't aware of previously - which actually reduces the absolute amount of knowledge I have accordingly and you get what I'm talking about. Knowledge is delusive.

Posted by tilman.haerdle at 11:06 PM | Comments (0)

March 2, 2009

Moorgestraich

The weirdly named thing is an event that occurs in Basel the next Monday after the end of Carnival. At 4 am all lights go out and a strange parade of light carriers, pipers and drummers takes place that is the start for 3 days of a very special version of carnival.

Since it starts at 4am it is particularly employer friendly as most people come in time to their day job. Productivity may be lower due to a hangover depending on the amount of night's sleep and the inverse relation to the alcohol consumed. Nevertheless it leaves a lasting, addictive impression which explains why tens of thousands of people quietly get to the spots the nearly equally many thousands of actors pass by. It seems as if there are more tourists among the bystanders than people from Basel as most true Basel-born people take part in the parade.

The drums being played give the impression of power, darkness and doom whereas the pipes are light, shrieking and give way to a shrill optimism that may be related to the celebration of the end of the pest that took place in Basel several centuries ago as in other cities in Europe. The sujet framed boxes relate to local issues but sometimes they have a broader take on certain things.

See for yourself and don't miss next year's Moorgestraich.

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Posted by tilman.haerdle at 12:26 PM | Comments (0)

March 1, 2009

Places I pass when running

As I get some kind of shape I'm able to lift my eyes when running and watch my surroundings. Today, when running my extened play to Kandern, I passed some notable points of interest. In no particular order there is

  • The birthplace of Johann August Sutter, the so called "Kaiser von Kalifornien". Nice old house but you can easily miss the sign.

  • The Black Forest Academy, a christian school as I just learned. Funny to name a place like this in a region that is so much reigned by a nearly uncomprehensible dialect (at least for non-locals, local being people living in a 50k radius).

  • A shrub nursery (Staudengärtnerei) that looks a bit sad in winter with a nearly rotten hut but is surely one of the most romantic places when everything is blossoming.

Besides that, the air started to smell like spring, something I first noticed on my Friday run in Darmstadt. There were, though, some whisks of smoke as the remnants of the saturday night's Scheibenfeuer were still burning. I refrain from trying to write down the proper dialect name here - it varies from village to village anyway.

The view from the hills above the Kandertal was stunning. A pasture that wakes up from winter but still snowy hills as a back setting. Seeing villages close by, France and Basel with its never sleeping chimneys. The Vogesen. It's a privileged region.

Posted by tilman.haerdle at 4:49 PM | Comments (0)

February 17, 2009

No more music chauvinism

Reading Spiegel Online on "the most important CDs this week" makes me sick.

Let me simply put it this way: I once bought Tom Waits CDs or, then, LPs. I don't know why because his music is overrated rubbish. He can't sing, his instruments are crap and he simply ridicules all the pooping feuilleton editors who think this is so great. I'm blunt because that's how he is.

Of course, others may have a different point of view. I think it is chauvinistic to bash artists that many people love for a reason. (OK, I did the same thing one paragraph above, just to give an example).

Music is not about showing off how intellectual you are. It's all about passion. Music has to catch you, move you, touch you. It's purely emotional.

Ever heard of Ursula Rucker? She's overrated, too, at least many of her songs. The Supa Sista CD is partially cool but there are so many songs that are just boring or even embarrassing. Might be that writing a song about the dangers of the internet was innovative in 2001 but in 2008 it's simply stale.

What I'm saying is: it's your judgement. Critics may be helpful as they dig out new names that might be interesting. But defining what's hot and what's not is very individual. Don't believe anybody. Trust your ears and your soul. And there is no "better" music. That's pretentious. There's just music you like and music you don't like. And if you like Heino, fine with me. I like Dido and I am not embarrassed although it's exchangeable music for the hairdresser's.

Posted by tilman.haerdle at 11:50 PM | Comments (0)

February 9, 2009

Boa in Basel

There is a boa in Basel. It's located near the Wettsteinbrücke and it's part of what I call Heimat. I can't tell how often we passed this sculpture on our way to town. It really was part of the whole "family goes to Basel" procedure:

  • Find a parking lot at the St.-Alban-Graben next to the Rhine. Somehow we always found one.
  • Go up the stairs, pass the boa, touch it, proceed either to the Kunstmuseum or go down the Freie Strasse in order to have a Vermicelles or a Chäschüechli at the Gfeller.
  • Go shopping either to Globus or somewhere up Freie Strasse.
  • Go up the hill to do some more (window) shopping.
  • Have some maroni. Strange enough Basel to me is mostly a winter city in my memories.
  • Go back to the car.
  • Go to Migros in Hochbergerstrasse (a really small one) and get coffee, Fondue cheese, chocolate and yoghurt. Rice (Arborio, but that came later).

Today, since it was a normal business day I calculated chances were OK to get a parking lot at this spot. I was right and yet I had completely forgotten the boa until I saw it again. Still it was as if it had been yesterday since I've been there the last time.

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Nevertheless this is why there are some places on my mental map that really define Heimat. It's really tiny places. Heimat is defined by mere square metres.

Posted by tilman.haerdle at 4:58 PM | Comments (0)

January 25, 2009

Being up to date - ein Dilemma

Nach einer gänzlich unrepräsentativen Umfrage (Erhebungsgröße eine Person) mal wieder auf ein Thema gestossen, das einer Lösung bedarf (auch wenn da augenscheinlich schon dran gearbeitet wird, wie weiter unten ausgeführt).

Also, unsereins als business professional kommuniziert ganz modern per Email, AIM, Skype, Twitter, Wiki, Blog, Xing und LinkedIn. Dabei werden die unterschiedlichen Kanäle teilweise für unterschiedliche Adressaten und Zielgruppen genutzt.

Studenten wiederum nutzen StudiVZ, solange sie im Vordiplom sind und facebook sobald sie im Hauptdiplom mit der großen weiten Welt in Kontakt kommen, da StudiVZ international keine Relevanz hat und niemand seine Daten doppelt pflegen will. Twitter sei angeblich nicht so weit verbreitet. facebook-Statusmeldungen seien das Ding, um über den aktuellen Status zu informieren.

Nehmen wir's mit Vorsicht auf. Was bleibt ist, daß das alles noch nicht integriert ist. Ich habe natürlich keine Lust, mein Netzwerk, das ich in Xing aufgebaut habe, in LinkedIn nochmal aufzubauen, Gleiches mag für die Kontakte gelten, die ich in Twitter, AIM, Skype etc. habe.

Eigentlich ist der Problem von der Seite zu lösen, daß man seine Identität in unterschiedliche Facetten aufspalten muß, um sein Kontaktnetzwerk sauber partitionieren zu können. Während ich auf Twitter vielleicht relativ "promisk" bin und jeder Depp meine Tweets lesen darf, weil ich mich entsprechend anonymisiere, will ich meine Kontakte in Xing mit Bedacht und auf seriöser Ebene wählen. Eigentlich will ich überhaupt den Kontakt im Mittelpunkt stehen haben und erst in zweiter Linie die Kommunikationsplattform, über die ich mit ihm kommuniziere.

Nun gibt es mit OpenSocial bzw. Facebook Platform bereits Ansätze, Kontaktinformationen über mehrere soziale Netzwerke hinweg abzugleichen. Das scheint mir derzeit aber hauptsächlich eine technologische Lösung zu sein. Tatsächlich kann es sein, daß meine Authentifizierung individueller Kontakte von Netzwerk zu Netzwerk unterschiedlch ist, grundsätzlich jedoch will ich die Kontaktdaten bzw. den Bezug zu einer anderen Person nicht mehrfach erfassen.

Man könnte auch sagen: Einerseits will ich rein grundsätzlich festlegen können, wie transparent ich auf einem bestimmten sozialen Netzwerk bin. Und dann will ich meine Kontakte - egal woher ich sie bekommen habe - in einem Gesamtzusammenhang sehen und festlegen können, wie stark ich mich jedem einzelnen Kontakt über das voreingestellte Maß der jeweiligen Kommunikationsplattform hinaus offenbare.

Die Aufgabenstellung läßt sich eigentlich schon weitgehend lösen, da es zu den verschiedenen sozialen Netzwerken APIs gibt (zumindest teilweise, da, wo noch nicht vorhanden, ist es eher ein politisches als ein technologisches Problem) und sich somit eine unifizierte Sicht über mehrere soziale Netzwerke hinweg erstellen liesse. Pikant ist dabei, daß eigentlich eine netzwerkübergreifende Identifizierung einer Person vonnöten ist (da hätten wir in D doch die tolle neue Steuernummer, hmmmm?) um einen sicheren Abgleich herzustellen.

Umgekehrt stellt sich die Frage, inwieweit so etwas gewünscht ist, da es dann eine Instanz gäbe, die sehr detaillierte Personeninformationen besäße, was aus Datenschutzgründen wiederum bedenklich ist. Weitergedacht stellte sich dann sowieso die Frage, wieso nicht eine Kommunikationsplattform mit einem tiefergehender definierten Set an Features ausreichend ist. Kontrolle? Orwell?

Am Ende steht hier auch wieder der Frage: Was ist der Preis, den wir für Bequemlichkeit zu zahlen bereit sind? Siehe dazu auch: Kundenkarten, Rabattkarten, Kreditkarten etc.

Comments?

Posted by tilman.haerdle at 7:18 PM | Comments (0)

January 16, 2009

Books...feed your head

After reading two books that at first glance not really belong to the category of intellectually noteworthy literature I must concede that both horror and fantasy have qualities that lie beyond the obvious. I may be a little late to come to that conclusion but both Stephen King's "Rose Madder" (Horror) and Patricia McKillips "The forgotten beasts of Eld" (Fantasy) are books that deeply moved me. Where King's novel is rich in action and suspense, as you can expect it from this master, McKillip's book builds up slowly and in a way never seems to gain real momentum, we stand somehow remote from the course of action. The tension exists on a deeper level. Now what's interesting in both books is that they contain deep insights into human relationships, especially the classic "scenes of a marriage" topics are taken up from new - or should I say "current" angles. The genres more or less are only the medium of transportation and sometimes even obscure the classical relationship dramas that are underlying. So far, no big news, the more I come to think of it, this technique must be in use for ages - think of fairy tales - and I am the last to notice it thanks to my ignorance during some lessons at school.

That said, the aforementioned books definitely belong to the category "worth reading" since they are outstanding both in terms of technical execution, plot and message. Hmm, I might have saved some lines in order to make that point...

On another note, my visit to a Chapters book store in Calgary didn't really pay off. Sure you go off with some books you kinda fancied for some time but not finding so many good books in seemingly broad selection made me really think. This store served more like a decoration for the integrated Starbucks coffee shop than as a repository for interesting literature or even discoveries. The lack of competent sales agents, being replaced by Mac-based kiosks added to it. I direly miss the McNally bookstore on 8th Ave.

And just to make it a true rant, no, the HMV media store (yes, they do have DVDs, video games and other time killers) also does not live up to the expectation. I don't expect a long tail selection but even the head of the curve wasn't properly represented. And don't you dare and try buying classical music...

Btw there might even be some older people to whom the headline of this post should sound familiar.

Posted by tilman.haerdle at 10:59 AM | Comments (0)